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Acredia sieht Wirtschaft durch Iran-Krieg stark belastet

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Weniger Wachstum, mehr Teuerung und mehr Pleiten durch Nahost-Krieg
©APA, HARALD SCHNEIDER, Themenbild
Der Krieg im Nahen Osten belastet die Wirtschaft weltweit. Der Kreditversicherer Acredia erwartet weniger Wachstum, eine massivere Teuerung und damit einen steigenden Druck insbesondere auf energieintensive Branchen und exportorientierte Firmen. In diesem Umfeld geht Acredia von einem weiteren Anstieg der Unternehmensinsolvenzen aus: Für die Eurozone wird 2026 ein Plus von 2,5 Prozent prognostiziert, für die USA ein Anstieg der Insolvenzen um 8,6 Prozent.

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Margen und Liquidität der Unternehmen gerieten zunehmend unter Druck. Für Österreich wiegen diese Entwicklungen dem Kreditversicherer zufolge besonders schwer. Als stark exportorientierte Volkswirtschaft sei das Land direkt von globaler Nachfrage, stabilen Lieferketten und berechenbaren Handelsströmen abhängig, so Acredia am Donnerstag laut einer Aussendung.

Beim globalen Wirtschaftswachstum erwartet der Kreditversicherer für 2026 nur noch ein Plus von 2,6 Prozent, um 0,5 Prozentpunkte weniger als vor der jüngsten Zuspitzung des Konflikts. Für die Eurozone wird ein Wachstum von nur noch 0,8 Prozent gesehen, für die USA von 2,1 Prozent. Gleichzeitig steige der Inflationsdruck auf 3,2 Prozent in den USA und 3,0 Prozent in der Eurozone.

"Die geopolitische Eskalation trifft auf eine ohnehin fragile Weltwirtschaft. Der aktuelle Schock verstärkt bestehende strukturelle Schwächen - von hohen Staatsdefiziten bis zu anfälligen Lieferketten", sagte Michael Kolb, Vorstand der Acredia Group.

Im Zentrum der wirtschaftlichen Auswirkungen stünden die Energiepreise. Die Straße von Hormuz bleibe ein kritischer Engpass für den globalen Handel: Rund 25 Prozent der weltweiten Öl- und Gasströme passierten diese Route. Acredia geht zwar davon aus, dass sich der Ölpreis bis Ende 2026 bei rund 80 US-Dollar (68,94 Euro) pro Barrel stabilisiert, eine weitere Eskalation mit längerfristigen Unterbrechungen könnte den Ölpreis jedoch auf bis zu 180 US-Dollar pro Barrel treiben und auch deutlich steigende Gaspreise wären möglich.

Auch der globale Warenhandel werde durch die geopolitische Lage spürbar gebremst und dürfte 2026 nur noch um 1,5 Prozent wachsen. Bei einer weiteren Eskalation drohe eine deutliche Verschlechterung. Das Wachstum im Welthandel könnte auf 0,5 Prozent sinken, im Extremfall wäre sogar ein Rückgang möglich, so der Kreditversicherer.

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