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Klimakrise dezimiert kältebedürftige Pflanzen auf Österreichs Gipfeln

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Auch die Alpengebiete haben "Klimaschadenschulden"
©FOTOKERSCH, APA, FOTOKERSCHI.AT, WERNER KERSCHBAUMMAYR
Die Klimakrise verändert die Pflanzenwelt in Österreich, berichtet der Wiener Gebirgsökologe Harald Pauli im Fachmagazin "Nature": In alpinen Gipfelregionen werden vor allem kälteliebende Gewächse seltener, im Grasland nehmen wärmebedürftige Pflanzen zu und in Wäldern passiert beides gleichermaßen. Diese Thermophilisierung (Verschiebung zu wärmeliebenden Arten) erhöht das Aussterberisiko von Arten und verringert ihre ohnehin schwindende Vielfalt zusätzlich.

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Ein internationales Team mit österreichischer Beteiligung hat die Artenzusammensetzung auf mehr als 6.000 Wald-, Wiesen- und Berggipfelflächen in ganz Europa untersucht, die teils acht Jahrzehnte lang unter Beobachtung standen. Vor allem die Vegetation auf den alpinen Gipfeln zeigte eine starke Thermophilisierung, schrieben die Forscher in der Fachpublikation. Aber auch in den Wäldern und auf den Wiesen wäre dieser Effekt zu beobachten.

"Zu den kälteliebenden Pflanzen in den Alpen, die zu den überwiegend rückgängigen Arten zählen, gehören zum Beispiel das Einblütige Hornkraut (Cerastium uniflorum) und Moos-Steinbrech (Saxifraga bryoides)", erklärte Pauli der APA. Im Wald nahm etwa am Standort "Zöbelboden" im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich der Lorbeer-Seidelbast (Daphne laureola) als wärmebedürftige Art zu, die außerdem auch trockenere Standorte anzeigt, sagte der Forscher, der das Langzeit-Monitoring- und Forschungsprogramm GLORIA (Global Observation Research Initiative in Alpine Environments) für die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien koordiniert. An der Studie haben auch Forscherinnen und Forscher der Universität Innsbruck und des Umweltbundesamtes mitgewirkt.

Überall "hinkte" die Veränderung der Artenzusammensetzung der bereits erfolgten Erwärmung hinterher. Diese "Klimaschadenschulden" waren aber in den Wäldern besonders ausgeprägt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Baumkronen die Erwärmung ein bisschen abpuffern und die Veränderungen deshalb im Vergleich zu den Gipfelregionen und Grasländern etwas stärker zeitverzögert passieren.

(S E R V I C E - https://dx.doi.org/10.1038/s41586-025-09622-7 )

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