Herbert Prohaska: Die Legende unter den TV-Analytikern

Herbert Prohaska ist seit über 20 Jahren als Fußball-Analytiker in der ORF-Sportredaktion tätig. Zuvor wurde er schon als Spieler und Trainer zur Legende. Was treibt "Schneckerl" an und welchen Anteil hat die Familie an seinem Erfolg?

von Herbert Prohaska © Bild: Elke Mayr

Steckbrief Herbert Prohaska

  • Name: Herbert Prohaska
  • Spitzname: Schneckerl
  • Geboren am: 8. August 1955 in Wien
  • Wohnt in: Klosterneuburg, NÖ
  • Ausbildung: ausgelernter Automechaniker
  • Beruf: Fußball-Analytiker im ORF; früher Profifußballer (Austria Wien, Inter Mailand, AS Rom) und Trainer (Austria Wien und ÖFB-Nationalteam)
  • Familienstand: seit Dezember 1974 verheiratet mit Elisabeth Prohaska
  • Kinder: 2 Töchter - Barbara (*1979) und Birgit (*1982)
  • Enkelkinder: 2 Enkeltöchter, 2 Enkelsöhne

Eigentlich hatte Herbert Prohaska nicht geplant, TV-Analytiker zu werden. Seine 3. Karriere ist ihm vor nunmehr über 20 Jahren "passiert". Bereut hat der ehemalige Fußballer und Trainer den Schritt jedoch nie, wie er gegenüber News.at versichert. Natürlich sei der Job als Trainer ungleich lukrativer gewesen, als Analytiker genieße er jedoch einen wesentlich angenehmeren Lebensstil. "Trainer sein zehrt sehr an den Nerven. Was mich immer gestört hat: Der Trainer wird nur an den Resultaten bewertet. Du kannst heute ein guter Trainer sein, aber wenn deine Mannschaft keine Matches gewinnt, bist du in den Augen der Medien und Anhänger kein guter Trainer", bringt es Herbert Prohaska auf den Punkt.

So wurde Herbert Prohaska ORF-Analytiker

Womit wir auch schon bei Herbert Prohaskas Beginn beim ORF wären. Im April 2000 wurde er von Frank Stronach als Trainer der Wiener Austria entlassen. Kurz darauf kam die Anfrage des TV-Senders, ob er sich vorstellen könnte, während der Fußball-Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden im Sommer 2000 als Analytiker zu fungieren. Prohaska, der damals 11 Jahre lang Trainer gewesen war, gefiel die Aussicht auf eine Pause vom stressigen Job und willigte ein. Nach der Euro bot der ORF ihm an, die Tätigkeit als Experte fortzuführen. Herbert Prohaska machte weiter - damals jedoch unter der Voraussetzung, den Job jederzeit beenden zu können, sollte er ein Angebot als Trainer erhalten.

Herbert Prohaska
© Elke Mayr Herbert Prohaska beim News.at-Fotoshooting am Fußballplatz im Happyland Klosterneuburg
»Im Moment macht es mir - und das ist keine Floskel - wirklich Spaß wie am ersten Tag«

Angebote erhielt Herbert in den kommenden Monaten zwar einige, einig wurde er sich mit den Vereinen aus unterschiedlichen Gründen jedoch nie. Schließlich traf er die Entscheidung, fix beim ORF zu bleiben und seine Karriere als Trainer zu beenden, es sei denn, er würde ein Top-Angebot aus dem Ausland erhalten. Ein solches kam nicht, weshalb Herbert Prohaska inzwischen einer der Längstdienenden in der ORF-Sportredaktion ist. Seit über 20 Jahren bereichert er unzählige Ländermatches sowie Spiele aus Champions League, Europa League, Bundesliga oder ÖFB-Cup mit seinen Analysen.

Keine Lust auf baldige Pension

Ein baldiges Ende seiner Tätigkeit als ORF-Analytiker ist nicht in Sicht. "Im richtigen Leben bin ich eh schon in Pension", meint Herbert Prohaska, der das 65. Lebensjahr bereits überschritten hat. Solange er nicht "senil" werde, wolle er gerne noch einige Jahre weitermachen, versichert er schmunzelnd. Die Weltmeisterschaft in Katar, für die sich das ÖFB-Team leider nicht qualifiziert hat, sowie die anschließende Europameisterschaft möchte Prohaska "auf alle Fälle noch machen", denn: "Im Moment macht es mir - und das ist keine Floskel - wirklich Spaß wie am ersten Tag." Die Tätigkeit als TV-Experte sei "keine Arbeit oder Verpflichtung, die ich eingegangen bin", im Gegenteil: "Es macht mir Spaß und ich fahre nicht hin, um Geld zu verdienen."

