11 große ungelöste
Rätsel dieser Welt

Der berühmte Steinkreis von Stonehenge konnte von Wissenschaftlern trotz zahlreicher Untersuchungen nicht völlig enträtselt werden - ebenso wie einige andere historische Hinterlassenschaften, Ereignisse oder Entdeckungen. Diese 11 Rätsel beschäftigen Experten bis heute.

von Djatlow-Unglück © Bild: Wikipedia/Soviet investigators

1. Das Tunguska-Ereignis

Tunguska-Ereignis
© imago stock&people/United Archives Das Tunguska-Ereignis: umgestürzte Bäume, aufgenommen rund zwei Jahrzehnte nach der Katastrophe

Am 30. Juni 1908 erschütterte eine gewaltige Explosion die sibirische Region Tunguska (heute: Region Krasnojarsk). Rund 60 Millionen Bäume sind durch das Ereignis umgeknickt, auf einer Fläche von über 2.000 Quadratkilometern - das ist eine Fläche, die fünf Mal so groß ist wie Wien. Erderschütterungen waren bis nach Europa zu spüren. Die Ursache für die Explosion konnte nie zweifelsfrei geklärt werden. Augenzeugen gab es damals nur wenige, da die Explosion ein damals weitgehend unbewohntes Gebiet betraf. Viele von ihnen berichteten von mehreren lauten Explosionen hintereinander. Erste Aufnahmen von der Zerstörung wurden daher auch erst mehr als zwei Jahrzehnte später gemacht bei der Expedition des russischen Mineralogen Leonid Kulik (siehe Bild oben).

Der Vorfall ließ etliche Verschwörungstheorien aufkommen: So sollen beispielsweise Außerirdische in Sibirien gelandet sein und das rätselhafte Ereignis ausgelöst haben. Seriöse wissenschaftliche Theorien gehen lange Zeit von dem Aufprall eines Kometen oder Meteoriten aus. Neuere Hypothesen glauben an eine vulkanische Eruption als mögliche Ursache.

2. Das Voynich-Manuskript

Voynich manuscript
© Wikipedia/Beinecke Rare Book & Manuscript Library, Yale University Das Voynich-Manuskript: Abbildung aus der "anatomischen Sektion"

Das rund 100 Seiten umfassende Voynich-Manuskript wurde nach Wilfrid Michael Voynich benannt, der das Manuskript im Jahr 1912 kaufte. Sprache und Schrift des Schriftstückes, das einst im Besitz von Kaisers Rudolf II. war, konnten bislang von keinem Kryptologen, Historiker beziehungsweise Experten entschlüsselt werden. Einige der illustrierten Bereiche des Buches erinnern an botanische und anatomische Abbildungen. Laut Wissenschaftlern ist das Manuskript zwischen 1404 und 1438 entstanden.

Besitzer der geheimnisvollen Schrift ist derzeit die Beinecke-Bibliothek der US-amerikanischen Yale-Universität. Ein kleiner spanischer Verlag hat indes das Recht auf den Nachdruck der Schrift erworben. Die geplante Neuauflage soll zwischen 7.000 und 8.000 Euro pro Buch kosten.

3. Die Nazca-Linien

Nazca-Linien
© Istockphoto.com/powerofforever

Die sogenannten Nazca-Linien wurden 1994 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Was steckt hinter den Zeichnungen in der peruanischen Wüste bei Nazca? Entdeckt wurden die Geoglyphen um das Jahr 1920, mit dem zunehmenden Aufkommen von kommerziellen Flügen. Die Wüstenbilder waren für Passagiere von der Luft aus gut zu sehen. Riesige Figuren, die Menschen, Affen oder Vögeln ähnelten, sowie Linien und Dreiecke konnten ausgemacht werden. Die Zeichnungen werden vor allem der Nazca-Kultur angerechnet, die ihre Blütezeit zwischen dem 200 vor Chr. und 600 nach Chr. hatte. Entstanden sind die Bilder durch das Abtragen der oberen Gesteinsschicht der Wüste, wodurch das hellere Sedimentgestein zum Vorschein kam.

Wissenschaftler versuchen seit Jahren dem Rätsel auf die Spur zu kommen: Durch Grabungen in den Jahren 2004 bis 2009 in der Nähe der Bilder wollen Forscher einen Teil der Lösung gefunden haben: Die Zeichnungen sollen im Rahmen von Fruchtbarkeitsritualen entstanden sein. Andere gehen von einer astronomischer Bedeutung - oder einer Mischung aus beidem - aus.

4. Der mystische Steinkreis

Stonehenge
© Istockphoto.com/villettt

Bis heute beschäftigt der Steinkreis Stonehenge in Südengland Archäologen und Wissenschaftler. Die genaue Verwendung und Bedeutung des Ortes ist nicht geklärt. Einige Information konnten Experten jedoch zusammengetragen: Vor rund 4.000 Jahren soll der Steinkreis eine religiöse beziehungsweise rituelle Stätte gewesen sein. Britische und österreichische Forscher haben 2015 nahe des berühmten Steinkreises und tief in der Erde vergraben rund 200 weitere Steine, die im Rund stehen, entdeckt. In der Umgebung von Stonehenge wurden auch zahlreiche Gräber entdeckt.

