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Bildungsministerium veröffentlicht ab Herbst "faire" Schuldaten

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Wiederkehr will Schuldaten transparent machen
©HELMUT FOHRINGER, APA
Das Bildungsministerium veröffentlicht ab dem kommenden Schuljahr standortbezogene Schuldaten. Leistungsdaten wie etwa aus der individuellen Kompetenzmessung PLUS (iKM PLUS) oder der Zentralmatura werden allerdings nur im sogenannten "fairen" Vergleich publiziert - also unter Berücksichtigung der Zusammensetzung der Schülerschaft. Als erstes werden im Herbst Daten aus der Volksschule vorliegen, die anderen Schulformen folgen im Lauf des Schuljahrs.

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Konkret werden neben den Leistungsdaten auch etwa quantitative Merkmale der Schule veröffentlicht wie etwa die Zahl der Schüler und Klassen oder die durchschnittliche Klassengröße. Dazu kommen noch qualitative Merkmale wie bestimmte Gütesiegel oder die konkreten Schulschwerpunkte. Nicht möglich sein soll allerdings die Erstellung von Schulrankings aus den Leistungsdaten: "Eine absolute Reihung ohne fairen Vergleich wäre irreführend", so Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) bei einer Pressekonferenz am Montag.

Die Schulen werden daher (wie schon aus den iKM PLUS Testungen bekannt) anhand der sozioökonomischen Ausgangslage (SÖL) der Schülerinnen und Schüler in sechs Kategorien eingeteilt. Dies erfolgt anhand des Bildungsstands der Eltern, deren ökonomischem und sozialem Hintergrund sowie Erstsprache und Migrationsstatus der Kinder.

Veröffentlicht wird dann, ob die Ergebnisse der Schule innerhalb ihrer Kategorie über, unter oder in etwa im Bereich der Erwartung liegen. Hinterlegt sind diese Einordnungen mit den jeweiligen Mittelwerten bei den iKM PLUS-Testungen bzw. der Zentralmatura - die Mittelwerte selbst werden nicht publiziert. Es erscheint also kein Ranking, sondern eine Liste aller Schulen. Mit einem Klick auf den ausgewählten Standort erscheinen dann die Daten. Die Ergebnisse werden alle drei Jahre aktualisiert.

Die Schulen selbst erhalten ihre jeweiligen konkreten Ergebnisse sehr wohl. Primär seien diese ja vor allem ein Tool für die Schulgemeinschafts-Gremien vor Ort. Diese könnten anhand der Daten im Zeitverlauf sehen, ob bestimmte Maßnahmen gewirkt hätten oder eben nicht, so Wiederkehr. Als Beispiel nannte er die autonomen Möglichkeiten zur Deutschförderung, die ab dem kommenden Schuljahr greifen können. Die Volksschulen erhalten "ihre" Daten ab Mai - die Sekundarstufen folgen im nächsten Schuljahr, da dort die iKM-PLUS-Daten bzw. aktuellen Maturaergebnisse noch nicht vorliegen.

Wiederkehr sprach von einer "neuen Kultur, wie wir mit Daten umgehen". Diese werde gewiss auch zu Irritationen führen. Man habe den Schritt aber sorgfältig abgewogen - mit dem Informationsfreiheitsgesetz habe man auch den Auftrag, transparenter mit Daten umzugehen.

Befürchtungen, dass durch die Veröffentlichung ein "Run" auf bestimmte Schulen bzw. eine Abkehr stattfindet, hat der Minister nicht. "Eine unterschiedliche Nachfrage an Schulen haben wir in Österreich jetzt schon." Eltern hätten sich ja schon bisher über Schulen informiert und würden informell durchaus wissen, welche Schulen als gut oder schlecht gelten. "Es gibt aber kein gesichertes Wissen." Dieses stelle man nun transparent zur Verfügung. Vorweg: Dieses informelle Wissen stimme manchmal nicht mit den konkreten Daten überein, deutete er an.

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