Herbert Prohaska
© Elke Mayr Seit über 20 Jahren arbeitet Herbert Prohaska als Fußball-Analytiker beim ORF

Herbert Prohaska, "einer von uns"

Eine der vielen Eigenschaften, die Herbert Prohaska zum Sympathieträger machen, ist wohl seine Bodenständigkeit. Österreichs Jahrhundertfußballer ist der Erfolg niemals zu Kopf gestiegen. Beim ORF plaudert er abseits der Kameras nicht nur mit seinem kongenialen Moderationspartner Rainer Pariasek, mit dem er auch privat gut befreundet ist, sondern auch jenen, die von anderen kaum beachtet werden. "Ich will mich jetzt nicht unter ein gutes Licht stellen, aber mir ist der Kabelträger genauso wichtig wie der Moderator, der neben mir sitzt. Ich mag den Menschen und nicht den Beruf, den er hat", erklärt er im Gespräch mit News.at.

Auch im Privatleben kennt Herbert Prohaska keinerlei Berührungsängste. "Ich glaube, dass ich nie jemandem ein Selfie oder ein Autogramm verweigert habe", meint er. Sicherlich sei es "nicht so leiwand, wenn du beim Essen sitzt und jemand fotografiert dich, ohne zu fragen", dies sei aber ohnehin fast nie der Fall. Weitaus öfter kommt es vor, dass Herbert Prohaska Menschen begegnet, die ihm am helllichten Tag "Grüß Sie, Herr Prohaska - und gute Nacht" zurufen. Dies liegt an seiner inzwischen legendär gewordenen Verabschiedung im ORF. Diese entstand übrigens aus reiner Höflichkeit, da es Prohaska in seiner Anfangszeit als Analytiker als unfreundlich empfand, wenn der Moderator sich beim Publikum verabschiedete, während er nur stumm daneben saß.

Schneckerl - Kindheit in Simmering

Geboren wurde Herbert Prohaska am 8. August 1955 in Wien. Er wuchs mit seinen Eltern in einem Gemeindebau in der Simmeringer Hasenleitengasse auf. Die Wohnung gehörte dem Großvater, der ebenfalls dort wohnte, und hatte nur zwei Zimmer. Bis zu seinem 12. Lebensjahr schlief Herbert Prohaska zusammen mit seinen Eltern in deren Ehebett. "An ein Geschwisterl war unter diesen Umständen nicht zu denken. Ich blieb ein Einzelkind", schreibt der einstige Star-Kicker in seiner im Jahr 2005 erschienenen Biografie.

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Herbert Prohaska als Kind
© Privat Herbert Prohaska als Bub in der Krachledernen - bei diesem Bild wird deutlich, woher sein späterer Spitzname "Schneckerl" kommt.

Herbert Prohaskas Vater Alfred arbeitete als Hilfsarbeiter, seine Mutter Leopoldine war zuerst Spinnerin, später Bedienerin. Tagsüber passte der Großvater auf den kleinen "Berti", wie Prohaska als Kind und Jugendlicher genannt wurde, auf.

»In Urlaub wollte ich eh nie fahren, ich wollte in meinen Sommerferien nur zwei Monate lang jeden Tag im Käfig Fußball spielen«

"Ich weiß, wo ich herkomme. Mir war immer ganz, ganz wichtig, genau das nie zu vergessen", meint Herbert Prohaska im Gespräch mit News.at. "Wir haben zumindest immer Essen, Trinken und Gewand gehabt. Sonst hatten wir nichts", erinnert er sich an seine "arme, aber absolut glückliche Kindheit" in "Klein-Chicago", wie die Hasenleiten, eine berüchtigte Gegend im 11. Wiener Gemeindebezirk, damals genannt wurde. An Urlaube sei nicht zu denken gewesen, "aber in Urlaub wollte ich eh nie fahren, ich wollte in meinen Sommerferien nur zwei Monate lang jeden Tag im Käfig Fußball spielen".

Herbert Prohaska als Kind mit seiner Mutter
© Privat Herbert Prohaska mit seiner Mutter Leopoldine

Herbert Prohaska war laut eigener Aussage ein "mittelmäßiger Schüler", bis heute sei er seinen Eltern dankbar, dass er von ihnen nie unter Druck gesetzt wurde. Da sich die Frage nach einer höheren Ausbildung schon allein aus finanziellen Gründen nicht stellte, begann er nach der Hauptschule eine Mechanikerlehre. Dies tat er den Eltern zuliebe, da diese Angst vor dem Gerede der Nachbarn hatten, wenn "der Bua nix lernt".

