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Schließlich hätten manche erlebt, wie in der Nähe ihres Hotels Raketen einschlugen. "Dann hilft es, dass sie einen festen Ansprechpartner haben und nicht mit einer Computer-Hotline sprechen müssen."
Die Dertour Group hat eine mittlere vierstellige Zahl an Gästen aus mehreren europäischen Ländern in der Region, davon etwa die Hälfte aus Deutschland. Die meisten Hotels seien untertunnelt, erklärte Debus weiter. "Wenn ein Alarm ist, dann geht man in die Tiefgarage oder in diese Tunnel oder in die Lobby." Am Dienstag landete der erste Sonderflug von Emirates mit Urlaubern aus Dubai, darunter Dertour-Kunden, in Frankfurt. Wer einsteigen kann, entscheidet die Airline. "Das richtet sich oft zum Beispiel danach, wie lange jemand schon auf die Rückreise warten muss." Dertour könne auch Gäste für eine Priorisierung vorschlagen.
Rückkehrer in Frankfurt berichteten von starkem Raketenbeschuss aus Iran über Dubai vor allem am Samstag, der vielen Angst machte. In den Tagen darauf sei der Alltag wieder eingekehrt. "Die Leute waren am Strand, haben ihr Leben gelebt und es war relativ sicher", sagte ein Reisender.
Am besten sitzen die auf die Rückreise Wartenden auf gepackten Koffern, denn bei den Flügen muss es schnell gehen, und am Flughafen Dubai wurde Passagieren zufolge mehrfach kontrolliert. So habe erst am Montagabend 21.00 Uhr deutscher Zeit festgestanden, welche Passagiere um 5.00 Uhr morgens an Bord kommen, erklärte Debus. Ein Vorteil des Reiseveranstalters sei dabei, dass dieser die Gäste gut erreichen könne, damit sie auch zum Abflug da seien. Am Flughafen Frankfurt kritisierte Heimkehrer Alexander Link, es seien einige Plätze freigeblieben. Manche fühlten sich weiter sicher in Dubai und wollten nicht vorzeitig nach Hause, sagte er. "Aber es gibt eben auch einige, die Angst haben, die auch Verpflichtungen hier haben und zurück wollen. Und da sollte man jeden Platz füllen."
Am Mittwoch soll es mit drei Rettungsflügen von Dubai weitergehen, schon am Dienstagabend landete auch ein Flug aus Abu Dhabi in Frankfurt. Viele Menschen sitzen aber auch auf Ferieninseln im Indischen Ozean fest, weil ihr Umsteigerflug über die Drehkreuze am Golf, Dubai, Abu Dhabi und Doha, gestrichen ist. "Die Umsteigerflüge über die Hubs am Golf ersetzen wir teilweise durch Charterflüge", sagte Debus. Zum Beispiel holen Discover und Condor Urlauber von den Malediven zurück. Für Osteuropa seien drei weitere Charterflüge von Maskat/Oman aus beauftragt.
"Im Moment haben die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Gäste die absolute Priorität. Daran wird rund um die Uhr gearbeitet", sagte Debus und lobte den Krisenstab des Reisekonzerns und die rund 100 Mitarbeitenden in den Urlaubsgebieten vor Ort, die die Kunden betreuen. Über die Kosten macht sich der Manager erst in zweiter Linie Gedanken. "Die Kosten für die Plätze auf Rettungsflügen werden von uns übernommen." Rechtlich sei der Reiseveranstalter verpflichtet, die Kosten für drei Hotelübernachtungen zu übernehmen. "Da sind wir im Moment aber sehr kulant." Hilfreich sei, dass Abu Dhabi Hotelkosten übernehmen wolle. Von Katar gebe es auch Signale dafür. Mit Dubai laufen noch Gespräche.
Dass die touristisch boomenden Ferienziele auf der arabischen Halbinsel dauerhaft Schaden nehmen durch die Krise, glaubt Debus nicht. "Bis zum vergangenen Freitag hat der Reisemarkt Richtung Osten sehr gut funktioniert." Die Vereinigten Arabischen Emirate zählten zu den Top-Destinationen. Nach Krisen in der Vergangenheit wie den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 hätte sich die Nachfrage schnell wieder erholt, sobald das Sicherheitsgefühl zurückgekehrt war. "Das geht heute in der Tendenz noch schneller." Bis Freitag, als der Luftkrieg gegen den Iran begann, sei das Sicherheitsgefühl bei den Golfstaaten von Reisenden und dort Lebenden sehr hoch gewesen. "Persönlich glaube ich daher, dass man zu diesem Stand zügig zurückkehrt, wenn der Konflikt vorüber ist."





