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Tote bei schweren russischen Luftangriffen auf die Ukraine

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Zerstörungen in Dnipro nach russischen Angriffen
Die Zahl der zivilen Todesopfer in der Ukraine nach dem verheerenden russischen Angriff in der Nacht ist nach Behördenangaben auf 22 gestiegen. Mehr als 100 Verletzte gibt es. In der Millionenstadt Dnipro seien die Leichen einer Frau und eines achtjährigen Burschen geborgen worden, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Damit sind allein in Dnipro 16 Tote zu beklagen, darunter drei Kinder. 42 Menschen wurden dort verletzt.

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Weitere Opfer werden unter den eingestürzten Häuserblöcken vermutet. Auch in der Hauptstadt Kiew steigt die Zahl der Toten. "Ein Verletzter ist im Krankenhaus gestorben", teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Später bezifferte er die Anzahl der Opfer in Kiew auf 6 Tote und 66 Verletzte. Der Betreiber des Kiewer U-Bahn-Netzes erklärte, mehr als 40.000 Menschen hätten am Abend in den Stationen Schutz gesucht - so viele wie seit Jahren nicht mehr.

UNO-Generalsekretär António Guterres verurteilte die jüngsten russischen Angriffe "aufs Schärfste". Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur seien nach dem humanitären Völkerrecht verboten und müssten sofort enden, erklärte sein Sprecher Stéphane Dujarric.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland in der Nacht zum Dienstag insgesamt 656 Drohnen und 73 Raketen ab, die vor allem auf Kiew gerichtet waren. Davon seien 40 Raketen und 602 Drohnen abgefangen oder unschädlich gemacht worden. Ein Sprecher der Luftwaffe erklärte, unter den Geschossen seien acht Hyperschallraketen vom Typ Zirkon gewesen. Dies sei vermutlich die höchste Anzahl dieser Raketen, die Russland seit Beginn des Krieges bei einem einzelnen Angriff eingesetzt habe.

Die Zirkon-Rakete hat nach russischen Angaben eine Reichweite von 1000 Kilometern und fliegt mit neunfacher Schallgeschwindigkeit. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe einen massiven Schlag mit hochpräzisen Langstreckenwaffen gegen Einrichtungen der ukrainischen Rüstungsindustrie geführt. Dies sei eine Reaktion auf ukrainische Angriffe, die das Ministerium als "Terrortaten" bezeichnete.

In der südöstlichen Stadt Dnipro und ihrer Umgebung wurden dem Regionalgouverneur Oleksandr Hanscha zufolge sieben Menschen getötet und 36 verletzt. Unter den Opfern war auch ein Rettungshelfer. Er kam bei einem sogenannten "Double-Tap"-Angriff ums Leben, bei dem ein zweiter Schlag gezielt die bereits eingetroffenen Rettungskräfte ins Visier nimmt. In der nordöstlichen Region Charkiw wurden den Behörden zufolge zehn Menschen verletzt, darunter ein Kind. Angesichts der schweren Angriffe im Nachbarland ließ das NATO-Mitglied Polen am Dienstag Kampfjets aufsteigen, um den eigenen Luftraum zu sichern.

Zugleich gerieten wieder russische Regionen unter ukrainischen Beschuss. In der südlichen Region Krasnodar stand die Ölraffinerie Ilsky nach einem Drohnenangriff in Flammen, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Raffinerie ist eine der größten Ölverarbeitungsanlagen im Süden Russlands. Die Ukraine attackiert systematisch die russische Ölindustrie, um den angreifenden Truppen die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung insgesamt zu erschweren.

In der an die Ukraine grenzenden Region Belgorod wurde demnach ein elfjähriger Bursche verletzt, als eine ukrainische Drohne ein Wohnhaus getroffen habe. Nach Angaben des Moskauer Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht insgesamt 148 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgeschossen. Auch über der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim seien Drohnenangriffe abgewehrt worden. Die Angaben ließen sich von der Nachrichtenagentur Reuters nicht unabhängig überprüfen.

Der Kreml hatte in der vergangenen Woche mit "systematischen Angriffen" auf Ziele in Kiew gedroht, als Reaktion auf einen Drohnenangriff auf ein Wohnheim in der von Russland besetzten ukrainischen Region Luhansk, bei dem 21 Menschen getötet worden sein sollen. Die Ukraine bestreitet die russischen Vorwürfe. Der Krieg in der Ukraine dauert inzwischen mehr als vier Jahre an, nachdem Russland im Februar 2022 eine großangelegte Invasion gestartet hatte.

Russland nimmt seither vor allem die ukrainische Energieversorgung und Infrastruktur ins Visier, während die Ukraine in diesem Jahr ihre Angriffe auf russische Ölanlagen verstärkt hat. Beide Seiten bestreiten, gezielt Zivilisten anzugreifen. Die Bemühungen um ein Ende des Krieges haben zuletzt kaum Fortschritte gemacht, da sich die US-Regierung unter Präsident Donald Trump vor allem auf die Konflikte im Nahen Osten konzentriert.

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