Der Traum vom Fußballprofi

Der "Bua" wusste allerdings schon vor Beginn seiner Lehre, dass er Profifußballer werden möchte. Er beendete zwar wie versprochen die Ausbildung, am Tag seiner Gesellenprüfung kündigte Herbert Prohaska jedoch in der Werkstatt. Könnte er heute noch ein Auto reparieren? "Nein, da kriegst du dann eher eine gut gehende Waschmaschine zurück", scherzt der gelernte Mechaniker, der zu bedenken gibt, dass jene Vehikel, mit denen er einst zu tun hatte, inzwischen wohl in diversen Museen stehen würden.

Herbert Prohaska mit seinem Vater
© Privat Herbert Prohaska mit seinem Vater Alfred

Als Herbert Prohaska seine dreijährige Lehre mit der Gesellenprüfung abschloss, spielte er bereits seit eineinhalb Jahren bei Austria Wien. Als er von Ostbahn XI zum Bundesliga-Klub wechselte, war ihm klar: "Wenn ich jetzt nicht dumm bin, dann schaffe ich es als Profifußballer."

Und ob er es schaffte: Mit der Austria wurde er in den kommenden acht Jahren vierfacher Meister und dreifacher Cupsieger, später wechselte Herberte Prohaska, der insgesamt 84 Mal die Dress der österreichischen Nationalmannschaft trug, nach Italien und kickte bei Inter Mailand und AS Roma.

Herbert Prohaska im Dress der österreichischen Nationalmannschaft
© imago images/WEREK Herbert Prohaska im Dress der österreichischen Nationalmannschaft

Nach drei Jahren in Italien kehrte Herbert Prohaska zur Wiener Austria zurück und holte mit dem Klub drei Jahre in Folge den Meistertitel. Im Jahr 1989 beendete der gebürtige Simmeringer seine aktive Karriere, kehrte jedoch bereits ein Jahr später als Trainer der Austria ins Fußballgeschäft zurück. 1993 wurde Herbert Prohaska zum Teamchef und führte die Nationalmannschaft 1998 zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Frankreich.

Herbert Prohaskas größte Niederlage

Ein Jahr später kassierte Herbert Prohaska die bitterste Niederlage seiner Karriere. Das ÖFB-Team ging mit einem 0:9 gegen Spanien unter. Seine Familie sei damals auf Kurzurlaub in Rom gewesen und wurde beim Abendessen vom Chef des Hauses regelmäßig über den Spielstand informiert, erinnert sich der ORF-Analytiker. "Bei 7:0 haben die schon alle zum Weinen angefangen", erzählt er. "Ich selbst hätte am liebsten schon bei 5:0 geweint und wusste in der Pause, dass es das war mit meinem Job als Teamchef", so Prohaska.

Im Nachhinein gesehen sei die Niederlage eine wichtige Erfahrung für ihn gewesen, meint Herbert Prohaska heute. Das Team und er hätten sich damals in einem Hoch befunden und er habe den Fehler gemacht, zu denken, man könnte aus Spanien Punkte mitnehmen. Stattdessen musste er erkennen, "dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen und du wieder auf der Erde angekommen bist, wieder von vorne anfangen und etwas Positives zusammenbringen musst".

»Ich habe als Trainer vielleicht zu wenig Erfolg gehabt«
Herbert Prohaska
© Elke Mayr Herbert Prohaska auf der Tribüne

Daran, dass der "Kegelabend von Valencia" alljährlich mindestens einmal thematisiert wird, hat sich der ehemalige ÖFB-Teamchef längst gewöhnt. Er meint dazu: "Ich habe als Trainer vielleicht zu wenig Erfolg gehabt, denn zum Beispiel der große Ernst Happel hat mit dem FC Tirol 9:1 verloren. Auch in Spanien, gegen Real Madrid. Das ist nach wenigen Wochen nie mehr erschienen."

Herbert Prohaska über ...

... sein Lieblingsbuch
"Mein Vater hat das Buch 'Ich bin Pelé' nach Hause gebracht. Als ich es gelesen habe, dachte ich mir: 'Jössas, der ist ja noch ärmer aufgewachsen als ich und ist so ein großer Fußballer geworden! Das schaffe ich auch.'"

... das Buch, das er zuletzt gelesen hat
"Seit der Pandemie lese ich so viel wie nie zuvor. Aktuell ist es 'Eine Zelle für Clete' von James Lee Burke. Krimis und Thriller, die in Amerika spielen, sind mir am liebsten - für schwere Kost habe ich nicht die Geduld. Für ein Buch brauche ich maximal eine Woche."

