Porträt von

Wer ist
Greta Thunberg?

Porträt - Wer ist
Greta Thunberg? © Bild: Johannes EISELE / AFP

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg fasziniert die Öffentlichkeit. Wer ist das engagierte Mädchen aus Schweden?

  • Name: Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg
  • Geboren am: 03.01.2003 in Schweden
  • Sternzeichen: Steinbock
  • Eltern: Opernsängerin Malena Ernman und Schauspieler Svante Thunberg
  • Geschwister: Schwester Beata Ernmann
  • Wohnhaft in: Schweden
  • Beruf: Schülerin, Klimaschutzaktivistin
  • Social Media: Instagramaccount von Greta Thunberg, Twitter-Account von Greta Thunberg
© Lionel BONAVENTURE / AFP Greta Thunberg kämpft für das Klima

Als sie sich am 20. August 2018 allein vor das schwedische Parlament setzte, um für das Klima zu streiken, kannte noch fast niemand das junge Mädchen mit den geflochtenen Zöpfen. Heute ist die 16-jährige Greta Thunberg weltberühmt: Sie ist für den Friedensnobelpreis nominiert und gilt als die Stimme und das Gesicht einer neuen Generation junger Klima-Aktivisten aus allen Teilen der Erde.

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In weniger als einem Jahr hat es die 16-Jährige geschafft, sich weit über die schwedischen Grenzen hinaus einen Namen zu machen. Thunberg schart heute Millionen Kinder und Jugendliche von Schweden über Deutschland, Österreich und andere europäische Länder, von Australien über Asien und Afrika bis nach Amerika hinter sich, die freitags den Unterricht schwänzen, um auf den Demonstrationen der Bewegung "FridaysForFuture" mehr Klimaschutz einzufordern.

Der Greta-Effekt

Allein am großen Klimastreik im September 2019 nahmen rund vier Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf allen Kontinenten teil. Sie waren einem der größten Protestaufrufe der Geschichte gefolgt.

© Johannes EISELE / AFP Greta Thunberg mobilisiert Tausende

Gretas Familie

"Ich erinnere mich, als ich das erste Mal von Klimawandel und Treibhauseffekt gehört habe", sagt sie. "Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Denn wenn es wahr wäre, würde man ja über nichts anderes reden. Und es hat niemand darüber gesprochen."

»Solche wie ich werden nicht die Welt retten«

Eine Szene aus dem Frühsommer 2018. Greta Thunberg war damals noch nicht die global beachtete Klimaaktivistin, als die man sie heute kennt, sondern vor allem ein besorgtes Mädchen. "Ihr werdet die Welt retten", versucht ihre Mutter, die bekannte Opernsängerin Malena Ernmann, sie zu beruhigen. Sie meint damit Greta und deren jüngere Schwester Beata, sie meint die nächste Generation. "Nein, Mama", widerspricht Greta. "Solche wie ich werden nicht die Welt retten. Weil wir nicht gehört werden. Wir können uns Wissen aneignen, aber das zählt ja nichts mehr. Schau dir nur die Forscher an. Die werden auch nicht gehört."

Mit acht oder neun Jahren habe sie angefangen, sich für das Klima zu interessieren, berichtete Thunberg. "Meine Lehrer haben mir gesagt, dass ich mit Papier sparsam umgehen und das Licht ausschalten soll - ich habe sie gefragt warum, und sie haben mir geantwortet, dass es etwas gibt, das sich Klimawandel und Erderwärmung nennt und von den Menschen ausgelöst wurde."

Ab diesem Zeitpunkt verzichtete die Tochter einer Opernsängerin und eines Schauspielers und Produzenten auf Fleisch und Milch und kaufte nur noch dann neue Sachen, wenn es wirklich notwendig war. "Es sind nur kleine Veränderungen in meinem Alltag", sagte Thunberg dazu.

Von der Schulbank auf das politische Parkett

Statt mit ihren Mitschülern im Klassenraum über Matheaufgaben zu grübeln, hat Thunberg in den vergangenen Monaten wie selbstverständlich Staats- und Regierungschefs getroffen und sie mit ihrer ganz besonderen Willensstärke und Hartnäckigkeit mit den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Sie gab ein Interview nach dem anderen und war regelmäßig auf den Titelseiten internationaler Zeitungen und Magazinen zu sehen - vom "Time"-Magazin bis zur "Vogue".

© APA/GEORG HOCHMUTH Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger

In New York rief Thunberg am Freitag bei der Kundgebung mit rund 250.000 Demonstranten die internationalen Politiker auf, Verantwortung zu übernehmen. "Jetzt, wo wir gezeigt haben, dass wir es können, müssen sie zeigen, was sie tun können", sagte sie über die Teilnehmer des UN-Klimagipfels, der am Montag in New York beginnt und zu dem sie eingeladen ist.

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Greta Thunberg & die Depression

Weil ihre Sorge um die "existenzielle Bedrohung" durch den Klimawandel immer größer wurde, fiel sie mit elf Jahren in eine Depression. Sie aß nichts mehr, sie sprach nicht mehr, sie ging nicht mehr zur Schule, wie ihr Vater Svante Thunberg erzählte. Sie weinte viel und aß nichts mehr. Monatelang. Die Eltern -Mutter Malena hatte inzwischen beschlossen, ihre Karriere auf Eis zu legen -tun alles, um sie unterstützen. Sie schreiben ganz genau auf, was Greta in welchem Zeitraum gegessen hat. Zum Beispiel: "Mittagessen: 5 Gnocchi. Zeit: 2 Stunden und 10 Minuten."

Asperger-Syndrom

Im Alter von zwölf Jahren diagnostizierten Ärzte bei ihr das Asperger-Syndrom. "Mein Gehirn arbeitet ein bisschen anders, also habe ich einen anderen Blickwinkel auf die Welt, ich sehe sie hauptsächlich in Schwarz und Weiß", erklärte Thunberg. Aus ihrer Krankheit schöpfe sie jedoch ihre Stärke. "Ich bin sehr direkt, ich sage die Dinge so, wie sie sind, und wenn ich mich entschieden habe, etwas zu tun, mache ich es gut."

»Mein Gehirn arbeitet ein bisschen anders«

Die Krise, die ihre Tochter erlebte, lasse sich aber mit ihrer Krankheit nicht restlos erklären, glaubt Malena Ernman. In der Schule sieht Greta mit ihren Klassenkollegen einen Film über die Verschmutzung der Weltmeere. Sie weint sich durch den Film und das anschließende Mittagessen in der Schulkantine. "Greta hat eine Diagnose, aber das heißt nicht, dass sie nicht recht hat, und wir furchtbar falsch liegen. Sie ist das Kind, wir sind die Kaiser. Und wir sind alle nackt."

Thunberg traf die Entscheidung, in diesem Schuljahr eine Unterrichtspause einzulegen und überquerte im August mit einem Segelschiff möglichst klimaneutral den Atlantik.

Die Thunberg-Kritiker

Neben der weltweiten Welle an Zuspruch stößt ihr Engagement aber immer wieder auf Kritik. Ihre Gegner werfen ihr unter anderem vor, mit ihrem Klima-Aktivismus apokalyptische Thesen zu vertreten. "Sie müssen uns nicht zuhören, wir sind ja nur Kinder", antwortete Thunberg im Juli bei einem Besuch in Frankreich ironisch ihren Kritikern. Mit Blick auf alle Zweifler und zögernde Politiker warnte sie am Freitag auf der New Yorker Klima-Kundgebung: "Die Dinge werden sich ändern, ob es ihnen gefällt oder nicht."

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© FREDERICK FLORIN / AFP Greta Thunberg kämpft mit den Tränen

Was wir von Greta Thunberg lernen können

Sie wird von manchen als heilige Prophetin bezeichnet, von anderen als Hype-Ikone. Man kann sie als Hoffnungsträgerin begreifen oder als Medienphänomen. Klar ist: die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg polarisiert.

Was wir von Greta Thunberg lernen können, lesen Sie hier

Ein Buch über Greta & ihre Familie

Wenn man die Hintergründe kennt, ist Greta Thunbergs ungewöhnliche Geschichte duchaus nachvollziehbar. Und die beschreibt Malena Ernman in einem Buch ausführlich. "Scener ur hjärtat"(Szenen aus dem Herzen)* erzählt, wie sich die vierköpfige Familie Ernman-Thunberg durch ihr Engagement gegen den Klimawandel aus einer veritablen Familienkrise rettete. Das Buch ist im August erschienen, wenige Tage nachdem Greta sich zum ersten Mal mit einem Schild vor das Parlamentsgebäude in Stockholm gesetzt hatte, um zu protestieren. Die Einnahmen aus dem Buchverkauf kommen diversen Naturschutzorganisationen zu Gute.

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Kommentare

Mailyn P.

Greta ist für diese Rolle die Idealbesetzung...wirkt jünger als 16, so richtig als das Kind das sich so sehr sorgt um die Welt und das Klima.....einen jungen halbbärtigen Lauser mit 1,90 Körpergröße und Schuhgröße 46 könnte man nicht so gut verkaufen. Und darum geht es.

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