Alina Zellhofer: Sportmoderatorin aus Leidenschaft

Als Tochter eines ehemaligen Fußballers und Trainers wurde Alina Zellhofer das Interesse am Sport quasi in die Wiege gelegt. Seit nunmehr zehn Jahren steht sie in der ORF-Sportredaktion ihre Frau und beweist, dass sie weit mehr ist, als die "Tochter von...".

von Alina Zellhofer © Bild: Elke Mayr

Steckbrief Alina Zellhofer

  • Name: Alina Zellhofer
  • Geboren: am 31. März 1987 in Linz
  • Wohnt in: Wien
  • Ausbildung: Studium Journalismus und Medienmanagement an der FH Wien
  • Beruf: Sportmoderatorin und Journalistin beim ORF

Zehn Jahre ist es inzwischen her, dass Alina Zellhofers großer Traum in Erfüllung ging. Sie könne sich noch sehr gut an jenen Tag im April 2012 erinnern, als ihre Fixanstellung in der ORF-Sportredaktion begann, meint sie im Gespräch mit News.at. "Das war endlich der Moment, in dem es mit dem Job und der Aufgabenstellung geklappt hat, die ich mir schon sehr lange davor gewünscht habe", erinnert sich Alina Zellhofer.

Alina Zellhofers Beginn beim ORF

Jener Tag im April 2012 bedeute für Alina Zellhofer eine Art "Heimkommen". Bereits während des Studiums absolvierte sie ihr Pflichtpraktikum in der Sportredaktion des ORF, ihre Diplomarbeit schrieb sie über die Sportberichterstattung des Senders. "Es war immer schon mein Wunsch, in der Sportredaktion zu arbeiten", sagt Alina Zellhofer.

»Es war immer schon mein Wunsch, in der Sportredaktion zu arbeiten«

Nach dem Studium begann sie als freie Mitarbeiterin beim ORF-Sport, nach kurzer Zeit bot sich jedoch die Möglichkeit einer Karenzvertretung im Landesstudio Oberösterreich. Die gebürtige Linzerin ergriff die Gelegenheit beim Schopf und zog für zwei Jahre zurück in die Stahlstadt. "Ich konnte hier innerhalb von kürzester Zeit sehr viel Praxis sammeln. Das war eine sehr gute Schule und seine sehr gute Vorbereitung, im aktuellen Dienst zu arbeiten". Sie habe hauptsächlich beim Radio gearbeitet und die Chance genutzt, sich "möglichst früh auf breite Beine zu stellen".

Alina Zellhofer
© Elke Mayr Alina Zellhofer wusste schon früh, in welche Richtung es karrieretechnisch gehen soll.

Auch in der ORF-Sportredaktion sind Alina Zellhofers Aufgaben vielfältig. Da sie nicht nur als Moderatorin arbeite, sondern auch als Redakteurin Geschichten gestalte, sei ihr Aufgabengebiet total unterschiedlich, so die Wahl-Wienerin.

Die Arbeit beim ORF-Sport

Wie darf man sich einen gewöhnlichen Arbeitstag in der ORF-Sportredaktion vorstellen? Eines vorweg: Es gibt keinen durchschnittlichen Tag, meint Alina Zellhofer, die aber genau das an ihrem Job so sehr schätzt. Findet ihr Arbeitstag im ORF-Zentrum statt, dauert er zumeist von 12.00 bis 20.30 Uhr. Vor allem im Winter ist die Moderatorin aber auch oft im Ski- und Snowboard-Zirkus unterwegs. Fußball, Skifahren, Snowboarden - hat die vielseitige Journalisten eine favorisierte Sportart, über die sie berichtet? "Mir gefällt die Vielfalt, das Abwechslungsreiche, dass es immer so viele Spielwiesen gibt, auf denen wir uns austoben können, und mir taugt total, dass es sich so abwechselt", bringt es Alina Zellhofer auf den Punkt.

»Dass man immer wieder aus der Komfortzone gelockt wird und etwas Neues ausprobiert, ist das Coole an der Arbeit«
Alina Zellhofer
© Elke Mayr Alina Zellhofer im ORF-Studio

Was war die bisher größte Herausforderung ihres Berufslebens? "Ich habe das Gefühl, die wachsen mit mir mit und kommen immer wieder", meint Alina Zellhofer. Bisher habe jeder Entwicklungsschritt eine neue Herausforderung mit sich gebracht. Vor allem Sprünge ins Ungewisse genießt die Sportreporterin. Bei den Olympischen Spielen in Peking kommentierte sie etwa spontan die Freestyle-Bewerbe, obwohl sie die Tätigkeit als Kommentatorin zuvor für sich stets ausgeschlossen hatte. "Dass man immer wieder aus der Komfortzone gelockt wird und etwas Neues ausprobiert, ist das Coole an der Arbeit", meint sie.

