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"Die Planungen sind weit gediehen, die Entwurfsplanung ist abgeschlossen. Die derzeit in Vorbereitung befindliche Baugenehmigung hat eine Gültigkeit von vier Jahren und bietet damit reichlich Zeit für inhaltliche Überlegungen - etwa im Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie beispielsweise des besorgniserregenden Anstiegs von Antisemitismus und der Verbreitung autoritären Gedankenguts", hieß es weiter. Für Babler bietet der neue Standort mit rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Vermittlungsfläche "auch die Möglichkeit, sich intensiv dem düstersten Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte zu widmen, der Shoah". Der Holocaust sei "Teil der Geschichte Österreichs und damit auch im Kontext eines mittelfristig eigenständigen Bundesmuseums Haus der Geschichte Österreich zu denken". Zuletzt war auch die Schaffung eines eigenen Holocaust-Museums diskutiert worden.
Trotz des geplanten Umzugs des hdgö soll der Altan der Neuen Burg, im Volksmund "Führer-Balkon" genannt, künftig ein "Ort für die demokratiepolitische Bildung werden", so Babler. "Ich kann mir vorstellen, dass die neu geschaffene Koordinierungsstelle für Gedenkkultur unter Einbindung der wesentlichen Stakeholder dafür federführend tätig wird."
Im Ministerratsvortrag vom November 2023 seien die Gesamtkosten des Projekts auf 39,29 Mio. Euro geschätzt worden, hieß es. "Die Kosten bis zur Baugenehmigung belaufen sich auf rund 2,5 Mio. Euro seitens des Museumsquartiers, dazu kommen Personal- und Infrastrukturkosten und externe Dienstleistungen in Höhe von rund 0,9 Mio. Euro auf Seiten der ÖNB." Das derzeit in den Verband der Österreichischen Nationalbibliothek eingegliederte hdgö soll laut Regierungsprogramm ein eigenständiges Bundesmuseum werden.
Im September 2024 wurde das Berliner Architekturbüro O&O Baukunst als Gewinner der Ausschreibung präsentiert. Vorgesehen ist ein Holzbau im kleinen Klosterhof, der als Eingangsportal fungieren soll. "Das aktuelle Projekt wird dem wissenschaftlichen Beirat des hdgö am 21. Jänner präsentiert und auch noch dessen Expertise eingeholt", hieß es am Freitag seitens des Kulturministeriums.
