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AUA stockt Flüge nach Asien wegen hoher Nachfrage auf

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AUA merkt wegen Ausfall der Golfcarrier hohe Nachfrage bei Asienflügen
©APA/APA/HELMUT FOHRINGER/HELMUT FOHRINGER
Die Austrian Airlines (AUA) verzeichnet wegen des Ausfalls der arabischen Fluggesellschaften eine hohe Nachfrage für Flüge nach Asien. Zwischen Wien und der thailändischen Hauptstadt Bangkok seien die Flüge bereits erhöht worden, weil Urlauber nun nicht in den Golfstaaten umsteigen können. Die Frage sei, wie lange das so bleibe, denn "früher oder später werden die Golfcarrier ihren normalen Betrieb wieder aufnehmen", sagte Vorstand Stefan-Kenan Scheib am Freitag.

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Die AUA ist über ihren deutschen Mutterkonzern, die Lufthansa, für heuer zu 80 Prozent gegen steigende Rohölpreise abgesichert, allerdings hätten sich seit Beginn des Iran-Kriegs die Raffineriepreise vervierfacht und hier gebe es keine sinnvolle Hedging-Möglichkeit, sagte Vorstandschefin Annette Mann. Ob die höheren Kerosinkosten in Form höherer Ticketpreise an die Kunden weitergegeben werden können, hänge von der Nachfrage ab.

Unklar sei, ob und wie sich die Reiseströme heuer im Sommer durch den Krieg verändern werden. Derzeit würde sich vor allem zeigen, dass die Kapazitäten der arabischen Airlines am Markt fehlen und sich viele Reisende nach Alternativen umsehen. Die AUA betonte, dass ihre Flüge nach Asien alle planmäßig im Programm und auch nicht gefährdet seien. Der Krisenherd werde entweder im Norden über Aserbaidschan oder im Süden über Saudi-Arabien umflogen. Ein "großer Vorteil ist, dass wir nicht in Dubai beheimatet sind", so Scheib.

Die AUA führt derzeit nur Sonderflüge im Auftrag des Außenministeriums in der Krisenregion durch. Aus Sicherheitsgründen sind jedoch nur Flüge nach Maskat im Oman und Riad in Saudi-Arabien möglich. Dass Emirates und Etihad Flüge von Dubai und Abu Dhabi durchführen können, die AUA jedoch nicht, liege daran, dass diese trotz aufrechter Luftraumsperren enge Korridore für die Starts und Landungen nützten. Da die Gefahr von Drohnen und Raketen aus dem Iran nicht gebannt ist, "bedeuten diese Flüge aber ein höheres Risiko, was wir grundsätzlich ablehnen", erklärte Scheib. Die AUA hat ihre Dubai-Flüge vorerst bis einschließlich 10. März ausgesetzt, rund 200 Passagiere der AUA befinden sich noch in der Wüstenmetropole, diese seien angeschrieben worden und würden betreut.

Trotz des Iran-Kriegs will die AUA ihren Gewinn heuer "deutlich" steigern. Voriges Jahr flog die Airline einen operativen Gewinn von 84 Mio. Euro ein, nach 73 Mio. Euro 2024. Der Umsatz stieg ebenso wie die Zahl der Fluggäste um drei Prozent. Die Erlöse betrugen rund 2,5 Mrd. Euro. AUA-Chefin Mann gab sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. "Wir bewegen uns operativ im Spitzenfeld und schreiben stabil schwarze Zahlen, liegen aber mit einer Marge von 3,2 Prozent um rund 50 Prozent unter dem Durchschnitt europäischer Airlines", erklärte sie. Alleine sei das - trotz Sparkurs - nicht zu schaffen, es brauche eine Standortentlastung. Dazu gebe es Gespräche mit der Politik und dem Flughafen Wien.

Die AUA führt gerade die größte Flottenumstellung in der Geschichte der Fluggesellschaft durch. Diese Investitionen seien nur möglich, "weil die Lufthansa an uns glaubt", sagte Mann. Die österreichische Tochterairline erhält heuer drei weitere Boeing-Langstreckenflugzeuge des Typs Dreamliner. In einigen Jahren soll es nur noch zwei Flugzeugmuster geben: 12 Boeing-Dreamliner für die Langstrecke und bis zu 46 Airbus A320 und A320 für die Kurz- und Mittelstrecke. Ganz kurze Strecken, etwa innerhalb Österreichs, sollen Partnerairlines mit kleineren Flugzeugen für die AUA durchführen. Der Personalstand wird weiter sinken, dies geschehe jedoch über Pensionierungen und Abgänge, nicht durch Kündigungen. 2025 sank die Zahl der Beschäftigten von 6.105 auf 6.054.

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