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Lehrpläne - Initiative für eigenes Fach Medienbildung

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Medienbildung soll auf den Stundenplan
©APA/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL
In der Diskussion um die geplanten Kürzungen beim Lateinunterricht hat sich eine eigene Initiative formiert, die sich für die Einführung eines eigenen Fachs Medienbildung an den AHS stark macht. Bisher sei lediglich diskutiert worden, was alles wegfallen solle, so der Koordinator Alexander Zach bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Die zentrale Frage sei aber: "Was brauchen Kinder und Jugendliche, um sie auf eine digital geprägte Welt vorzubereiten?"

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Nach den Vorstellungen von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) soll in der AHS-Oberstufe der Gegenstand "Medien und Demokratie" eingeführt sowie der Informatik-Unterricht ausgeweitet und um das Thema Künstliche Intelligenz ergänzt werden. Im Gegenzug sollen je nach Schultyp Lateinstunden bzw. Stunden für die zweite lebende Fremdsprache gekürzt werden.

Diverse Studien würden klar zeigen, dass die Mediennutzung zunehme und bei vielen Jugendlichen oft ein problematisches Ausmaß erreiche, so Zach. Dazu kämen Themen wie Cybermobbing oder Desinformation. "Man könnte sagen: Wir machen das nebenbei in anderen Unterrichtsfächern mit. Aber wir kämen ja auch nicht auf die Idee zu sagen, Fächer wie Englisch oder Mathematik sollte man in andere Gegenstände integrieren", meinte der Unternehmer und ehemalige Chef des Liberalen Forums. "Das Thema hat solche Bedeutung, dass es in einem eigenen Fach abgebildet werden muss."

Eigentlich seien die geplanten zwei Stunden in der Oberstufe zu wenig, so Zach. "Von der Dimension des Anliegens her bräuchte es sogar mehr." Initiativen wie das geplante Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige wären zu wenig: "Das Aufstellen eines Stoppschilds ersetzt auch nicht die Verkehrserziehung."

Christian Swertz, Professor für Medienpädagogik an der Uni Wien, verwies auf die bisherigen Initiativen zum Thema Medienbildung: Mittlerweile sei das Thema bereits in der Kindergartenpädagogik und der Volksschule etabliert. In der AHS-Unterstufe und der Mittelschule sei es über die digitale Grundbildung verankert. "Jetzt fehlt als letzter Baustein noch die Oberstufe."

Menschen würden Medien nutzen, um sich mit sich selbst, mit anderen Menschen und mit der Welt zu verständigen, so Swertz. "Das machen sie mithilfe von Mediensprachen wie der Social-Media-Sprache oder der Filmsprache." Deshalb sei es auch wichtig, das auch in der Schule zu unterstützen. "Die Vielfalt der Sprachen, die in der Schule vermittelt werden, wird dadurch größer."

Für Swertz wäre es auch kein Problem, das neue Fach einfach zusätzlich zu den bisherigen einzuführen - wie zuletzt die digitale Grundbildung in der Unterstufe. Aber das würde wohl beim Finanzministerium in Zeiten knapper Budgets auf Widerstand stoßen. Thematisch sollten Dinge vermittelt werden, die in anderen Fächern nicht am Stundenplan stehen - etwa die Auseinandersetzung damit, welche Absichten durch Nachrichten vermittelt werden sollen bzw. die Reflexion darüber.

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