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Die Zahl der influenzabedingten Hospitalisierungsfälle in Wien übersteigt den Höchststand der vergangenen Saison bereits jetzt um rund ein Viertel, betonte die Ärztekammer. "Auch die Ordinationen der Wiener Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sind derzeit völlig überrannt und am Limit", sagte Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien. "Erfahrungsgemäß steigen insbesondere nach den Weihnachtsferien, wenn der Schul- und Kindergartenbetrieb wieder aufgenommen wird, die Erkrankungszahlen noch einmal deutlich an."
"Vor diesem Hintergrund wäre es besonders wichtig, dass wir Ärztinnen und Ärzte im Verdachtsfall testen könnten," forderte Kamaleyan-Schmied. Zwar gibt es entsprechende Influenza-Tests, diese müssen aber von den Patientinnen und Patienten privat bezahlt werden. Der Einsatz von CRP-Schnelltests in den Ordinationen sei durch die Krankenkasse stark limitiert.
Auch das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien verwies auf den weiteren Anstieg der Influenza-Aktivität in Österreich. Beinahe alle Länder Europas melden derzeit überregionale Influenzavirusaktivität mit mittlerer bis stark steigender Tendenz. Influenza A(H3N2) ist hierbei hauptverantwortlich für den steigenden Trend, so die MedUni.
"Die aktuellen Krankenstandszahlen zeigen, dass Infektionen mit Grippe, grippalen Infekten sowie Covid in Österreich weiterhin deutlich zunehmen. Erfahrungsgemäß kommt es insbesondere nach Feiertagen und Urlaubsphasen zu zusätzlichen Erkrankungen", informierte zuletzt auch die ÖGK. In der vergangenen Woche waren 5.871 Menschen wegen Influenza im Krankenstand, in Vergleichszeitraum 2025 waren es 3.339 gewesen. Bei den grippalen Infekten lagen die Zahlen mit 68.602 noch unter jenen vom Vorjahr (74.609). Insgesamt waren in der vergangenen Woche österreichweit 225.538 Menschen im Krankenstand, in der zweiten Kalenderwoche 2025 waren 264.683 Menschen österreichweit krankgeschrieben.
Nimmt man alle SARI-Fälle - dazu zählen Covid-19, Influenza, Pneumokokken-Pneumonie, RSV und andere schwere Atemwegsinfektionen, wie akute Bronchitis oder Lungenentzündung durch andere Erreger, gab es Ende Dezember bereits mehr Fälle als am Höhepunkt der Krankheitswelle in der vergangenen Saison. Auf Normalstationen wurden in der Woche bis 28. Dezember österreichweit 2.424 Menschen in Spitälern behandelt, 147 lagen auf Intensivstationen. In der vergangenen Saison gab es den Höhepunkt der Infektionswelle Ende Jänner/Anfang Februar. Damals waren 2.399 Menschen hospitalisiert, zudem mussten 129 Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch betreut werden.
