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Bei den von der Archäologin Diletta Menghinello geleiteten Ausgrabungen kam in etwa einem Meter Tiefe ein Komplex aus fünf kaiserzeitlichen Grabgebäuden mit quadratischem Grundriss und Gewölbedach zum Vorschein. Die Gebäude sind in Nordost-Südwest-Richtung ausgerichtet und werden von zwei kleineren Strukturen flankiert. Ein sechstes Gebäude, das senkrecht zu den anderen angeordnet ist, deutet zusammen mit weiteren Raumresten darauf hin, dass der Komplex um einen Innenhof organisiert war.
Nach Angaben Menghinellos handelt es sich vermutlich um sogenannte Kolumbarien - Grabkammern mit Nischen für Urnen mit Asche der Verstorbenen. Obwohl sich die Ausgrabung noch in einer frühen Phase befindet, sind bereits reich verzierte Wandmalereien mit Streifen- und Pflanzenmotiven, Stuckarbeiten sowie Nischen mit Figuren der römischen Totensymbolik - etwa betende Gestalten oder geflügelte Siegesfiguren - zu erkennen. Weitere Funde wie Grabbeigaben, Inschriften oder Mosaikböden könnten bei fortgesetzten Untersuchungen ans Licht kommen.
In einem Bereich näher an der Via Ostiense wurden zudem in größerer Tiefe eine apsidenförmige Halle und ein weiterer großer Raum mit Resten eines Mosaikbodens entdeckt. Beide Strukturen bestehen aus Ziegelmauerwerk; ihre Funktion soll durch weitere Untersuchungen geklärt werden. In spätantiker Zeit entstand hinter dem monumentalen Grabsektor eine wesentlich einfachere Nekropole. Sie ist durch eine lange Mauer aus Tuffsteinblöcken getrennt und besteht aus einfachen Erdgräbern mit wenigen Beigaben, die dicht übereinander angelegt wurden. Die Funde gehören zur weitläufigen Nekropole entlang der Via Ostiense, die sich vom späten republikanischen Zeitalter bis in die Spätantike entwickelte.
"Die Ostiense-Nekropole, eine der größten des antiken Rom, liefert uns ein weiteres bedeutendes Zeugnis", erklärte Kulturminister Alessandro Giuli. Der Fund soll jetzt untersucht und aufgewertet, ohne dass das Projekt eines neuen Studentenwohnheims gestoppt werden müsse. Das archäologische Areal soll künftig auch für Besucher zugänglich gemacht werden.
Die Leiterin der Sonderaufsichtsbehörde für Rom, Daniela Porro, betonte, der Fund bestätige erneut die außergewöhnliche Komplexität des archäologischen Erbes der Stadt, das auch bei städtebaulichen Veränderungen immer wieder zum Vorschein kommt. "Die Qualität der Strukturen, die Organisation der Räume und der reiche Dekorschmuck bieten wichtige Möglichkeiten für weitere wissenschaftliche Untersuchungen", so Porro.






