Husarentempel: Wanderung zur künstlichen Ruine in Mödling

Der Husarentempel wurde errichtet, um Soldat:innen zu ehren, die in den napoleonischen Kriegen gefallen sind. Heute ranken sich viele Mythen um den Bau im Naturpark Föhrenberge, der bis heute von der Gemeinde Mödling als Ehrengrab gepflegt wird.

von Husarentempel in Mödling © Bild: News.at

Inhaltsverzeichnis:

Der Husarentempel liegt hoch auf einem Berg im Wienerwald.
© IMAGO/Volker Preußer Der Husarentempel in Mödling

Beschreibung: Husarentempel

Es handelt sich beim Husarentempel um einen Bau im Naturpark Föhrenberge, in dem sich auch die Hagenbachklamm befindet. Der Husarentempel wurde ursprünglich vom Fürsten Lichtenstein auf dem Kalenderberg als Kriegerdenkmal erbaut, um an die Soldat:innen zu gedenken, die bei den Schlachten bei Wagram und bei Aspern gefallen sind. Fürst Lichtenstein beauftragte für dieses Vorhaben den Architekten Josef Hardmuth. Der erste Husarentempel wurde im März 1812 von einem Orkan zerstört. Der Architekt Josef Kornhäusl entwickelte die Pläne für den heutigen Husarentempel. Vorbild waren dabei altgriechische bzw. dorische Tempel.

Der Husarentempel wurde ursprünglich als Tempel des Kriegsruhms bezeichnet. Legenden zufolge hat Fürst Liechtenstein die Husaren und Husarinnen, die ihm bei den Schlachten gegen Napoleon das Leben gerettet hatten, in diesem Tempel bestattet. Aufgrund dieser Erzählungen hat sich der Name Husarentempel etabliert und die Bezeichnung als Tempel des Kriegsruhmes geriet in Vergessenheit. Stadtgemeinde Mödling betreut den Husarentempel bis heute als Ehrengrab. Das bedeutet, dass jedes Jahr zu Allerheiligen ein Kranz mit einer Schleife in den Nationalfarben von Österreich dort niedergelegt wird.

Husarentempel in Mödling
© News.at Der Husarentempel in Mödling bietet eine wunderbare Aussicht

Husarentempel: Highlights

Von Bedeutung ist, dass eine Gruft errichtet worden ist, die sich im Untergeschoß des Husarentempels befand. In der Gruft sind die Gebeine von gefallenen Soldat:innen beigesetzt, um Ihren Einsatz bei den Schlachten gegen Napoleon zu ehren. Am Giebel befindet sich eine Inschrift in großen Lettern: „FÜR KAISER UND VATERLAND UND DEN AUSGEZEICHNETEN VOELKERN DER OESTERREICHISCHEN MONARCHIE GEWIDMET“ . An den Giebelflächen befinden sich Reliefs, die von dem berühmten Bildhauer Josef Klieber angefertigt worden sind und napoleonische Schlachten darstellen. Sowjetische Soldat:innen schossen 1945 die Köpfe und Hände der Relief-Figuren weg. Im Inneren des Husarentempel wurde 1813 eine Statue der Minverva aufgestellt, die mittlerweile leider entfernt wurde.

Viele berühmte und bedeutende Persönlichkeiten besuchten den Husarentempel, wodurch Legenden und Sagen entstanden sind. Eine Legende besagt, dass Franz Schubert im Inneren des Husarentempels übernachtet und dabei stark gefroren hat. Einen Beleg dafür, dass Beethoven den Husarentempel besucht hatte, findet sich in seinen Konversationsheften.

Die Stadt Mödling renovierte 1999 den Husarentempel und ließ von Wienstrom Solarzellen auf der südlichen Dachfläche installieren. Mit dem dadurch gewonnen Strom werden die Akkus geladen, mit denen der Husarentempel bei Nacht beleuchtet wird.

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Lage

Der Husarentempel befindet sich in der Nähe von Wien im Wienerwald und gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Bundesland Niederösterreich und zur Gemeinde Mödling. Er steht auf einem nördlichen Ausläufer des Anninger und ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer:innen, Wander:innen und Läufer:innen. Vom Husarenturm aus hat man einen Blick auf die Burg Liechtenstein, auf Wien und auf den Aquädukt Mödling.

