Isabella Krassnitzer: Vom Wetter zu den Euromillionen

Isabella Krassnitzer war einst das Gesicht des ORF-Wetters, inzwischen moderiert sie die "Euromillionen". Dem Wetter ist die Wahl-Innsbrucker und studierte Geografin dennoch treu geblieben.

von Isabella Krassnitzer © Bild: Privat

Steckbrief

  • Name: Isabella Krassnitzer
  • Geboren am: 22. Juli 1967 in Klagenfurt
  • Wohnort: Innsbruck
  • Ausbildung: Magisterstudium Geografie (Diplomarbeit Provence)
  • Beruf: Moderatorin/Redakteurin als freie Mitarbeiterin im ORF und Reiseleiterin
  • Familienstand: in guten Händen :-)
  • Kinder: eine Tochter - "die beste Romy aller Zeiten"

Wer an Isabella Krassnitzer denkt, denkt in erster Linie wohl an das Wetter und die "Euromillionen". Begonnen hat die gebürtige Klagenfurterin zusammen mit Christa Kummer in der ORF-Wetterredaktion. Ihr weiterer Lebensweg führte sie jedoch nach Innsbruck. Bis dorthin war es jedoch ein langer Weg, wie uns Krassnitzer verrät.

Kindheit als Weltenbummlerin

"Bis ich fünf war, sind wir viel herumgetingelt", erinnert sich Isabella Krassnitzer. München, Mannheim, Meran, Innsbruck - schon in ihrer Kindheit zog es die Moderatorin von einem Ort an den nächsten. In Tirol wuchs sie im internationalen Studentenheim auf, ihre Mutter machte dort die Wirtschaftsleitung. "Da dürfte schon der internationale Grundstein gelegt worden sein", meint Krassnitzer.

Später zog die Familie auf das Mieminger Plateau, bekannt vom "Bergdoktor", wo Isabella Krassnitzers Mutter ein kleines Hotel führte. Sie selbst half schon als Zehnjährige mit. "Eine Mords-Plackerei, aber eine gute Schule", meint sie heute.

Wurzeln im Tourismus

Isabella Krassnitzers Wurzeln stecken im Tourismus. Während ihres Geografie-Studiums an der Universität Innsbruck und in Aix-en-Provence war sie jahrelang als Rad-Reiseleiterin tätig, um sich die Ausbildung zu finanzieren. Schon früh träumte sie davon, den Journalismus mit Reisen zu verbinden. "Schade, dass ich nie kritische Reisereporterin war. Das mache ich im nächsten Leben", meint sie gegenüber news.at. "Ich moderiere unglaublich gerne und bin happy, wenn ich mit meiner Art und meiner Stimme Hörer:innen gute Laune verschaffe", so Krassnitzer.

»Ich moderiere unglaublich gerne und bin happy, wenn ich mit meiner Art und meiner Stimme Hörer:innen gute Laune verschaffe«

Ihre Rad-Touren führten Isabella Krassnitzer durch ganz Europa. "Meist war ich zwölf Wochen lang unterwegs, dann hatte ich das Geld für ein Jahr Studium auch wieder beisammen. Es war ein traumhafter Job. An der Luft sein, in tollen Hotels, die man sich privat nie leisten hätte können, übernachten. Die Speisen des Landes kosten, die man sich auch nie hätte bestellen können. Natürlich war es anstrengend, zwölf bis 14 Stunden täglich für die Gäste da zu sein, sie durch die Städte zu führen, Picknicks zu richten, Räder zu flicken, Koffer zu schleppen ... aber mit 20 ist das alles locker zu schupfen. Und es war eine prima Lehre fürs Leben", erinnert sie sich schwärmerisch zurück.

Isabella Krassnitzer
© Privat Privater Schnappschuss: Isabella Krassnitzer während ihrer letzten Frankreich-Reise

Der Beginn beim ORF

Ihren Beginn beim ORF bezeichnet Isabella Krassnitzer heute als "Magie". "Ein guter Engel an der Uni hat mich auf die Bewerbung hingewiesen. Sie hatte sich zwar mit einer gleichzeitigen Uni-Anzeige ein bisschen vertan, ich bewarb mich somit für Sprachen und EDV, kam aber zum Casting der Wetterredaktion", erinnert sich Krassnitzer. "Und ehrlich: EDV wäre nie im Leben mein Ding gewesen. Das Technische ist meine ganz schwache Seite ... Gastgeberin ist wohl meine Rolle im Leben. Egal ob im Radio, auf Reisen, auch bei der Euro, ich heiße gerne Willkommen."

© APA/ORF/Günter Pichlkostner 1997: Isabella Krassnitzer posiert mit ihren ORF-Wetterkollegen als "Vier Jahreszeiten. V.l.n.r. Manfred Bauer ("Sommer"), Christa Kummer ("Frühling"), Bernhard Kletter ("Winter") und Isabella Krassnitzer ("Herbst")

Im Zuge ihres Geografie-Studiums beschäftigte sich Isabella Krassnitzer zwei Semester lang mit Klima und Meteorologie. "Ich war beim ORF recht fleißig, mir Wissen anzueignen", meint sie. Was das Wetter angeht, sei sie enorm von Ehrgeiz und Interesse gepackt worden. "Ich schaue noch heute jeden Tag auf das Satellitenbild, so wie andere die Börse checken", so Krassnitzer.

