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Nahost-Krieg überschattet Lufthansa-Ausblick für 2026

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Lufthansa-Chef: Golf-Drehkreuze sind Achillesferse
©APA/APA/dpa/Hannes P Albert
Der Iran-Krieg, der den boomenden Flugverkehr auf der arabischen Halbinsel lahmlegt und Hunderttausende Europäer stranden ließ, verdeutliche, wie verwundbar die Luftfahrt bleibe, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der Bilanzvorlage 2025 am Freitag. Die Lufthansa hat gegen die Konkurrenten vom Golf - Emirates, Etihad und Qatar Airways - in den vergangenen Jahren Marktanteile vor allem bei Asien-Flügen verloren.

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"Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golf-Drehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitische Achillesferse", warnte der Lufthansa-Chef, der oft den unfairen Wettbewerb durch die subventionierten Rivalen kritisiert. Die AUA-Mutter Lufthansa ist nach dem Krisenjahr 2024 bei der Verbesserung des Gewinns vorangekommen. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg um 19 Prozent auf 1,96 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Bei einem Rekordumsatz von 39,6 Mrd. Euro (plus fünf Prozent) legte die Rendite um einen halben Prozentpunkt auf 4,9 Prozent zu. "Unser Ergebnis zeigt die Resilienz und Stabilität der Gruppe", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr.

Der vor einer Woche von den USA und Israel begonnene Krieg gegen Iran könnte auch die Prognose der Lufthansa-Gruppe ins Wanken bringen. Der Konzern erwartet in diesem Jahr ein Ergebnis deutlich über Vorjahresniveau, weist aber auf die Unsicherheit durch die Lage in Nahost hin. Der Krieg führt zu Flugausfällen und steigenden Treibstoffkosten, wobei die Lufthansa mit 80 Prozent ihres Bedarfs für 2026 einen hohen Anteil mit Termingeschäften gegen Preisanstieg abgesichert hat. Positiv wirkt sich der momentane weitgehende Ausfall der Golf-Carrier aus, weil er bei der Lufthansa-Gruppe zu steigender Nachfrage nach Langstreckenflügen in Richtung Asien und Afrika führt.

Weniger Ausfälle und Verspätungen von Flügen durch betriebliche Probleme und Streiks drückten 2025 die Kosten für Fluggastentschädigungen um 40 Prozent auf rund 480 Mio. Euro. Niedrigere Treibstoffkosten verbesserten die Ertragslage um eine halbe Milliarde, außerdem gab es nicht die hohen Streikkosten des Vorjahres. Eine schwächere Nachfrage und niedrigere Preise auf den lukrativen Transatlantikstrecken im dritten Quartal belasteten andererseits, insgesamt waren die Ticketpreise unter Druck. Nach dem jüngsten Buchungsstand liegen die Buchungen von USA-Reisen aus Deutschland 30 Prozent unter Vorjahr, weil die politische Entwicklung und verschärfte Einreisekontrollen abschrecken.

Unter dem Strich lag der Gewinn der Lufthansa mit 1,34 Mrd. Euro drei Prozent unter Vorjahr, was der MDAX-Konzern mit Steuereffekten erklärte. Die Dividende für das abgelaufene Jahr soll dennoch mit 33 Cent je Anteilsschein etwas höher ausfallen als im Vorjahr.

Die schwächelnde Kernmarke Lufthansa Airlines konnte sich verbessern und erzielte nach Verlust im Vorjahr eine Rendite von knapp einem Prozent. Bei der Marke mit dem Kranich begann sich die Erneuerung der Flotte und die Modernisierung der Innenausstattung mit komfortableren Sitzplätzen des Allegris-Programms auszuzahlen. Zusatzleistungen wie das Buchen bestimmter Sitze und Extraservice steigerten den Erlös. Seit Ende 2024 läuft das Sanierungsprogramm "Turnaround", mit dem das Ergebnis bis 2028 um 2,5 Mrd. Euro brutto verbessert werden soll. "Das Turnaround-Programm von Lufthansa Airlines hat weiterhin höchste Priorität", sagte Spohr. Nach operativer Verbesserung soll Lufthansa Airlines 2026, dem 100. Jahr seit der ersten Firmengründung, wirtschaftlich vorankommen.

Der Stückkostenanstieg des Konzerns, zu dem auch die Fluggesellschaften Swiss, Brussels und Austrian Airlines (AUA) oder der Ferienflieger Eurowings gehören, soll in diesem Jahr von zwei auf ein Prozent gedrückt werden. Die AUA indes steigerte 2025 ihren operativen Gewinn um 11 Mio. auf 84 Mio. Euro.

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