Husarentempel in Mödling
© News.at Ausblick ins Föhrengebirge in Mödling

Wenn man sich vom Husarentempel ungefähr 300 m in den Nordwesten bewegt, findet man das Phönixkreuz, das sogar mit einem Gipfelbuch ausgestattet ist. Überreste von Ziegeln und Steinen verweisen auf das Bauwerk, das dort errichtet werden sollte. Der Architekt Joseph Hardtmuth hatte an dieser Stelle die Trajanischen Säule errichten wollen. Leider stürzte diese zusammen, bevor sie fertiggestellt werden konnte. Danach wurde an dieser Stelle eine künstliche Ruine errichtet, die man das „zerstörte Troja“ oder „Phönixburg“ nannte. Einer Legende zufolge soll hier Burg Pfennigstein gestanden haben, das von einem Forstadjunkt der Babenberger bewohnt sein sollte.

In der Nähe des Husarentempels finden sich einige sehenswerte Ruinen, die einst Bauten von Joseph Hardmuth waren und bei einer Wanderung erkundet werden können:

  • Schwarzer Turm
  • Augengläser
  • Amphietheater
  • Pfefferbüchsl

Husarentempel: Anfahrt

Eine direkte Anfahrt zum Husarentempel ist nicht möglich. Der Husarentempel kann lediglich zu Fuß erreicht werden. Es gibt unzählige Wanderwege, die zum Husarentempel führen. Ein guter Startpunkt ist die Gemeinde Mödling.

Nach Mödling kommt man mit dem Auto, wenn von der A2 Südautobahn bei Mödling SCS oder Wr. Neudorf abfährt und dann den Hinweisschildern nach Mödling folgt. Kommt man von der Westautobahn, muss man beim Knoten Steinhäusl auf die Wiener A21 wechseln und Richtung Hinterbrühl ausfahren. Nachdem man die Ausfahrt Hinterbrühl genommen hat, kann man sich an den Schildern Richtung Mödling orientieren. Von Wien aus kann man die B12 und die B17 nutzen, um nach Mödling zu kommen.

Der Bahnhof in Mödling wird von S-Bahnen und Regionalzügen angefahren. Normalerweise halten Schnell- und Fernzüge nicht in Mödling. Man kann mit dem Schnell- und Fernverkehr den Hauptbahnhof in Wien und den Bahnhof Wien Meidling erreichen und von dort aus in den Regionalverkehr Richtung Meidling umsteigen. Von Wien aus fahren in der Regel alle zehn Minuten Regionalzüge und S-Bahnen nach Mödling. Die Fahrtdauer beträgt dabei 25 bis 35 Minuten.

Vom Bahnhof aus bewegt man sich zu Fuß Richtung Westen zum Anninger. Der Weg dahin wird auf einer Wanderkarte, die am Bahnhof Meidling eingesehen werden kann beschrieben. Zudem gibt es unzählige Hinweisschilder. Am besten Nutzt man in diesem Fall ein Navigationssystem. Vom Bahnhof aus sind es ungefähr vier Kilometer Fußweg.

Parken

Direkt am Bahnhof in Mödling steht eine P&R-Anlage mit zwei Geschossen und 628 Stellplätzen für PKWs bereit, die mit einem gültigen Fahrschein kostenlos genutzt werden können. Das bedeutet, man kann einen günstigen Fahrschein für 2,40 Euro lösen und mit diesem die P&R-Anlage benutzen. Die Anlage bietet auch Stellplätze für Mopeds, Mofas und Motor- und Fahrräder.

Einkehrmöglichkeiten

Sehr empfehlenswert zum Einkehren, nach einer Wanderung zum Husarentempel, ist das Waldgasthaus Bockerl. Es liegt am Fuße des Anningers an einem ruhigen Platz am Rande des Wiener Waldes. Das Gasthaus bietet seinen Gästen eine urige Atmosphäre, mehrere gemütliche Stuben, einen Gastgarten und einen Felsengarten. Traditionelle Hausmannskost und saisonale Speisen werden täglich von 10 bis 23 Uhr zubereitet. Montag ist Ruhetag.

Husarentempel: Erfahrungsberichte

Sternebewertung bei Google: 4,7

In den Rezensionen zum Husarentempel werden vor allem die Aussicht und die Wanderwege, die zum Husarentempel führen hervorgehoben. Negative Bewertungen beziehen sich oft darauf, dass der Husarentempel nur zu Fuß zu erreichen ist, weswegen dieser für Kinder, ältere Menschen und mobilitätseingeschränkte Menschen nur erschwert oder gar nicht zugänglich ist. Kritisiert werden auch oft die fehlenden sanitären Einrichtungen und die fehlende Gastronomie.