Die massiven Steine von Stonehenge sind bis zu 25 Tonnen schwer und wurden vermutlich aus dem über 380 Kilometer entfernten Steinbruch in Pembrokeshire (Wales) herangeschafft. Wie diese Mammutaufgabe bewältigt werden konnte, ist ebenfalls ein Mysterium.

5. Die Eisensäule von Qut'b

Eisensäule von Qutb
© imago/robertharding Eisensäule

In Delhi steht die weltberühmte Eisensäule von Qut'b. Das Besondere an diesem Monument: Die Säule aus 98 Prozent reinem Schmiedeeisen rostet seit 1.600 Jahren nicht. Sie ist rund 7 Meter hoch und wiegt 6,5 Tonnen. Aufgrund der fehlenden Korrosion weckte sie das Interesse von Archäologen und Metallurgen. Letztere vermuten, dass eine dünne Schicht einer speziellen Gitterstruktur eines Eisenhydroxids die Säule davor bewahrt, zu rosten. Es gibt aber mehrere unterschiedliche Theorien dazu, warum die Eisensäule nicht korrodiert - ganz einig sind sich die Wissenschaftler bislang nicht.

6. Rongorongo-Schrift

Rongorongo-Schrift
© Wikipedia

Rongorongo, übersetzt bedeutet es Gesang oder Vortrag, ist eine historische Schrift der Osterinsel, wie Wissenschaftler annehmen. Das in Holz eingeschnitzte Schriftsystem soll sich laut Experten allein auf dieser Insel entwickelt haben. Erstmals erwähnt wurde die Schrift vom Laienbruder Eugène Eyraud im Jahr 1864, er beschrieb die Schriften in einem Brief an seine Vorgesetzten. Erst einige Jahre später wurden die Schriften in Europa bekannt. Zahlreiche Versuche die Rongorongo-Symbole zu entziffern, sind bisher gescheitert - einige Deutungsversuche stellen das Maximum an Erkenntnis dar. Auch ist nicht erwiesen, aus welcher Zeit die Schrift eigentlich stammt.

7. Die Pyramide bei Nizza

Pyramide von Falicon
© Baskerville via Wikipedia

Pyramiden würde man auf Anhieb in Ägypten und nicht in Europa vermuten. Doch auch hier gibt es welche und eine davon steht in Frankreich nahe Nizza. Genauer gesagt handelt es sich um die Pyramidenruine von Falicon. Sie wurde aus kleinen, unregelmäßig geformten Steinen erbaut und befindet sich über einer Karsthöhle mit unterirdischen Hohlräumen, die in der Region als "Fledermaus-Höhle" bekannt ist. Während der obere Teil des Bauwerks bereits stark beschädigt ist, zeigt sich der untere Bereich gut erhalten.

Lange Zeit hat man gerätselt, wann und von wem die Pyramide erbaut worden ist. Zunächst gingen Forscher davon aus, dass römische Legionäre mit einem Faible für Ägypten für das Gebilde verantwortlich waren. Ein Mysterium haben Wissenschaftler zumindest gelüftet: Das "Institut de Préhistoire et d'Archéologie Alpes Méditerranée" (IPAAM) hat den Zeitpunkt der Erbauung der Pyramide zwischen 1803 und 1812 datiert, also während der Regentschaft von Napoleon Bonaparte, der durch seinen Ägyptenfeldzug die Pyramiden zu Gesicht bekam.

8. Unglück am Djatlow-Pass

Djatlow-Unglück
© Wikipedia/Soviet investigators Ein zerstörtes Zelt, das der Suchtrupp am 26. Februar gefunden hat (Foto der Untersuchungsbehörden)

Im Jahr 1959 sind neun erfahrene russische Bergsteiger, eine Gruppe von Studenten, im Ural unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen: Sieben Männer und zwei Frauen starben in der Nacht auf den 2. Februar am östlichen Hang des Berges Cholat Sjachl. Die Zelte waren von innen aufgeschlitzt. Die Opfer, die in einiger Entfernung zu den Zelten gefunden wurden, waren teilweise unbekleidet, einer Toten fehlte die Zunge, bei anderen wurden eingeschlagene Schädel und gebrochene Rippen festgestellt. Die Kleidung der Toten soll radioaktiv verstrahlt gewesen sein. Die Haare der Opfer sollen komplett grau gewesen seien. Anzeichen für einen Kampf konnten die Ermittler später nicht finden.

Ursprünglich sind die Teilnehmer zu zehnt aufgebrochen, ein Mann musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufgeben. Augenzeugen für das Unglück gab es nicht. Auf Betreiben von Angehörigen ist am 20. Februar ein Suchtrupp aufgebrochen, der sechs Tage später fünf der Todesopfer in einem dem Zeltplatz nahegelegenen Wald fand. Vier weitere Leichen wurden erst am 4. Mai tiefer im Wald, in einer Schlucht, entdeckt.

