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Die Forscherin vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien untersuchte mit internationalen Kollegen das Erbgut von rund 4.000 menschlichen Skelettresten, die Archäologen in ganz Europa ausgegraben hatten. Die erste Betroffene, die sie aufspürten, war ein junges Mädchen, das vor 3.100 bis 2.600 Jahren in der Eisenzeit im heutigen Italien lebte, berichtet Guellil in einer Aussendung. Auch bei Knochenproben etwa aus dem mittelalterlichen England und frühen historischen Russland konnte sie das Erbgut der Humanen Herpesviren-6 nachweisen.
"HHV-6 infiziert fast 90 Prozent der menschlichen Bevölkerung irgendwann im Leben", erklärt Guellil. Bei etwa jedem Hundertsten kann sich das Erbgut der Viren sogar in das menschliche integrieren und wird an die Kinder weitergegeben. Das war auch bei manchen der englischen Individuen der Fall, so die Forscherin: "Das macht sie zu den frühesten bekannten Trägerinnen und Trägern chromosomal integrierter Humaner Herpesviren."
Service: Artikel in Science Advances https://doi.org/10.1126/sciadv.adx5460
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/University of Tartu/Institute of Genomics Ancient DNA Laboratory