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Nach einer dreijährigen Studie von Wissenschaftern hat das griechische Kulturministerium nun eine Liste von 19 antiken Stätten aufgestellt, die am dringendsten gegen Naturkatastrophen gewappnet werden müssen. Unter den "Sorgenkindern" ist beispielsweise das antike Olympia, das immer wieder von Waldbränden bedroht ist, das Theater von Delphi, wo es zu Steinschlag kommt, und die antiken Stätten von Dion, wo Überschwemmungsgefahr besteht.
Der Schutz der Geburtsstätte der Olympischen Spiele mit seinem antiken Stadion, zwei Museen und seinem weitläufigen Heiligtum erfordere "ständige Wachsamkeit", sagt Olympias Bürgermeister Aristides Panagiotopoulos. "Wir haben akute Sorgen, denn das antike Olympia erstreckt sich über ein großes Gelände mit viel Grün und einer dichten Vegetation", schildert er. Obwohl die Behörden immer wieder eingriffen, "wissen wir, dass das allein nicht ausreicht".
Nahe dem antiken Olympia gab es zuletzt 2021, 2022 und 2024 große Waldbrände, wie der oberste Forstbeamte der Region Elis, Panagiotis Lattas, berichtet. Ergiebiger Regen hat nach Lattas' Worten in diesem Jahr die Vegetation in der Region üppig gedeihen lassen. Vor Beginn der Waldbrand-Saison müsse das Grün dringend zurückgeschnitten werden, um ein schnelles Ausbreiten möglicher Feuer zu verhindern.
Für ihre dreijährige Studie untersuchten die Wissenschafter von der Universität Athen und der nationalen Forschungsstiftung unter anderem heutige und vergangene geologische und klimatische Bedingungen an den 19 antiken Stätten. Schäden durch vergangene Naturkatastrophen wurden beleuchtet, um daraus Rückschlüsse auf künftige Bedrohungen ziehen zu können.
Ein Team aus Klimaforschern, Geologen, Ingenieuren, Denkmalschützern, Architekten und Materialkundlern untersuchte, wie die Stätten etwa durch Brände, Hitzewellen und steigende Meeresspiegel bedroht sind. Bis 2030 sollen nach den Worten von Kulturministerin Lina Mendoni insgesamt 40 antike Stätten auf diese Weise untersucht werden.
"Unser Heimatland hat eine ungewöhnlich hohe Dichte an Freiluft-Monumenten, die untrennbar mit der umgebenden Landschaft verbunden sind", schildert Mendoni. Diese seien schon heute Temperaturschwankungen, steigender Luftfeuchtigkeit, starkem Regen und Wind ausgesetzt. "Der Klimawandel bedeutet nicht unbedingt, dass aus dem Nichts neue Bedrohungen auftauchen. Meist verstärkt er bereits bestehende Bedrohungen."
Das Kulturministerium hat noch für dieses Jahr die Installation von Brandmeldern an 21 antiken Stätten angekündigt. Für mehr als 60 archäologische Stätten sollen Feuerschutzpläne ausgearbeitet werden.
Im Falle von Delphi ließ das Kulturministerium nach Fangnetze aus Metall an den umliegenden Hängen anbringen, nachdem Felsstürze Ende 2024 eine wichtige Verbindungsstraße zur archäologischen Stätte und den Museen unterbrochen hatten. Zudem ließ die Stadtverwaltung zur Katastrophenvorsorge einen Feldweg als Reservestraße für kleinere Fahrzeuge bauen.
"Vor 20 Jahren war es noch komplett verboten, Feuerschutz-Schneisen in geschützten Gebieten einzurichten", sagt Kulturministerin Mendoni. "Zum Glück hat sich die Einstellung seither gewandelt."