Offiziell sind die Wanderer laut russischen Behörden eines natürlichen Todes gestorben. Der Zugang zu dem Gebiet wurde bis drei Jahre nach dem Unglück gesperrt. In den Untersuchungsakten wurde festgestellt: Sechs der Expeditionsteilnehmer starben an Unterkühlung (es herrschten Temperaturen von minus 30 Grad) und drei an tödlichen Verletzungen. Daraufhin ist eine Fülle an Theorien zum Unglück entstanden: Von Yetis und Außerirdischen war beispielsweise die Rede. Andere Theorien gingen von einem Lawinenunglück aus. Eine populäre Annahme nimmt an, dass das Militär involviert gewesen ist: Die Bergsteiger sollen versehentlich in ein inoffizielles militärisches Übungsgelände eingedrungen sein und dabei im Laufe einer militärischen Übung ums Leben gekommen sein.

Die genauen Todesumstände konnten nie geklärt werden. Der Pass, an dem sich der Vorfall ereignete, wurde später nach dem 23-jährigen Gruppenanführer Igor Djatlow benannt.

9. Die grünen Kinder von Woolpit

Woolpit Sign
© Rod Bacon/Wikipedia Denkmal von 1977

Bei den "Grünen Kindern von Woolpit" handelt es sich entweder um ein Volksmärchen oder um ein historisches Ereignis, das über die Zeit hinweg sehr verstümmelt wiedergegeben worden ist. Erwähnt wurden die Kinder unter anderem vom Zisterzienserabt Ralph von Goggleshall im 13. Jahrhundert, der von einer merkwürdige Begebenheit im englischen Ort Woolpit (Suffolk) schrieb: Im 12. Jahrhundert sollen dort zwei Kinder, ein Bub und ein Mädchen, mit unnatürlich grüner Haut aufgetaucht sein. Die Geschwister sollen in einer Wolfsgrube in der Nähe des Ortes von Jägern gefunden worden sein. Sie haben fremd anmutende Kleidung getragen und eine andere Sprache gesprochen. Zunächst hätten sich die beiden nur von Bohnen ernährt und erst nach und nach andere Speisen gegessen. Während der Bub erkrankte und starb, soll sich das Mädchen der Legende nach an ihre Umgebung angepasst, ihre grüne Hautfarbe verloren und die englische Sprache erlernt haben.

Jahre später haben Experten versucht eine natürliche Erklärung für die "grünen Kinder" zu finden. So könnten sie an einer Hautkrankheit gelitten haben und mit einem Tross ausländischer Söldner ins Land gelangt sein.

10. Das Bernsteinzimmer

Bernsteinzimmer Nachbildung
© imago/SKATA Originalgetreue Nachbildung des Bernsteinzimmers im Katharinenpalast

Das berühmte Bernsteinzimmer ist seit 1945 verschollen. Um seinen Verbleib ranken sich zahlreiche Vermutungen, Spekulationen und Verschwörungstheorien. Was damals wirklich geschehen ist, bleibt allerdings ungeklärt.

Angefertigt wurde das Zimmer mit Wandverkleidungen und Möbeln aus Bernsteinelementen ursprünglich für den Preußenkönigs Friedrich I., bevor es 1716 als Geschenk an den russischen Zaren Peter den Großen ging. Später übersiedelte das Zimmer in den Katharinenpalast bei Sankt Petersburg, wo es knapp 2 Jahrhunderte lang blieb. 1941 wurden die Elemente des Raumes als Kriegsbeute nach Deutschland ins Königsberger Schloss gebracht. Seit das Schloss 1945 aufgrund des Krieges evakuiert werden musste, fehlt von den kostbaren Stücken jede Spur. Eine originalgetreue Nachbildung des Bernsteinzimmers kann heute im Katharinenpalast bewundert werden.

11. "Wow!"-Signal

Wow!Signal
© Big Ear Radio Observatory and North American AstroPhysical Observatory (NAAPO) via Wikipedia

Am 15. August 1977 passierte für Astrophysiker Jerry R. Ehman etwas Unfassbares: Er entdeckte mit dem Big-Ear-Radioteleskop an der Ohio State University ein starkes Schmalband-Radiosignal aus dem All. An den Rand seines Papierausdruckes schrieb Ehman das Wort "Wow!" - das "Wow!"-Signal war geboren. Die Beobachtung mit dem Teleskop geschah im Rahmen eines SETI-Projekts (SETI = Search for Extraterrestrial Intelligence), bei dem Astronomen sich der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz widmen. Seitdem wurde nie wieder ein ähnlich starkes Signal empfangen.

Einige wissenschaftliche Theorien gehen von einem unüblichen Sternenphänomen aus. Die jüngste Theorie von Astronomie-Professor Antonio Paris vom St. Petersburg College in Florida besagt, dass das Signal von einem der beiden vorbeiziehenden Kometen 266P/Christensen und P/2008 Y2 (Gibbs) stammen könnte. Das Radioteleskop hätte damals ein solches Signal empfangen, wenn es auf eine von den Kometen freigesetzte Wasserstoffwolke gerichtet gewesen wäre. Die beiden Kometen sollen sich damals in der Nähe jenes Sternbilds befunden haben, auf das das Teleskop ausgerichtet war.

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