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Oliven und Heidelbeeren im Fokus von Stoffwechselforschung

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Heidelbeeren gelten als besonders günstig für die Stoffwechselgesundheit
©APA, dpa, Soeren Stache
Lebensmittel haben mehr zu bieten als nur satt zu machen - neben Nährstoffen können sie auch sogenannte bioaktive Stoffe liefern, die im Körper einiges bewegen können: den Stoffwechsel unterstützen oder das Immunsystem stärken. Wie diese Substanzen im Darm mikrobiell verstoffwechselt werden und welche Rolle die Abbauprodukte für die Prävention von Erkrankungen wie Adipositas oder Diabetes spielen, untersucht die Med Uni Graz mit europäischen Forschungspartnern.

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Im EU-geförderten Forschungsprojekt "BioTransform" arbeiten insgesamt 16 europäische Institutionen zusammen. Sie verfolgen die These, dass nicht nur die ursprünglichen Inhaltsstoffe eines Lebensmittels, sondern vielmehr die Stoffwechselprodukte, die durch den Abbau durch Mikroorganismen im Darm entstehen, für die gesundheitsfördernde Wirkung verantwortlich sind. "Wir wollen nachvollziehen, was nach dem Verzehr im Körper passiert und welche Stoffe tatsächlich für die positiven Effekte bestimmter Ernährungsweisen verantwortlich sind", erläuterte die Grazer Projektleiterin Sandra Holasek von der Med Uni Graz.

Als ersten Schritt nehmen die Forschenden zwei häufig konsumierte Nahrungsmittelgruppen unter die Lupe: Oliven (Olea europaea) und Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus). Die beiden Lebensmittel gelten als besonders günstig für die Stoffwechselgesundheit, beide enthalten viele Polyphenole - Phenolsäuren, Flavonoide, polyphenolische Amide, die mit positiven Gesundheitseffekten in Verbindung stehen. Wie der Körper diese Substanzen verarbeitet, ist jedoch nicht vollständig geklärt. Die Darmflora dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen, aber es kann noch nicht genau dargestellt werden, wie diese Verbindungen umgewandelt werden.

Das will das interdisziplinäre Konsortium in den kommenden dreieinhalb Jahren herausfinden. Die Sequenzierung der Darmflora, Metabolitenprofile, Computermodelle, In-vitro-Tests und Pilotstudien am Menschen stehen am Weg dorthin. Koordiniert wird das Projekt mit einer EU-Fördersumme von 3,2 Mio. Euro von der Universität Antwerpen. Im Rahmen der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen werden auch elf Doktoranden ausgebildet, wie vonseiten der Med Uni Graz betont wurde.

11.07.2025, Brandenburg, Klaistow: Heidelbeeren der Sorte ?Duke? liegen während der offiziellen Eröffnung der Heidelbeer-Saison auf dem Spargel- und Erlebnishof Klaistow auf einem Teller. (zu dpa: «Heidelbeer-Saison gestartet - Druck durch Importobst») Foto: Soeren Stache/dpa +++ dpa-Bildfunk +++.

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