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"Hass ist auf Gaming-Plattformen weit verbreitet und scheint stellenweise sogar normalisiert zu sein", sagte Linda Schlegel vom Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt am Main in Deutschland. "Dort findet man auch wenig Gegenrede." Extremistische Akteure nutzen Gaming auf vielfältige Art und Weise, erklärte sie, etwa durch die Produktion eigener Propagandaspiele, indem sie in den Chats kommerzieller Spiele aktiv sind und auf deren Plattformen ihr Propagandamaterial verbreiten. Darin würden sie auch oft Gaming-Ästhetik und -Bezüge gebrauchen.
"Die extremistischen Inhalte und Narrative auf den Gaming-Plattformen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von jenen auf Social Media", berichtete Schlegel. Welche Rolle diese in Radikalisierungsprozessen spielen, sei aber nicht klar. "Das bloße In-Kontakt-Kommen mit Propaganda ist nicht ausreichend, um eine Radikalisierung anzustoßen", sagte sie.
"Es gibt mehrere zentrale Faktoren, warum Menschen hasserfüllte Inhalte im Internet verbreiten", so Jörg Matthes vom Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien. "Manche Leute neigen etwa aufgrund bestimmter Persönlichkeitsmerkmale eher dazu, aggressiv und abwertend zu kommunizieren." Menschen verbreiten auch manchmal Hass online, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und soziale Anerkennung zu erlangen, erklärte er. "Außerdem entwickeln Opfer von Hasskommentaren häufiger eine höhere Bereitschaft, selber hasserfüllte Inhalte zu verbreiten."
"Anders als häufig angenommen betrifft solche Radikalisierung (durch soziale Medien, Anm.) nicht nur Jugendliche", sagte Matthes. "Diese Dynamiken gelten auch für Erwachsene." Einzelne Maßnahmen wie Verbote, das Löschen von Inhalten und Bestrafungen würden demnach nicht ausreichen, Extremismus und Hass im Internet zu vermindern. Die Pressekonferenz wurde von "Diskurs. Das Wissenschaftsnetzwerk" organisiert.
++ ARCHIVBILD ++ ZU APA0360 VOM 10.11.2020 - THEMENBILD - Illustration zum Thema "Hass im Internet": Der Schriftzug "#Hass" auf einem Bildschirm, aufgenommen am 14. Juni 2016. (Gestellte Szene). In einem österreichweiten Großeinsatz ist der Verfassungsschutz am Dienstag gegen die rechtsextreme Szene vorgegangen. In sieben Bundesländern wurden auf Anordnung verschiedener Staatsanwaltschaften elf Hausdurchsuchungen durchgeführt, teilte das Innenministerium in einer Aussendung mit. Allen Beschuldigten wird vorgeworfen, sich im Sinne des Verbotsgesetzes wiederbetätigt zu haben. Zum Großteil sei "Hass im Netz" verbreitet worden. (ARCHIVBILD VOM 14.6.2016)






