Ina Regen: Liedermacherin, Familienmensch und "plötzlich Star"

Woher die Sängerin kommt, warum sie so spät ins Rampenlicht trat - und welcher Star ihr dazu geraten hat

Sie und ihre Lieder sind nicht mehr aus Österreichs Musiklandschaft wegzudenken. Dabei ist Ina Regen schon viel länger aktiv als sie bekannt ist. Vor den Vorhang trat sie zwar spät, dafür mit nachhaltigem Effekt.

von Ina Regen © Bild: imago images/Stefan M Prager

Steckbrief Ina Regen

  • Name: Regina Mallinger, bekannt als Ina Regen
  • Geboren: 29. September 1984 in Grieskirchen
  • Sternzeichen: Waage
  • Aufgewachsen in: Gallspach, Oberösterreich
  • Ausbildung: Studium Jazz- und Populargesang an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz
  • Beruf: Singer-Songwriterin
  • Alben: Klee (2018), Rot (2021)
  • Familienstand: Single

Vor einigen Jahren kannte sie noch kaum jemand, seit Ende 2017 ist Ina Regen aus der heimischen Musikszene aber nicht mehr wegzudenken. Musik machte die Oberösterreicherin allerdings auch davor schon lange – doch im Dezember 2017 wagte Ina Regen mit zwei Songs erstmals den Schritt vor den Vorhang - und dort steht sie seitdem fest verankert. Doch der Reihe nach.

Ina Regen: Kindheit und Jugend als Regina Mallinger

Geboren wurde Ina Regen als Regina Mallinger (Ina Regen ist eine Anspielung auf ihren Vornamen) als jüngstes von drei Geschwistern im oberösterreichischen Hausruckviertel. Aufgewachsen in Gallspach im Bezirk Grieskirchen erlebte sie eine glückliche Kindheit. Für sie als auch ihre Schwester Michaela sowie Bruder Thomas haben stets die gleichen Regeln gegolten, wie sie im „News“-Interview erzählt. Mutter Veronika Mallinger dazu: „Mein Bestreben war, dass alle drei selbständig sind.“

Das ist wohl - zumindest bei Tochter Regina - gelungen: "Ich habe mein Leben gern allein im Griff und lass mir nicht gern etwas sagen", sagt Ina Regen im Interview. Die Schattenseite dessen sei aber, "dass es mir schwerfällt, Hilfe anzunehmen oder um Hilfe zu fragen. Ein Lernprozess", so die selbstbewusste Sängerin.

Ina Regen: Ihre Musik, ihre Lieder

Neben der Selbständigkeit spielte natürlich auch die Musik stets eine große Rolle in Ina Regens Leben. Gerade in der Pubertät sei diese „immer ein sicherer Hafen“ gewesen, sagt die Sängerin. Im Stich ließ sie die Musik nur bei einem tragischen Schicksalsschlag, den Ina Regen mit 17 erfahren musste: dem Suizid eines Freundes. „Es gab niemand mit einer ähnlichen Trauererfahrung in meinem Umfeld, und erstmals hat mich damals - ich war 17 - auch die Musik im Stich gelassen, weil ich keine Songs gefunden habe, die mich aufgefangen hätten", sagt sie rückblickend auf diese schwierige Zeit. Verarbeitete hat sie diese Gefühle viele Jahre später im Song „Macarena“, der auf ihrem Album "Rot" erschien.

Die CD ist hier erhältlich (*)

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Ina Regen agierte lieber im Hintergrund

Nach der Matura widmete sich Ina Regen intensiver der Musik: Sie studierte Jazz – und Populargesang an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz – schloss mit Auszeichnung ab und absolvierte danach weiterführende Pop- und Musicalstimmbildung sowie eine Schauspiel-Ausbildung. Doch so sehr Musik auch in ihrem Leben präsent war, so ging es Ina Regen nie darum, damit im Vordergrund zu stehen und sie entschied sich zunächst dafür, lieber ihr Wissen weiterzugeben und gab Musik- und Gesangsunterricht. Daneben trat sie auch in Musicals auf oder sang Background etwa für Marianne Mendt, Conchita Wurst oder im „Dancing Stars“-Orchester.

Ina Regen konzert
© imago images / Rudolf Gigler Ina Regen in ihrem Element.
»Genau an dem Tag, als ich am Abend "Wie a Kind" schrieb, habe ich mich in der Früh mit Conchita, mit der ich auch privat eng befreundet bin, getroffen.«

Ina Regen und Conchita Wurst

Dann kam das Jahr 2017 - und der große Wendepunkt in Ina Regens Leben: „Genau an dem Tag, als ich am Abend "Wie a Kind" schrieb, habe ich mich in der Früh mit Conchita, mit der ich auch privat eng befreundet bin, getroffen. Wir hatten ein sehr langes Gespräch, in dessen Verlauf sie meinte, sie würde mich als Solokünstlerin sehen und mir das von Herzen wünschen. Ein geschichtsträchtiger Tag für mich!“, beschreibt Ina Regen in einem Interview mit den „Oberösterreichischen Nachrichten“ dieses Ereignis.

