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Das 29-köpfige Forschungsteam aus zehn Ländern unter Co-Leitung der ETH Zürich und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) verbrachte für die Forschung zehn Wochen in einem abgelegenen Camp auf dem sogenannten Ross-Schelfeis, rund 700 Kilometer von der nächsten Forschungsstation entfernt.
Um an die schwer zugänglichen Sedimente zu gelangen, schmolz das Team zunächst ein Loch durch das 523 Meter dicke Eis. Anschließend bohrten sie 228 Meter weiter in den Grund der Westantarktis. Damit handelt es sich um den mit Abstand längsten jemals unter einem Eisschild gebohrten Kern. Die zuvor tiefste Bohrung war kürzer als zehn Meter. Zwei frühere Bohrversuche nach diesem längsten Bohrkern waren laut der ETH gescheitert.
Der Bohrkern gilt als Klimaarchiv, das die Umweltbedingungen aus früheren Zeiten festhält. Erste Anzeichen deuten laut der ETH darauf hin, dass die Sedimentschichten im Kern bis zu 23 Millionen Jahre zurückreichen. Diese Zeitspanne schließt auch Perioden ein, in denen die globale Durchschnittstemperatur deutlich höher als heute lag.
Schmilzt das westantarktische Eisschild komplett, würde der globale Meeresspiegel Berechnungen zufolge um vier bis fünf Meter steigen. Das Ross-Schelfeis spielt bei der Frage nach der Erhöhung des Meeresspiegels eine Schlüsselrolle: Es stabilisiert wie eine Art "Türstopper" die dahinterliegenden Gletscher. Schmilzt es, könnte das Eis der Westantarktis ungehindert ins Meer fließen.
Die Forschenden wollen nun klären, bei welchen Bedingungen das Eisschild in der Vergangenheit instabil wurde. Zentral ist die Frage, ob ein Rückzug bei einer globalen Erwärmung von zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau droht.
Der Bohrkern wurde vor Ort gekühlt und zur neuseeländischen Scott Base geflogen. Von dort wird er per Schiff nach Neuseeland transportiert, wo die detaillierte Laboranalyse beginnt. Das Forschungsprojekt trägt den Namen SWAIS2C (Sensitivity of the West Antarctic Ice Sheet to 2°C).
This handout picture, released on August 20, 2025, by the University of Santiago USACH, shows a view of Antarctica during a study led by a team of Chilean scientists of the University of Santiago with researchers from the Netherlands and Germany, to determine the presence of heavy metals in Antarctica due to the increase in tourism in the area. Antarctica is showing increasing signs of the polluting impact of tourism and scientific activities, according to a study published on Wednesday in the journal Nature Sustainability. In the visited areas of the Antarctic Peninsula, heavy metal pollutants have been detected in quantities ten times higher than 40 years ago. (Photo by Jose Jorquera / University of Santiago USACH / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / UNIVERSITY OF SANTIAGO USACH / HANDOUT / " - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS






