Jürgen Mandl
©Rene StrasserKärntens Wirtschaft steht unter Druck – und im Wandel. WKK-Präsident Jürgen Mandl spricht über Unsicherheit, technologische Umbrüche und warum Betriebe vor allem eines brauchen: mehr Spielraum, Kooperation und Selbstvertrauen.
Im Podcast „Kärnten ungefiltert“ zeichnet Wirtschaftskammer-Kärnten-Präsident Jürgen Mandl ein differenziertes Bild der aktuellen Lage. Seit der Pandemie befinde sich die Wirtschaft in einer anhaltenden Umbruchphase, geprägt von Unsicherheit, steigenden Kosten, demografischen Veränderungen und rasanter technologischer Entwicklung.
Die Stimmung unter Kärntens Betrieben beschreibt Mandl als ambivalent: Während Industrie und produzierendes Gewerbe unter Druck stehen, gebe es zugleich Neugründungen und unternehmerische Aufbruchsstimmung.
Mehr Offenheit
Großen Einfluss misst Mandl der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz bei. Im privaten Alltag längst etabliert, scheitere deren breitere Nutzung in Unternehmen oft noch an Kosten, Komplexität und fehlenden maßgeschneiderten Lösungen. Entscheidend sei, Berührungsängste abzubauen und technologische Veränderungen als Chance zu begreifen.
In der Ausbildung plädiert Mandl für mehr Offenheit: Klassische Bildungswege würden zunehmend durchlässiger, die duale Ausbildung biete heute deutlich mehr Karriereoptionen als früher. Motivation entstehe vor allem durch persönliche Begeisterung und Entwicklungsmöglichkeiten.
Ressourcen bündeln
Als zentral für den Standort nennt Mandl stärkere Kooperationen zwischen Wirtschaft, Forschung und Bildung. Kärnten müsse seine begrenzten Ressourcen bündeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig fordert er spürbare Entlastung durch weniger Bürokratie und mehr unternehmerischen Spielraum. Fortschritt entstehe auch durch das Zulassen von Fehlern.
Sein Appell: mehr Selbstvertrauen. Kärnten verfüge über starke Unternehmen und viel Know-how – man müsse es nur konsequenter nutzen.

