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ORF Chef Weißmann tritt mit sofortiger Wirkung zurück

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Roland Weißmann

©IMAGO / Rudolf Gigler

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, wie Heinz Lederer, Vorsitzender des Stiftungsrats, am Montag in einer Aussendung mitteilte.

ORF-Chef Roland Weißmann tritt mit "mit sofortiger Wirkung" zurück, das gab Heinz Lederer, Vorsitzender des Stiftungsrates, am Montag per Aussendung bekannt. In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin gegenüber dem Generaldirektor Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Hörfunkdirektorin Ingrid Thurnher übernimmt interimistisch die Führung des ORF.

Die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors oder der neuen ORF-Generaldirektorin soll laut Stiftungsrat wie geplant stattfinden. Die neue Führung des ORF werde mit Jänner 2027 die Geschäftsführung übernehmen.

Der Vorsitzende des ORF-Stiftungsrats, Heinz Lederer, und sein Stellvertreter Gregor Schütze betonten in einer Aussendung, die im Raum stehenden Vorwürfe verlangten eine „rasche und transparente Aufklärung“. Zugleich müsse der Schutz der betroffenen Person „oberstes Ziel“ sein. Beide dankten Roland Weißmann für dessen Verdienste und seine 30-jährige Tätigkeit im ORF.

Bei der Stiftungsratssitzung am Donnerstag soll Hörfunkdirektorin Thurnher mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Generaldirektors beauftragt werden. Lederer erklärte, es sei „die Verantwortung des ORF-Stiftungsrats, nun rasch die nötigen Schritte zu setzen, damit die erhobenen Vorwürfe transparent und mit aller Konsequenz aufgeklärt werden können“ und die Fortführung der Geschäftsführung garantiert sei.

Auch Vizevorsitzender Schütze sprach von einer „entschiedenen Vorgangsweise“ des Gremiums. Der Stiftungsrat zeige damit, dass er auch „in schwierigen Momenten eine ruhige Hand bewahrt“. Lederer und Schütze zeigten sich überzeugt, dass mit Thurnher die Fortführung der Geschäfte gesichert sei.

In einer Stellungnahme von Weißmanns Anwalt heißt es, sein Mandant sei vom Stiftungsrat darüber informiert worden, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor im Jahr 2022 vorgeworfen werde. Laut Anwalt sei Weißmann eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt worden, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl er die Vorwürfe bestritten habe. Eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe sei demnach nicht erfolgt.

Weißmann habe „bis heute“ der genaue vorgebrachte Sachverhalt nicht vorgelegen. Dennoch sei er, „um Schaden vom Unternehmen abzuwenden“, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit gewesen und deshalb am Sonntag, 8. März 2026, um 11.45 Uhr mit sofortiger Wirkung als ORF-Generaldirektor zurückgetreten, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme weiter.

Der Anwalt bezeichnete die mediale Verbreitung der nicht aufgeklärten Vorwürfe als „überschießende Reaktion“. Mittlerweile sei laut Stellungnahme „sogar eine Einigung mit der betreffenden Mitarbeiterin gefunden“ worden. Die Vorgehensweise sowie die Wiedergabe der Vorwürfe durch Dritte verletzten die Persönlichkeitsrechte seines Mandanten massiv und würden rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Zudem verwies der Anwalt darauf, dass sich der Fall „bezeichnenderweise wenige Monate vor der bevorstehenden Generaldirektorwahl“ ereigne.

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