... seine Lieblingsserie
"Die wechselt bei mir immer, eine Zeit lang war es 'Blue Bloods' mit Tom Selleck, ich hoffe, dass sie noch eine Staffel drehen. Gerne schaue ich auch 'Chicago P.D.', wenn es im Fernsehen ist. Netflix, Youtube oder so habe ich nicht - ich sag immer, ich bin eigentlich noch aus der Steinzeit."

... seine Lieblingssänger
"Ich war in meiner Jugend ein großer Fan von Wolfgang Ambros, mit dem ich heute befreundet bin. In Italien ist mein absoluter Favorit Antonello Venditti, mit dem ich auch befreundet bin. Zucchero mag ich auch sehr gerne."

... seine Lieblingsspeise
"Ich bin eigentlich zu 99 Prozent ein Fast-alles-Esser. Am meisten esse ich Fisch und die berühmte italienische Pasta. Aber natürlich muss es gut sein, keine Frage."

Herbert Prohaska
© Elke Mayr Herbert Prohaska am Sportplatz in Klosterneuburg

Herbert Prohaska und seine Elisabeth

Privat läuft es bei Herbert Prohaska ohne Niederlagen ab. Seine heutige Ehefrau Elisabeth lernte er im Frühjahr 1972 in einem seiner damaligen Lieblingslokale, dem "Tiffany" am Ring, kennen. Als 16-jähriger Mechanikerlehrling konnte er sich dort gerade mal ein Glas Cola leisten, an dem er die ganze Nacht lang nippte. Er sei auf einem Barhocker gesessen, als ihn die zwei Jahre ältere Elisabeth Bublak, die er vom Sehen her kannte, ansprach, erinnert sich Herbert Prohaska in seiner Biografie. "Sie bat mich, ihr ein Stück von meinem mühsam erkämpften Hocker abzugeben. Etwas widerwillig gab ich nach. Im Laufe der Nacht kamen wir ins Gespräch, tanzten, verabredeten uns und wurden einige Zeit später ein Paar", schreibt Herbert Prohaska.

Was der Fußballer sofort an seiner Elisabeth schätzte: Sie hatte einerseits im Gegensatz zu früheren Bekanntschaften keine Aversion gegen den Sport und sich andererseits garantiert nicht aufgrund des Ruhmes für den Ostbahn-XI-Kicker entschieden, da seine große Karriere damals gerade erst in den Startlöchern stand.

»Schon mit 19 war mir klar, dass ich nur mit dieser Frau alt werden wollte«
Das Hochzeitsfoto von Herbert Prohaska und seiner Elisabeth
© Privat Elisabeth Bublak und Herbert Prohaska heirateten im Dezember 1974.

Nach zweijähriger Beziehung folgte ein Heiratsantrag. "Wie, wann, wo? Ich könnte es nicht sagen. Mein Gefühl sagt mir, dass meine Frau den ersten Schritt wagte. Meine Antwort war Formsache. Schon mit 19 war mir klar, dass ich nur mit dieser Frau alt werden wollte", erinnert sich Herbert Prohaska in seiner Biografie. Die standesamtliche Trauung fand an einem Montagvormittag in Favoriten statt, die kirchliche Zeremonie einen Tag später in der Hofburgkapelle. Der ungewöhnliche Hochzeitstermin war der Fußball-Meisterschaft geschuldet, denn Herbert Prohaska spielte damals bereits als Profi bei Austria Wien. Auch für Flitterwochen blieb keine Zeit.

Herbert Prohaska, der Familienmensch

Herbert Prohaska ist ein absoluter Familienmensch. "Ich wäre nirgendwohin gegangen ohne meine Familie. Weil Geld kann das nicht aufwiegen, meine Familie ist mein Leben", meint der Ex-Kicker im Gespräch mit News.at. Als er von Austria Wien nach Italien wechselte, sei eine Bedingung gewesen, dass seine Ehefrau Elisabeth und die damals einjährige Tochter Barbara mitkommen. Eine Fernbeziehung wäre für ihn nie in Frage gekommen.

»Meine Schwiegermutter ist eine absolute Perle. Wir können ihr das gar nicht zurückgeben, was sie uns alles Gutes getan hat«

Als sich Elisabeth Prohaska zu Beginn in Mailand einsam fühlte, wurde kurzerhand die Schwiegermutter nachgeholt. Dies sollte zu einem Dauerzustand werden, denn die inzwischen über 90-jährige Dame lebt noch immer bei den Prohaskas. "Meine Schwiegermutter ist eine absolute Perle. Wir können ihr das gar nicht zurückgeben, was sie uns alles Gutes getan hat", schwärmt Herbert Prohaska. Der Mär vom Schwiegermonster kann er persönlich absolut nichts abgewinnen, liebevoll spricht er in seiner Biografie aus dem Jahr 2005 von seinem "Viermäderlhaus", womit seine Frau Elisabeth, die beiden Töchter Barbara und Birgit sowie seine Schwiegermutter Susi gemeint sind.

Herbert Prohaska mit Ehefrau und Tochter in Rom
© Privat Elisabeth und Herbert Prohaska mit Töchterchen Barbara vor dem Kolosseum in Rom
»Wenn es im Monat vier Sonntage gibt, dann sind wir mindestens an drei dieser Sonntage alle zusammen«

Inzwischen ist die Familie deutlich gewachsen. Herbert Prohaska ist vierfacher Großvater, beide Töchter haben jeweils einen Sohn und eine Tochter. Sowohl Barbara als auch Birgit wohnen mit ihren Familien in der Nähe der Eltern. Der Zusammenhalt ist groß. "Wenn es im Monat vier Sonntage gibt, dann sind wir mindestens an drei dieser Sonntage alle zusammen", verrät Herbert Prohaska. Entweder treffe sich die gesamte Familie in Klosterneuburg oder bei einer der Töchter zum Essen, manchmal gehe es auch zusammen ins Restaurant. "Dann kommen noch die drei Hunde meiner Töchter dazu - also bei uns geht es dann ein bisschen zu wie in Neapel", lacht der Jahrhundertfußballer.

Herbert Prohaska mit seiner Ehefrau Elisabeth
© imago images / K.Piles Ein eingespieltes Team: Herbert und Elisabeth Prohaska bei der Romy-Gala im Jahr 2019

Herbert Prohaska, der Tierliebhaber

Die Prohaskas selbst haben keine Hunde mehr. Früher hatte man Riesenschnauzer, doch inzwischen sei die Zeit zu knapp, um den Tieren gerecht zu werden. Ein weiterer Punkt, bei dem die Schwiegermutter eine wichtige Rolle spielte. "Die Hunde haben eigentlich eh nur der Schwiegermutter gefolgt. Von mir haben sie sich nur füttern lassen", lacht Herbert Prohaska. Wenn er heute an seine Hunde zurückdenkt, schwingt auch Wehmut mit. Als er beim Einschläfern dabei war, habe er gewusst, dass ihm kein Hund mehr ins Haus komme, denn "das ist, wie wenn ein Kind von dir stirbt".

Neben Hunden zählen Pferde zu Herbert Prohaskas absoluten Lieblingstieren. Rund elf Jahre lang hatte er zusammen mit Freunden Traberpferde in der Kriau. "Das war ein Hobby von mir", meint er, ohne zu erwähnen, dass er von seinen insgesamt 36 Rennen im Sulky nicht weniger als elf gewann.

Herbert Prohaska
© Elke Mayr Herbert Prohaska geht als Optimist durchs Leben.

Was motiviert Herbert Prohaska?

Was treibt Herbert Prohaska, der sowohl als Fußballer als auch als Trainer viel erreicht hat, tagtäglich an? Was motiviert ihn? "Trotz aller Probleme auf dieser Welt ist das Leben ganz einfach schön", meint er. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen, der Krieg in der Ukraine - all dies geht auch an Herbert Prohaska nicht spurlos vorüber, dennoch versuche er, sich immer auf das Positive zu besinnen. "Ich bin von Glück gesegnet, weil wir eine super intakte Familie haben. Wenn ich meine Töchter, meine Enkel und meine Schwiegersöhne treffe, dann geht mir ganz einfach das Herz auf", sagt der ORF-Analytiker, der weiß, welch Privileg dies ist.

»Glaubt's mir Kinder, die Probleme, die wir in Österreich haben, die möchten viele, viele Länder auf der Welt haben«

Auch betreffend der Corona-Pandemie gibt sich Herbert Prohaska optimistisch. Der TV-Analytiker hatte ordentlich damit zu kämpfen, dass Fußballspiele lange Zeit ohne Publikum ausgetragen werden mussten. Für den Fußball-Enthusiasten verlor der Sport damit eine gewichtige Komponente. Für Demonstranten, die sich gegen Corona-Maßnahmen auflehnen und dabei oftmals respektlos gegenüber der Polizei agieren, hat er kein Verständnis. "Ich sage immer: 'Glaubt's mir Kinder, die Probleme, die wir in Österreich haben, die möchten viele, viele Länder auf der Welt haben.' Wir beschweren uns eigentlich über Dinge, die lächerlich sind." Dem ist nichts hinzuzufügen.