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Narzissten: Fünf
typische Verhaltensweisen

Psychologie - Narzissten: Fünf
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Narzissten erleben sich selbst als besonders wichtig. Während sie sich Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht und Glanz hingeben, erwarten sie von anderen übermäßige Bewunderung. Woran genau aber erkennt man Betroffene. Diese fünf Verhaltensweisen sind für Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung typisch.

Eines gleich mal vorweg: Narzissmus an sich ist noch keine Erkrankung. Der Begriff beschreibt lediglich eine selbstbezogene und selbstüberschätzende Persönlichkeitseigenschaft. Auch gesunde Menschen können narzisstische Persönlichkeitsmerkmale haben, erklärt die Psychotherapeutin MMag. Nicole Trummer. Von einer Erkrankung spricht man dagegen dann, wenn eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vorliegt. Dies lässt sich mittels spezieller Testverfahren ermitteln. Im Folgenden beziehen wir uns auf Narzissmus als psychische Störung.

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1. Narzissten kontrollieren

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"Narzissten geben in Liebesbeziehungen zu Beginn alles", erläutert Trummer. Sobald sie sich aber ihres Partners sicher fühlen, kommt ihre dominante, mitunter sogar feindselige Art zum Vorschein. Oft ist auch Eifersucht im Spiel. Nicht zuletzt deshalb, weil der Betroffene den Partner zu kontrollieren versucht. "Er will ihm vorschreiben, was er anzuziehen, wie er seine Haare zu tragen hat", sagt die Psychologin. "Narzissten wollen keine Partnerschaft auf Augenhöhe. Sie wollen sich überlegen, mächtiger, größer fühlen." Nicht umsonst bekleiden Betroffene öfters eine Führungsposition.

2. Narzissten beuten aus

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Für Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung hat der eigene Nutzen oberste Priorität. Das zeigt sich im beruflichen genauso wie im privaten Alltag. In Freundschaften ebenso wie in der Partnerschaft. "Wenn ein Narzisst die Beziehung nicht mehr als zweckmäßig erlebt, dann kann es sein, dass er sie von heute auf morgen beendet", erklärt Trummer. Es gibt die Theorie, dass manche Eltern das selbstbezogene Verhalten ihres Kindes bewusst fördern. Dementsprechend selbstverständlich sei es für den Heranwachsenden im späteren Leben, andere auszubeuten, um ans eigene Ziel zu gelangen.

3. Narzissten leisten viel

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Im Beruf erbringen Narzissten meist hohe Leistungen - sofern ihm diese Ruhm in Aussicht stellen. Sie besitzen Führungswillen und den Mut, Entscheidungen zu treffen. Das gilt jedoch nur für den sogenannten erfolgreichen Narzissten, der selbstbewusst durchs Leben geht und berufliche Herausforderungen annimmt. Anders beim erfolglosen Narzissten. Er hat sehr hohe Erwartungen und Ansprüche an sich und das Leben, denen er aber nicht gewachsen ist. Sein Leistungseinsatz ist eher gering. Oftmals handelt es sich hier um Studienabbrecher. Nicht selten lehnt der erfolglose Narzisst auch eine Arbeitsstelle ab, weil sie ihm zu minder scheint.

4. Narzissten hören nicht zu

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Von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung Betroffene interessieren sich in der Regeln nur für einen Menschen: sich selbst. Dementsprechend gerne stellen sie sich in den Mittelpunkt. Und dementsprechend wenig Interesse zeigen sie dafür, was andere zu sagen haben, solange sie nicht selbst Thema sind. Sobald man sie nicht mehr bewundert, sind sie gelangweilt, vielleicht sogar wütend. Meinungsverschiedenheiten erleben sie als Angriff. Infolge dessen schlagen sie zurück. Auf Kritik reagieren sie in der Regel gekränkt. In ihren eigenen Augen haben sie nämlich keine Schwächen. Fehler machen nur die anderen.

5. Narzissten idealisieren

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Betroffenen fehlt in der Regel die Fähigkeit, andere Menschen differenziert wahrzunehmen. In ihren Augen sind sie entweder perfekt oder aber wertlos. Dazwischen gibt es nichts. Dass eine Person sowohl gute als auch schlechte Eigenschaften haben kann, ist für Narzissten nicht nachvollziehbar. So, wie sie sich selbst idealisieren, idealisieren sie auch andere. Verhält sich das Gegenüber nun auf eine Art und Weise, die dem perfekten Bild nicht entspricht, so verliert es auf ganzer Linie. Es wird kurzerhand in die Kategorie "mangelhaft" katapultiert und ist es in weiterer Folge nicht mehr wert, dass man sich mit ihm abgibt.

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