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Mit diesem wissenschaftlichen Nachweis, der Jahre in Anspruch genommen habe, gehe "eine Kriminalgeschichte" zu Ende, hieß es. Bereits nach dem ersten Fund des Pferdekopfs vor einem Vierteljahrhundert hatte sich Grabungsleiter Gerhard Tomedi nämlich ans Werk gemacht, weitere Fragmente zu suchen und diese zusammenzukleben. Das Geweihstück legte schließlich die Vermutung nahe, dass es sich um Teile eines Musikinstrumentes handeln könnte.
Akribische Forschung bestätigte nunmehr diese These. Der Archäologe Michael Schick, der auf frühzeitliche Musikinstrumente spezialisiert ist, untersuchte mit seinem Team die Fundstücke und entdeckte Abnützungsspuren bei den Funden, die auf gespannte Saiten hindeuteten. Nach der Rekonstruktion der Harfe folgte ein Vergleich mit anderen Fundstücken aus derselben Zeit. Einen letzten Hinweis bildete schließlich noch eine Bronzestatue aus Oberitalien, die ein harfenartiges Instrument abbildet. Die Dimensionen der Statue passten zu der rekonstruierten Harfe.
Der Harfe wird im Gemeindeamt Fritzens ausgestellt. Deren Fund sei "ein Wunder", hieß es von Seiten der Forschergruppe, zumal noch nie eine solche frühzeitliche Harfe in Mitteleuropa entdeckt worden sei.