So schöpft Alina Zellhofer Kraft

Da ihr Arbeitstag oftmals erst mittags beginnt, ist der Vormittag meist für sportliche Aktivitäten, Besorgungen oder den Haushalt reserviert. Alina Zellhofers Ausgleich zum stressigen Berufsalltag ist das Laufen. Sie ist eine Morgensportlerin, gleich nach dem Aufstehen zieht es sie ins Freie. "Natur, frische Luft, Bewegung draußen - wenn ich das nicht habe, werde ich ziemlich unrund", sagt die Sportjournalistin.

Als speziellen Kraftort bezeichnet Alina Zellhofer Schönbrunn. Sowohl zum Laufen als auch zum Spazierengehen oder Abschalten zieht es die ORF-Mitarbeiterin immer wieder in den Schlosspark. Während Corona habe man es zwar nicht ganz so gespürt, aber sie empfinde es als großes Privileg, täglich dort laufen gehen zu können, wo andere Urlaub machen.

Alina Zellhofers Kindheit & Jugend

Geboren und aufgewachsen ist Alina Zellhofer in Linz. Sie wurde am 31. März 1987 als erstes Kind von Hilde und Georg Zellhofer in Linz geboren. Ihr Vater ist wohl jedem Sportfan ein Begriff, er war sowohl als Fußballprofi als auch als Trainer aktiv.

Alina Zellhofer als Kind
© privat Schon als Achtjährige hat Alina Zellhofer den ORF-Sendewagen unter die Lupe genommen.

Auch Alinas sieben Jahre jüngerer Bruder Alexander Zellhofer ist im Fußball aktiv. Nachdem er seine Spielerkarriere verletzungsbedingt früh beenden musste, ist er seit Juni 2021 Trainer des Wiener Traditionsvereins Vienna.

Fundierte Ausbildung als oberste Priorität

Schule und Ausbildung sei in ihrer Familie "ein ganz wichtiges Thema" gewesen, erinnert sich Alina Zellhofer, die sich selbst als gute Schülerin bezeichnet. Eine fundierte Ausbildung zu haben, hätte "oberste Priorität" gehabt, da seien ihre Eltern "schon sehr dahinter" gewesen. Sofern es in der Schule gut lief, sei aber auch das Privatvergnügen nicht zu kurz gekommen, meint die ORF-Journalistin.

»Schüchtern war ich nie«

Wie darf man sich die Schülern Alina Zellhofer vorstellen? "Also schüchtern war ich nie", meint sie lachend. Im Gegenteil, sie habe schon immer den "Drang auf die Bühne" gehabt. Sie spielte lange Zeit Klavier, war in diversen Tanz- und Schauspiel-AGs sowie im Chor aktiv und liebte alles, wobei sie ihre Kreativität unter Beweis stellen konnte. "Diesen Drang auf die Bühne und des persönlichen Ausdrucks lebe ich jetzt in der Sportberichterstattung aus", meint Alina Zellhofer.

Alina Zellhofer
© Elke Mayr Alina Zellhofer im Studio

Georg Zellhofer, der Promi-Papa

Mit ihrem Vater Georg Zellhofer verbrachte sie während ihrer Kindheit viele Nachmittage auf dem Fußballplatz. "In meinen Teenagerjahren hat es gewisse Erfolge bei ihm gegeben, da ist auch die Medienlandschaft auf ihn aufmerksam geworden", erinnert sich die Sportmoderatorin. Es sei eine "emotionale Zeit" gewesen und alles "so hautnah erste Reihe fußfrei mitzuerleben, war mit Sicherheit ein Punkt, wo der Begeisterungsfunke übergesprungen ist". Damals regte sich bei ihr das Interesse an der Kombination aus Sport und Medien und die Idee, sich später beruflich damit zu beschäftigen, wurde immer konkreter.