Christian Huhndorf brachte ihr viel bei

Viel beigebracht hat Isabella Krassnitzer laut eigener Aussage der im Jahr 2016 verstorbene Meteorologe Christian Huhndorf. Der ehemalige Ö3-Wetterredakteur ist der Vater ihrer Tochter Romy. "Wir haben uns freundschaftlich und beruflich sehr gut verstanden und waren wohl ein kleines Wetter-Universum", erinnert sich Krassnitzer.

»Wir waren wohl ein kleines Wetter-Universum«

Während ihre ehemalige Kollegin Christa Kummer noch heute eines der Aushängeschilder der ORF-Wetterredaktion ist, führte Isabella Krassnitzers Weg bald weiter. Der Abschied sei zwar "schmerzlich" gewesen, jedoch habe er einen Aufbruch bewirkt, der sie auf lange Sicht glücklich machte.

© imago images/SKATA 2004: Isabella Krassnitzer auf einer Veranstaltung

Kind und Karriere

War es schwer, Kind und Karriere zu verbinden? "Es war oft richtig hart. Ich bin ja nie in Karenz gegangen, um die Arbeit behalten zu können", erklärt Isabella Krassnitzer, deren Tochter Romy inzwischen erwachsen ist. "Leihomi, Kindermädchen und meine Mama haben tatkräftig mitgeholfen. Aber wir haben es geschafft, in Tirol waren Romy und ich dann ein Zweimäderlhaus."

»Es war oft richtig hart. Ich bin ja nie in Karenz gegangen, um die Arbeit behalten zu können«

Wenn Isabella Krassnitzer über ihre Tochter spricht, gerät sie ins Schwärmen über die "beste Romy von allen". Stolz zeigt sie Fotos ihrer hübschen Tochter. Mehr als kleine Einblicke soll und wird es jedoch nicht geben. "Ich glänze gerne im Licht der Arbeit, privat nicht und ich nehme mich nicht so wichtig", meint Krassnitzer.

Die Glücksfee der Euromillionen

Seit 2004 moderiert Isabella Krassnitzer die "Euromillionen". Wie steht die studierte Geografin dazu, wenn man sie als Wetter- oder Glücksfee bezeichnet? Sie genießt es. "Wenn ich mal Uromi bin und immer noch die Wetter-Glücksfee, na bitte, was für ein Glück!", meint sei.

»Wenn ich mal Uromi bin und immer noch die Wetter-Glücksfee, na bitte, was für ein Glück!«
Isabella Krassnitzer
© ORF/Hans Leitner Seit 2004 präsentiert Isabella Krassnitzer die "Euromillionen"

Die Sendung bietet ihr die Möglichkeit, regelmäßig in Wien zu sein. "Manchmal gehen sich zwei Tage aus, dann genieße ich es, durch die Museen zu schlendern und koste mich durch die Ethno-Küche der Stadt", berichtet die ORF-Journalistin. "Ich liebe Wien, auch hier fühle ich mich ganz zuhause. Die Brücke West-Ost ist für mich perfekt", so Krassnitzer weiter.

Isabella Krassnitzer und die Liebe

Ihren Lebensmittelpunkt hat Isabella Krassnitzer inzwischen seit vielen Jahren in Innsbruck. Ursprünglich hat sie die Liebe zurück an den Ort ihrer Kindheit gebracht. "Diese Liebe hat dann nicht ewig gehalten. Wäre ich jedoch nicht hier im Westen geblieben, hätte ich meine jetzige Liebe nie kennen gelernt", verrät sie. Viel mehr, als dass sie "in guten Händen" ist, will sie über ihren Lebensgefährten aber nicht verraten.

Isabella Krassnitzer
© Privat Isabella Krassnitzer mit ihrem Lebensgefährten

Neben dem privaten Glück hat Isabella Krassnitzer in Tirols Landeshauptstadt auch ihr berufliches gefunden. Sie moderiert "Radio Tirol am Vormittag" und ist Wettermoderatorin bei "Tirol heute". "Tirol war immer schon mein Wohnplatzerl, es ist auch imposant hier, umgeben von Bergen. Wohnen könnte ich aber auch in Wien, überall in Europa", meint Isabella Krassnitzer.

Die Reiselust hat ebenso einen fixen Platz in ihrem Leben. In ihrer Innsbrucker Wohnung stehen immer zwei Koffer parat. Ein kleinerer, der für ihre Wien-Trips reserviert ist und ein größerer, den es theoretisch überall hin verschlagen kann.

Isabella Krassnitzer
© Privat Isabella Krassnitzer während ihrer Radio-Moderation

Pandemiebedingt ist Isabella Krassnitzers Leben derzeit ungewöhnlich ruhig. Neben ihrer Tätigkeit beim ORF Tirol ist sie nämlich auch als selbständige Eventmoderatorin tätig, sie betreibt einen Reise-Podcast und machte eine Ausbildung zur Werbetexterin. "Corona macht uns allen zu schaffen, aber wir werden das schon schaffen", gibt sich Krassnitzer optimistisch.

Der Traum von der Reisesendung

"Freiheit ist mein großes Credo, Besitz und Geld sind nie meine Antriebsfedern gewesen", erklärt Isabella Krassnitzer. Welchen Traum würde sie sich denn gerne noch erfüllen? "Mein Traum war immer schon eine Reisesendung", sagt sie. Die vielseitig interessierte Weltenbummlerin könnte sich jedoch auch vorstellen, ein Reise-Bistro zu führen. "Wo es Tapas aus der ganzen Welt gibt und tolle Weine. Und alle könnten sich übers Reisen austauschen. An den Wänden hängen Bilder und Schmuckstücke aller Kontinente. Ich bin mittendrin, serviere, schenke ein, gebe Tipps", schwärmt Krassnitzer.