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Brückl erinnerte daran, dass die vom Bildungsministerium eingesetzte Lehrplangruppe für Latein am vergangenen Freitag geschlossen zurückgetreten ist. Dieser Rücktritt sei "die rote Karte" für Wiederkehr gewesen, meinte Brückl bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit der FPÖ-Abgeordneten Katayun Pracher-Hilander. "Natürlich haben die erkannt, dass diese Vorstellungen unweigerlich zu Problemen und dem Absturz unseres Bildungsniveaus" führen werden. "Latein - genauso wie andere lebende Fremdsprachen - werde einfach eliminiert. Das geht auch auf Kosten des Bildungsstandards, das haben die Experten erkannt", meinte Brückl.
Latein sei das "Betriebssystem der österreichischen, der europäischen Geistesgeschichte", erklärte er das blaue Festhalten am Latein-Unterricht. "Wer den Schülern diese intellektuellen Fähigkeiten nimmt, die Latein in der Lage ist zu vermitteln, der betreibt die intellektuelle Entwaffnung unserer Jugend", sagte Brückl bei der Pressekonferenz mit dem Titel "Bildung statt PR-Show: Warum Inszenierung keine Schulen rettet - die ehrliche System-Wende".
"Noch gefährlicher" als Latein zu streichen sei der Plan der Einführung eines Fachs "Medien und Demokratie", meinte er. Denn man wisse, "dass die Grenze zwischen politischer Bildung und politischer linker Indoktrination eine ganz schmale ist". Man wolle Kindern "ein staatlich betreutes Denken" verordnen, so die Sorge des FPÖ-Bildungssprechers - unter anderem befürchtet er über diese Schiene eine "Verteufelung der FPÖ" in den Schulen.
Das wahre Problem an den Schulen sei ein "massives Deutsch-Desaster", sagte Brückl. Er verwies darauf, dass in Wien-Margareten vier von fünf Kindern aufgrund sprachlicher Probleme dem Unterricht nicht ausreichend folgen könnten. Als Lösung brauche es eine "ehrliche Systemwende", forderten Brückl und Pracher-Hilander. Kinder dürften etwa erst in das Regelschulsystem eintreten, wenn sie ausreichend Deutsch sprechen können, außerdem brauche es einen Ausbau der Deutsch-Förderklassen.
Die vom Bildungsministerium eingesetzte Lehrplangruppe hatte am vergangenen Freitag "grundlegende Auffassungsunterschiede mit dem Ministerium hinsichtlich der Ausarbeitung des neuen Lehrplans" als Grund für ihren Rücktritt genannt. Die Gruppe hätte bis Ende April einen Lehrplan für die geplante Reduktion von 12 auf 8 Wochenstunden in der Oberstufe vorlegen sollen. Das Ministerium will die Curricula nun mit anderen Latein-Experten sowie Fachleuten aus dem Haus erarbeiten. Nach den Vorstellungen Wiederkehrs soll in der AHS-Oberstufe der Informatik-Unterricht ausgeweitet und um das Thema Künstliche Intelligenz ergänzt werden. Außerdem will er den Gegenstand "Medien und Demokratie" einführen. Im Gegenzug sollen je nach Schultyp Lateinstunden bzw. Stunden für die zweite lebende Fremdsprache gekürzt werden.






