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Batteriespeicher vor der Haustür: Wie gefährlich sind die Anlagen wirklich?

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Zwei Batteriespeicher-Container einer Großspeicheranlage im Freien
Großbatteriespeicher in Rheineck (Schweiz): Solche Container-Anlagen entstehen derzeit auch in vielen österreichischen Gemeinden.©Kecko / Wikimedia Commons

Sogar Industrieller Stefan Pierer steigt jetzt ins Geschäft mit Batteriespeichern ein. Überall in Österreich werden Container-Akkus geplant, oft am Ortsrand. Doch was bedeutet so eine Anlage für die Menschen, die daneben wohnen? Ein Überblick über Brandgefahr, Lärm und Mitspracherechte.

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Der Speicher-Boom erreicht die Gemeinden

Batteriespeicher sind das neue Goldgräber-Geschäft der Energiewende. Wie das Wirtschaftsmagazin trend berichtet, haben auch der Industrielle Stefan Pierer und der frühere steirische Wirtschaftslandesrat Herbert Paierl ein gemeinsames Unternehmen gegründet, die PPStorage GmbH. Geplant sind kleinere Anlagen, derzeit kämpfe man allerdings noch mit der Bürokratie.

Die beiden sind nicht allein. In Wagenham in der Gemeinde Pischelsdorf am Engelbach (Oberösterreich) hat NGEN Austria mit dem Bau eines der größten Batteriespeicher Europas begonnen, er soll noch 2026 in Betrieb gehen. In Ohlsdorf läuft ein Genehmigungsverfahren für einen Speicher mit 15 Megawattstunden Kapazität. Laut einer Analyse im Auftrag des Branchenverbands PV Austria sind in Österreich derzeit Batteriespeicher mit rund 3,2 Gigawattstunden installiert, nötig wären demnach 16 Gigawattstunden. Der Ausbau hat also gerade erst begonnen, und mit ihm die Frage, wo all diese Anlagen stehen sollen.

Wie groß ist die Brandgefahr?

Es ist die Sorge Nummer eins vieler Anrainer. Die ehrliche Antwort: Brände sind selten, aber wenn es brennt, dann heftig. Ein Brandschutzexperte des TÜV Nord beschreibt Brände großer Speicher als relativ seltene Ereignisse, die dann allerdings mit starker Flammenbildung einhergehen. Das Problem ist der sogenannte thermische Durchgang: Überhitzt eine Zelle, kann sie die benachbarten Zellen mitreißen.

Wie das aussieht, zeigte zuletzt ein Fall im deutschen Bautzen. Dort gerieten vier Batteriecontainer in Brand, 42 Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen, Kindergärten blieben geschlossen. Die Feuerwehr konnte den Brand erst nach rund 31 Stunden unter Kontrolle bringen und musste die Container von außen mit großen Mengen Wasser kühlen. Weltweit für Aufsehen sorgte im Jänner 2025 auch ein Brand in einer der größten Speicheranlagen der Welt in Kalifornien.

Für die kleinen Speicher im Eigenheim gibt es dagegen Entwarnung. Eine Studie der RWTH Aachen, die sämtliche öffentlich bekannten Brandmeldungen in Deutschland aus den Jahren 2022 und 2023 ausgewertet hat, kommt zum Schluss: Das Brandrisiko von Heimspeichern ist ähnlich gering wie bei anderen Haushaltsgeräten, teils sogar geringer als bei einem Wäschetrockner.

Summen, Lüfter, Landschaftsbild

Neben dem Brandschutz geht es vor Ort meist um Lärm. Großspeicher brauchen Wechselrichter, Transformatoren und Klimaanlagen, die die Batterien kühlen. Das erzeugt ein dauerhaftes Summen und Lüftergeräusche. Selbst ein Netzbetreiber räumt offen ein, dass die Anlagen keine Schmuckstücke sind, und empfiehlt Standorte abseits von Siedlungen.

Dazu kommt der Platzbedarf. Für eine Anlage mit 15 bis 30 Megawatt Leistung braucht es laut Branchenangaben mindestens einen halben Hektar Grund. Besonders gefragt sind Flächen in der Nähe von Umspannwerken, weil dort der Netzanschluss möglich ist. Das sind oft genau jene Ortsränder, an denen auch Wohngebiete wachsen.

Wo Sie als Anrainer mitreden können

Hier liegt auch ein Grund für die langen Verfahren, über die Investoren wie Pierer und Paierl klagen. Ein Großspeicher braucht in Österreich in der Regel eine elektrizitätsrechtliche Bewilligung des Landes, dazu kommen je nach Fall Gewerbe-, Bau- und Naturschutzrecht. Beim Projekt in Ohlsdorf etwa hat die oberösterreichische Landesregierung eine mündliche Verhandlung im Gemeindeamt angesetzt, die Projektunterlagen lagen öffentlich auf.

Den wichtigsten Hebel hat oft die Gemeinde: Das Land Oberösterreich hält in seinem Verfahrenshandbuch für Batteriegroßspeicher fest, dass ein Projekt nicht genehmigt werden kann, wenn es der Flächenwidmung der Gemeinde widerspricht. Wer Bedenken hat, sollte sich also früh an den Gemeinderat wenden und Verhandlungstermine an der Amtstafel im Blick behalten.

Erfahrungen aus Deutschland zeigen außerdem: Ob ein Speicher auf Widerstand stößt, hängt stark davon ab, wie früh die Bevölkerung informiert wird und ob Geld in der Gemeinde bleibt. Wo Bürgermeister Infoabende und Sprechstunden angeboten haben, verliefen Projekte deutlich ruhiger. Manche Gemeinden handeln zudem zusätzlichen Lärmschutz für Anrainer heraus.

Und der Speicher im eigenen Keller?

Wer selbst einen Stromspeicher zur Photovoltaik-Anlage plant, kann das Risiko mit dem richtigen Aufstellort deutlich senken. Experten empfehlen einen kühlen, trockenen und gut belüfteten Raum, etwa einen Technikraum im Keller. Ungeeignet sind Garagen, ungedämmte Dachböden und warme Heizräume.

Besondere Vorsicht gilt in Hochwassergebieten. Laut Stiftung Warentest können überflutete Speicher sich noch Tage später selbst entzünden. Wichtig ist außerdem, Rückrufaktionen im Auge zu behalten: Hersteller LG Energy Solution etwa hat mehrere Heimspeicher-Modelle der RESU-Reihe wegen Brandgefahr zurückgerufen. Die Seriennummer Ihres Geräts finden Sie meist direkt am Speicher oder in den Installationsunterlagen.

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