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Ein Preisdeckel habe zwar Nachteile, weil der Rest des Preises subventioniert werden müsse. Das könnte für das Staatsbudget eine schwere Belastung sein, insbesondere wenn die Preise ein Jahr oder länger hoch bleiben, so Ghodsi. "Für ein paar Monate ist das aber bewältigbar."
Ghodsi weist darauf hin, dass höhere Ölpreise nicht nur das Tanken teurer machen, sondern viele andere Produkte auch, weil die Transportkosten steigen. Ein Preiseingriff sei auch deshalb gerechtfertigt, weil Österreich als Teil der Eurozone die heimische Inflation nicht durch höhere Zinsen senken könne. Die Nationalbank könne nicht intervenieren.
Die Intervention sollte nicht nur für Sprit, sondern auch für Gas und Strom gelten, weil der Konflikt auch Flüssigerdgas (LNG) verteuert. Die Regierung müsse die Eingriffe jedoch so ausgestalten, dass die heimische Subventionierung nicht ins Ausland abfließt. Bei Benzin und Diesel könnte man beispielsweise die verbilligte Menge begrenzen.
Ghodsi teilt die Einschätzung, dass die wichtige arabische Öllieferroute, die Straße von Hormuz, nur temporär blockiert sein werde und damit der Ölpreisschock auch bald wieder vorübergeht. Der Iran-Experte verwies auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump, wonach der Krieg in vier bis fünf Wochen enden soll. Allerdings könne auch Trump nicht vorhersagen, wie sich die iranische Seite verhält. Die iranische Führung könnte sich nach der Ermordung ihres Führers, dem Vater des neuen Obersten Führers, Mojtaba Khamenei, noch ideologischer und radikaler verhalten, sagte Ghodsi.