"Heast as ned" und "Wia a Kind" als Karriere-Startschuss

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Noch im Dezember veröffentlichte sie einerseits ihr Lied „Wia a Kind“ als erste Single und auch gemeinsam mit Conchita Wurst die Coverversion des Hubert von Goisern-Hits „Heast as net“. Und plötzlich wurde Ina Regen weit weg vom „Backbround“ und mitten ins Rampenlicht katapultiert

Bald darauf gab sie ihren Job in der Musikschule auf, um sich ganz der Karriere zu widmen, Single und Album schossen an die Chatspitze und Ina Regen (eigentlich ein Kreativteam aus ihr und Produzent Florian Cojocaru) wurde mit einem Amadeus Music Award ausgezeichnet.

»Speziell in den ersten Monaten hat es mich hin und her gerissen«

Die "surreale" Zeit des Aufstiegs

Doch so groß der Erfolg plötzlich war, es war gleichzeitig auch viel zu verdauen für jemanden, der dieses extreme Scheinwerferlicht auf die eigene Person nicht gewohnt war - und auch nicht wollte. „Speziell in den ersten Monaten hat es mich hin und her gerissen“, sagt Ina Regen über diese "fast schon surreale" und mitnichten nicht ganz einfache Zeit.

Selbstbewusst in die Rolle gewachsen

Doch die Sängerin blieb bei sich - und lernte mit ihrer neuen Position, jener der Person öffentlichen Interesses umzugehen: „Irgendwann wächst man auch in diese Rolle und diesen neuen Lebensaspekt hinein.“ Und auch wenn nach wie vor natürlich auch Selbstzweifel hie und da vorhanden sind, versuche die Sängerin „im künstlerischen Kern wahnsinnig selbstbestimmt zu sein“. „Was mir auch ganz gut gelingt“, gibt sie sich selbstbewusst.

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Ina Regen und Starmania

Seit diesem Schicksalsjahr flaute der Erfolg aber nicht ab. Es folgten Auftritte beim Donauinselfest oder der quotenstarken Helene Fischer-Show. Außerdem sang Ina Regen gemeinsam mit André Heller – und sie veröffentlichte ihr zweites Album „Rot“. Außerdem war sie Jurorin bei der wiederbelebten ORF-Castingshow „Starmania21“ zu sehen. War denn eine Castingshow für sie selbst eigentlich einmal Thema? Tatsächlich habe sie mit „Starmania“ "geliebäugelt, als die Show das erste Mal stattgefunden habe. „Aber ich habe gemerkt, dass ich nicht so weit war.“

Starmania-Jury
© ORF [M]/Thomas Ramstorfer Ina Regen (Mitte) mit ihren Jury-Kollegen bei "Starmania21": Nina Sonnenberg (alias Fiva) und Tim Bendzko

Wer ist Ina Regen ganz privat?

Und wer ist Regina Mallinger ganz persönlich, also die Frau hinter dem Künstlernamen Ina Regen? „Eine moderne Frau voller Gegensätze auf der Suche nach Balance“, antwortete sie selbst einmal in einem Interview mit „Die Salzburgerin“ auf diese Frage. Diese Balance, den Ausgleich zum Leben im Rampenlicht findet Mallinger durch das Schreiben eines Tagebuchs, Yoga und Kontakt mit ihren Lebensmenschen.

»Die Diskussionsrunden gehen manchmal vom Frühstück bis zum Nachmittagskaffee«

Ina Regen und ihre Familie

Zu letzteren zählt natürlich auch die Familie. Dort ist - abgesehen von der Location der Treffen, die sich in Tourzeiten eher über ganz Österreich verteilen statt in Gallspach stattzufinden - alles wie immer. Es ist wahrlich nicht immer der "Star der Familie", der den Ton angebe. So gebe es durchaus verschiedene Ansichten im Hause Mallinger, wie Mutter und Tochter Mallinger etwa im Interview mit News verrieten. Und dann? Man schenke sich nichts: „Die Diskussionsrunden gehen manchmal vom Frühstück bis zum Nachmittagskaffee", so Mutter Veronika.

»Ich würde gerne wissen, wie es ist, Mama zu sein. «

Ina Regens großer Wunsch: Mama sein

Und wie sieht es mit einer eigenen Familie aus? Derweil ist die erfolgreiche Österreicherin noch Single, noch vor ihrem großen Durchbruch ging ihre langjährige Beziehung zu einem Musiker-Kollegen in die Brüche. Seitdem sei sie zwar nicht durchgehend Single gewesen, wie sie jüngst bei „Frühstück bei mir“ auf Ö3 verriet, doch derzeit auf der Suche. Und zwar nach der großen Liebe. Denn: "Ich würde gerne wissen, wie es ist, Mama zu sein. Dieses Wunder hätte ich gerne noch vom Leben."