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Die Forscherin vom Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien ließ zehn Hunde je eineinhalb Minuten lang mitanhören, wie ihr Lieblingsmensch mit einem anderen Familienmitglied etwa über einen neuen Spielzeug-Vogel plauderte, der vor ihnen lag. Die vierbeinigen Probanden hatten sich in früheren Versuchen als besonders gut im Spracherwerb gezeigt und werden von ihr "Gifted Dogs" (englisch für: hochbegabte Hunde) bezeichnet.
Anschließend wurden den Hunden altbekannte Gegenstände und das jeweilige neue Spielzeug vorgelegt. Die Besitzer wiesen ihren Vierbeiner zunächst an, ein bestimmtes anderes Ding zu apportieren, was in der Regel auch passierte. Dann hieß es etwa: "Kannst du auch den Vogel bringen?" Die Hunde vollführten das in insgesamt zwanzig Durchgängen stets perfekt, obwohl sie die Bezeichnung des zuvor unbekannten Gegenstandes ja nur vom Hörensagen wissen konnten.
In einem weiteren Versuch zeigten die Besitzer ihrem Hund etwa ein neues Stofftier und steckten es in einen Eimer, sodass der Hund es nicht mehr sehen konnte, so die Forscherinnen und Forscher in der Fachpublikation. Dann sagten die Besitzer beispielsweise: "Das ist ein Stoffbär", während sie abwechselnd den Inhalt des Eimers und den Hund ansahen. In rund acht von zehn Fällen ordneten die Hunde die Bezeichnungen wieder korrekt zu und brachten auf Wunsch das richtige Spielzeug. Sie können also auch die Namen von Gegenständen lernen, die sie gar nicht gleichzeitig sehen.
"Das Zuhören und Lernen aus der verbalen Kommunikation von Menschen könnte Hunden (im Zusammenleben mit den Zweibeinern, Anm.) einen evolutionären Vorteil verschafft haben", so die Forscherinnen und Forscher. Sie wollen nun ergründen, ob das Wörterlernen bei Hunden und Kleinkindern auf denselben mentalen Mechanismen beruht oder nicht.
Service: Die Studie findet sich unter www.science.org/doi/10.1126/science.adq5474
