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WEF-Programm in Davos beginnt - Warten auf Trump

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Protest gegen Trump in Davos
©GIAN EHRENZELLER, APA, KEYSTONE
In Davos beginnt am Dienstag das offizielle Programm des Weltwirtschaftsforums. Zum WEF-Auftakt sind unter anderem Reden von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Chinas Vizepremier He Lifeng geplant. Aus Österreich hat sich Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) angekündigt. Trump wird am Mittwoch in Davos erwartet. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat über eine Teilnahme noch nicht entschieden.

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Grund sei, dass seitens der USA noch nicht klar sei, ob es zu einem "substanziellen Treffen" Selenskyjs mit Trump kommen werde, sagte ein Regierungsvertreter in Kiew. Kiew sei bereit, Abkommen über Sicherheitsgarantien oder zur Förderung des Wohlstands zu unterzeichnen, sollten die USA dazu bereit sein. In einem X-Beitrag eines Axios-Reporters hatte es zuvor geheißen, Selenskyj reise nach massiven russischen Luftangriffen auf die Ukraine vorerst nicht nach Davos.

Die Jahrestagung des WEF steht im Schatten der Forderung von US-Präsident Trump nach einer Übernahme Grönlands. Trump soll in Davos auch eine Rede halten. Außerdem soll es Veranstaltungen mit US-Finanzminister Scott Bessent oder Microsoft-Chef Satya Nadella geben.

Stocker ist am Dienstag und Mittwoch im Schweizer Kurort anwesend. Am Dienstag stehen laut Bundeskanzleramt Treffen mit dem Premierminister der Region Kurdistan-Irak, Masrour Barzani, dem Präsidenten Panamas, José Raúl Mulino, sowie Vertreterinnen und Vertretern von META auf dem Programm.

Am Mittwoch wollte Stocker ursprünglich den syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa treffen. Dieser sagte aber seine Teilnahme in Davos ab. Auch ein geplantes Treffens Stockers mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi musste abgesagt werden. Geplant bleibt weiter eine Unterredung mit Selenskyj. Weiters kommt der Bundeskanzler mit dem Vorstandsvorsitzenden von Cisco und Vorsitzenden des "Business Roundtable", Chuck Robbins, sowie dem Vizepräsidenten von Google für Zentraleuropa, Philipp Justus, zusammen.

Schwerpunkt der wirtschaftspolitischen Arbeitstreffen ist die Umsetzung der neu beschlossenen österreichischen Industriestrategie. "Gerade in geopolitisch herausfordernden Zeiten ist der Dialog wichtiger denn je. Foren wie das Weltwirtschaftsforum schaffen Räume, in denen Austausch möglich bleibt - direkt, offen und im persönlichen Gespräch", erklärte der Kanzler im Vorfeld.

Angesichts der Handelsstreitigkeiten mit den USA fordert China beim Weltwirtschaftsforum mehr Austausch. Im vergangenen Jahr hätten die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen beider Länder einige Aufs und Abs erlebt, sagte Vize-Ministerpräsident He in Davos. Lösungen sollten nicht durch Konfrontation, sondern durch Beratungen gesucht werden, erklärte He.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Alliierte seien ein Fehler, sagte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Spannungen würden nur genau denjenigen Gegnern helfen, die man möglichst von den strategischen Interessengebieten fernhalten wolle.

UNO-Generalsekretär António Guterres nimmt krankheitsbedingt nicht an der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums teil. Der Generalsekretär habe seine Teilnahme an dem Gipfel "leider" absagen müssen, sagte der UNO-Sprecher Rolando Gomez am Dienstag Journalisten in Genf. Guterres, der am Mittwoch in Davos hätte sprechen sollen, habe "eine schwerere Erkältung" und werde aus der Schweiz abreisen, fügte der Sprecher hinzu.

Insgesamt kommen rund 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Schweizer Alpenort, um unter dem Motto "Im Geiste des Dialogs" noch bis Donnerstag über Weltwirtschaft, Handel und Künstliche Intelligenz zu diskutieren. Darunter sind auch zahlreiche Spitzenpolitiker und Hunderte Konzernchefs.

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