von
Das vergangene Jahr habe mit einer Einigung auf ein ESA-Budget von 22,3 Milliarden Euro für die Jahre 2026 bis 2028 "alle Erwartungen übertroffen", so Aschbacher. Konkret beträgt das Plus 31 Prozent gegenüber dem vorigen Drei-Jahres-Etat. Der Beitrag Österreichs steigt früheren Angaben zufolge von 260 auf 340 Millionen Euro. Zudem wurden im vergangenen Jahr 46 neue Satelliten und Missionen gestartet. Heuer wird mit einem Anstieg auf bis zu 65 gerechnet.
Erstmals mit vier Boosterraketen ausgestattet soll im ersten Quartal 2026 die europäische Trägerrakete Ariane 6 abheben. Dadurch kann die Nutzlast von rund 4,5 Tonnen auf 11,5 Tonnen erhöht werden, was Europa einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit von externen Anbietern bringt. Die Trägerraketen werden damit auch attraktiver als Beförderer großer Satelliten bzw. Satelliten-Konstellationen.
Überhaupt will die ESA die Startfrequenz der neuen Ariane im kommenden Jahr erhöhen. Nach vier Starts im vergangenen Jahr wird heuer eine Verdoppelung angestrebt, für 2027 werden neun bis zehn Starts als Ziel genannt. Durch die Trägerrakete, die erstmals im Juli 2024 abgehoben ist, sei der Zugang zum Weltraum gesichert. Man habe nach einer zeitweiligen "Launcher-Krise" nun eine starke Position, erklärte Aschbacher.
Highlight des Raumfahrtjahres 2026 dürfte die "Artemis 2"-Mission werden, im Rahmen derer die USA wieder Menschen zum Mond bringen bzw. zunächst rundherum schicken wollen und an der die ESA zentral beteiligt ist. Nach zahlreichen Verschiebungen will man sich bis zum zweiten Quartal mit einem Start der US-Trägerrakete SLS dem historisch bedeutsamen und medienwirksamen Ziel annähern. Die ESA liefert mit dem Europäischen Servicemodul (ESM) eine wichtige Komponente des "Orion"-Raumschiffs, das die Astronauten in die Mondumlaufbahn bringen soll.
Wie es mit dem "Artemis"-Programm aber weitergeht, dürfte auch von Prioritäten, etwa im Hinblick auf eine Mondlandung, und den Budgets der US-Raumfahrtbehörde NASA abhängen. "Hier sind wir im ständigen Austausch, was das für unsere Zusammenarbeit bedeutet", sagte ESA-Direktor Daniel Neuenschwander. Es gebe aber von allen internationalen Partnern die Bereitschaft, das Artemis-Programm fortzusetzen. Eine Mission der NASA und der ESA namens "Mars Sample Return" scheint unterdessen ungewiss. Geplant war, Proben in den 2030er-Jahren zur Erde zurückzubringen.
Als weiteres ESA-Highlight 2026 wurde unter anderem der "Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer" (SMILE) genannt. Damit startet die ESA in Kooperation mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) zwischen dem 8. April und dem 7. Mai von Europas Weltraumbahnhof in Kourou (Französisch-Guyana) aus eine wissenschaftliche Mission zur Erforschung der Wechselwirkung zwischen Sonnenwind und der Erdmagnetosphäre.
Die europäisch-japanische Mission "BepiColombo" soll nach Vorbeiflügen in den vergangenen Jahren im November ihr ultimatives Ziel, den Gesteinsplaneten Merkur, erreichen und beginnen, diesen zu erkunden. Ebenfalls voraussichtlich im vierten Quartal geht der europäische Exoplanetenjäger "PLATO" an den Start. Über mehrere Jahre hinweg soll die Sonde mit 26 Kameras Informationen über an ihren Sonnen vorbei wandernde Exoplaneten sammeln.
Österreich gehört der Europäischen Weltraumorganisation, die vergangenes Jahr ihr 50-Jahr-Jubiläum gefeiert hat, seit 1987 an.