»Es ist Fluch und Segen gleichzeitig«

Einen prominenten Vater zu haben, sei "Fluch und Segen gleichzeitig" gewesen, meint Alina Zellhofer heute. Einerseits habe es ihr, wie sie offen zugibt, Dinge erleichtert, da sie in der Branche aufwuchs und die Möglichkeit hatte, Kontakte zu knüpfen und diese anzuzapfen, um in den Bereich "hineinzuschnuppern". Andererseits sei sie mit dem Vorurteil konfrontiert gewesen, sie sei "hinein protegiert" worden. Sie habe daher oftmals das Gefühl gehabt, sich "doppelt und dreifach beweisen" zu müssen, um zu zeigen, dass sie nicht aufgrund ihres Nachnamens dort ist, wo sie ist. Immerhin habe sie eine universitäre Ausbildung und nicht von heute auf morgen gesagt: "Da bin ich!", meint Alina Zellhofer.

Alina Zellhofer
© Elke Mayr Alina Zellhofer auf der Terrasse des ORF-Cafés

Alina Zellhofer privat

"Die private Alina ist schon oft ein bisschen lockerer und lustiger", meint Alina Zellhofer. Man kann es sich vorstellen, denn während die Moderatorin im Fernsehen durch ihr sachliches Auftreten besticht und perfektes Hochdeutsch spricht, plaudert sie während unseres Gesprächs frei von der Leber weg in breitem oberösterreichischen Dialekt.

»Die private Alina ist schon oft ein bisschen lockerer und lustiger«

Sie werde von ihrem Umfeld immer wieder darauf hingewiesen, dass sie im Privaten "wesentlich schlagfertiger" sei als auf Sendung, verrät Alina Zellhofer. "Die berufliche Alina ist viel straighter und geradliniger", meint sie. Neben Analysten wie Herbert Prohaska oder Roman Mählich, die mit einer großen Portion Schmäh gesegnet sind, versucht die Moderatorin möglichst sachlich und professionell zu bleiben. "Wenn ich neben denen auch noch anfange, Witze zu erzählen, wird es schwierig", sagt Alina Zellhofer lachend.

Alina Zellhofer mit ihren Eltern und ihrem Bruder
© Martin Steiger Alina Zellhofer mit ihren Eltern und ihrem Bruder auf der Bruno Gala, die sie im Herbst 2021 für den ORF moderierte

Alina Zellhofer über ...

... ihr Lieblingsbuch
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist "Die schönen Dinge siehst du nur, wenn du langsam gehst". Das ist ein lebensphilosophisches Nachschlagewerk, das ich immer bei mir habe.

... das Buch, das sie zuletzt gelesen hat
Ich bin in letzter Zeit nicht allzu viel zum Lesen gekommen. Das letzte Buch, das ich im Urlaub gelesen habe war "Unter der Drachenwand" von Arno Geiger.

... ihre Lieblingsserie(n)
Auf Netflix warte ich gerade auf den nächsten Teil von "Lupin" und aktuell schaue ich mir gerade "The Last Dance" über Michael Jordan und seine Karriere in der NBA an.

... ihre Lieblingsmusik
Ich höre sehr gerne die Foo Fighters. Den Song "Best of you" mag ich sehr gerne, der motiviert mich immer, das ist ein Fixstarter auf der Playlist.

... ihre Lieblingsspeise
Italienische Küche in all ihren Facetten.

Alina Zellhofer über Freundschaften

Freundschaften sind Alina Zellhofer sehr wichtig. Mit ihren drei engsten Freundinnen geht sie bereits seit der gemeinsamen Zeit am Gymnasium durch dick und dünn. Auch wenn sich die Frauen in der Zwischenzeit in unterschiedliche Richtungen entwickelt haben, sei die Verbundenheit noch immer genauso eng wie früher. "Diese Vierer-Clique ist nach wie vor einer meiner wichtigsten Bezugspunkte", meint Alina Zellhofer. "Die einen sind in Oberösterreich, die anderen in Tirol. Die einen haben geheiratet, die anderen haben Kinder gekriegt, die anderen Karriere gemacht. Also es ist total unterschiedlich, aber wenn wir zusammenkommen, ist es immer noch so, wie es früher war", freut sie sich.

Auch innerhalb der Branche sind Freundschaften entstanden. Mit der "Zeit im Bild"-Journalistin Simone Stribl ist Alina Zellhofer seit der gemeinsamer FH-Zeit eng befreundet und auch mit einigen Kolleg:innen aus der Redaktion verbinde sie ein freundschaftliches Verhältnis, das über das Kolleg:innen-Dasein hinausgeht.

Gegenüber Sportler:innen versucht Alina Zellhofer "auch aus meiner Historie heraus, der familiären Verbundenheit wegen" kritische Distanz zu wahren. Sie arbeite mit den Athleten und Athletinnen zusammen und es ergeben sich durchaus Bekanntschaften, Freundschaft per se aber nicht.

1. Frau bei "Sport am Sonntag"

Alina Zellhofer ist die erste Frau, die "Sport am Sonntag" moderiert. Die Anspannung vor einer Talk-Sendung sei ungleich größer als etwa vor der Moderation des Kurzsports, doch die gebürtige Linzerin meistert auch dies seit einigen Jahren mit Bravour. Obwohl ihr bewusst ist, dass sie in vielen Bereichen die erste Frau war, habe sie sich nie als Wegbereiterin oder Pionierin empfunden.

Alina Zellhofer
© Elke Mayr Alina Zellhofer ist die erste Frau, die "Sport am Sonntag" moderiert

In den 10 Jahren, in denen sie in der ORF-Sportredaktion tätig ist, habe sich jedoch in Sachen Frauenförderung relativ viel getan, meint Alina Zellhofer. Für junge Frauen sei es heute einfacher, den Schritt in den Sportjournalismus zu wagen. Das Grundproblem sei jedoch, dass es sich um einen "irrsinnig familienfeindlichen Beruf" handelt. Dienst am Wochenende, Dienst am Feiertag, oftmals Dienst am Abend - die Vereinbarkeit von Job und Familie ist schwierig.

Alina Zellhofer und die Romy

Alina Zellhofer war auch die erste Frau, die mit einer Romy in der Kategorie Sport ausgezeichnet wurde. An den Gala-Abend im Jahr 2019 erinnert sie sich noch heute mit Gänsehaut zurück. Allein die Nominierung sei etwas ganz Spezielles für sie gewesen. Und dann auch noch - gegen Kollegen wie Ernst Hausleitner oder Herbert Prohaska - zu gewinnen, habe sie als "unwirklich" empfunden.

Alina Zellhofer bei der Romy Gala 2019
© imago images / Future Image Alina Zellhofer bei der Romy-Verleihung

"Das war fast eine Art Märchentraum, denn als Sportberichterstatterin steht man im Winter fett eingemummt im Skianzug am Pistenrand, aber nicht unbedingt im Ballkleid in der glänzenden Hofburg", meint Alina Zellhofer, die gesteht, sich damals ertappt zu haben, als Fan die Nominierten in anderen Kategorien zu bestaunen. Im Jahr 2022 gewann sie die Romy erneut.

Alina Zellhofer und Social Media

Apropos Fan: Wie hält es Alina Zellhofer mit ihren eigenen Fans? Auf der Straße erkannt werde sie des Öfteren, angesprochen jedoch nur selten, verrät sie. Wenn, dann handle es sich aber großteils um positives Feedback, über das sie sich freue. Auch auf Instagram ist die Sportjournalistin vertreten, sie hat laut eigener Aussage jedoch ein "zwiegespaltenes Verhältnis" gegenüber Social Media. Als Instrument der Information gehöre es zu ihrem Arbeitsalltag, privat nutze sie es jedoch nur noch selten, da sie "ein Problem mit der Darstellung" habe.

»Ich merke, dass mir das nicht immer guttut, von allen nur das Schönste und Beste und Tollste zu sehen, weil es einfach den Blick irrsinnig verfälscht. «

"Es ist immer nur das Schöne, das Gute, immer nur das Beste von allem … Ich merke selbst, dass mir das nicht immer guttut, von allen nur das Schönste und Beste und Tollste zu sehen, weil es einfach den Blick irrsinnig verfälscht. Und ich wehre mich auch ein bisschen dagegen, diesen Schein aufrechtzuerhalten oder da mitzuspielen, immer nur das Schönste und Tollste und Beste nach draußen zu lassen, weil so ist es einfach nicht", stellt Alina Zellhofer klar.

Alina Zellhofer
© Elke Mayr Alina Zellhofer auf der Terrasse des ORF-Cafés

Die Zukunftspläne

Wo sieht sich Alina Zellhofer in 10 Jahren? An sich sei sie von ihrer Persönlichkeit her "die totale Planerin", doch dafür habe sie "null Plan", meint sie. Genau wie in den letzten Jahren auch, möchte sie alles auf sich zukommen lassen. "Ich vertraue einfach mal darauf, dass es sich in den nächsten Jahren so entwickelt, dass die richtigen Dinge zur richtigen Zeit auf mich warten", sagt sie. Ein guter Plan.