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Die Rohölpreise sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar und damit auf das tiefste Niveau seit Mitte März.
Entsprechend deutlich stieg die Risikofreude der Anleger. Der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 kletterte in den ersten Handelsminuten um 4,4 Prozent auf 5.879 Punkte nach oben. In Frankfurt zog der DAX um 4,9 Prozent in die Höhe auf 24.047 Punkte und in London gewann der FTSE-100 2,5 Prozent auf 10.608 Einheiten. In Wien steigerte sich der heimische Leitindex ATX um 3,6 Prozent auf 5.637 Punkte.
Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormuz nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.
"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.




