ABO

Tiroler Frächter mit 300 Mitarbeitern insolvent

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Das Tiroler Transportunternehmen Nothegger ist insolvent
©APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
Die Transportfirma Nothegger mit Sitz in St. Ulrich am Pillersee (Bezirk Kitzbühel) im Tiroler Unterland ist insolvent. Laut Gläubigerschutzverbänden wurde am Montag am Landesgericht Innsbruck das Konkursverfahren eröffnet. Die Passiva sollen sich laut Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) auf rund 15 Mio. Euro belaufen. Das Frachtunternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter. Ob eine Sanierung bzw. Fortführung geplant ist, war noch unklar.

von

Den letztendlichen Ausschlag für das Konkursverfahren gab ein Antrag der Österreichischen Gebietskrankenkasse (ÖGK). Die Firma soll bei der ÖGK Verbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Mio. Euro, beim Finanzamt in Höhe von 1,8 Mio. und gegenüber Banken in Höhe von 9,3 Mio. Euro haben, hieß es. Im Zuge des Insolvenzeröffnungsverfahrens sollen zwar immer wieder Teilzahlungen geleistet worden sein, die Entkräftung der Zahlungsunfähigkeit sei aber nicht gelungen.

Laut dem Kreditschutzverband KSV1870 soll Nothegger während der Corona-Pandemie die Möglichkeit der Stundung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen "großzügig in Anspruch genommen" haben. Nun soll die Rückzahlung angestanden und die Firma soll nicht in der Lage gewesen sein, für diese gestundeten Beiträge "entsprechende Vorsorge zu treffen".

Als Aktiva wird das Unternehmen wohl seinen umfangreichen Fuhrpark einbringen können. Laut AKV wurden die firmeneigenen Fahrzeuge auf 9,7 Mio. Euro geschätzt, zudem gibt es fremdfinanzierte bzw. Leasingfahrzeuge im Wert von 7,4 Mio. Euro. Die Betriebsliegenschaft wurde mit 1,9 Mio. Euro eingestuft. Zudem würden Beteiligungen an verbundenen Unternehmen wie der Firma Nothegger Immobilien GmbH sowie Wertpapiere bestehen.

Wie es mit der Firma und ihren 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nun weitergeht, war noch nicht bekannt. Auf die Dienstnehmer würden "jedenfalls unsichere Zeiten zukommen", hieß es seitens des KSV1870. Die Liquiditätssituation im Unternehmen würde nun eine "ganz zentrale Rolle" spielen. Mit einer zeitnahen Entscheidung der Insolvenzverwaltung wurde jedoch gerechnet, um eine etwaige Sanierung zu ermöglichen. Die erste Gläubigerversammlung sowie Prüfungstagsatzung wurden für Mitte Mai angesetzt.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER