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Es ist unklar, welche Länder Trump meint und ob sich Länder überhaupt bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergänzte, dass "hoffentlich" China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von Irans Blockade der für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt.
Wichtig sei nun, "den Konflikt zu deeskalieren", sagte der britische Minister für Energiesicherheit, Ed Miliband, am Sonntag der BBC. Zuvor hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärt, London berate derzeit mit seinen Verbündeten und Partnern über "Optionen zur Sicherung der Schifffahrt in der Region".
Aus Japan kam am Sonntag eine abwehrende Reaktion. Ein Regierungsvertreter betonte, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Entsendung japanischer Marineschiffe seien "extrem hoch". Die Lage müsse angesichts des andauernden Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran zudem "mit großer Vorsicht betrachtet werden". Ein Vertreter des südkoreanischen Präsidialamts sagte am Sonntag, Seoul verfolge Trumps Äußerungen genau und werde "das Thema in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten gründlich betrachten". Die Regierung erwäge "verschiedene Maßnahmen" um die Energie-Lieferrouten zu sichern.
Trump drohte unterdessen in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg. Das US-Militär hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel Militäranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormuz zu bewegen.
Laut der US-Armee wurden mehr als 90 Militärziele getroffen, ohne dass dabei die Ölinfrastruktur beschädigt wurde. Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hätten die Insel Kharg "vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß".
Trump versprach auf Truth Social, die Straße von Hormuz werde so oder so bald wieder "offen, sicher und frei" sein. In einem weiteren Post schrieb er, die Länder, die Öl durch die Straße von Hormuz beziehen, müssten sie sichern.
Der iranische Außenminister wies indes Gerüchte über den Gesundheitszustand des neuen obersten Führers seines Landes, Mojtaba Khamenei, zurück. Khamenei erfreue sich bester Gesundheit und habe die Lage im Griff, sagte der iranische Chefdiplomat Abbas Aragchi nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna. Es gebe auch keine Spaltung innerhalb der Regierung oder des Militärs.
Die USA hatten am Freitag mitgeteilt, dass Khamenei nach ihren Kenntnissen verletzt sei. Details wurden nicht genannt. Seit seiner Ernennung zum obersten Führer im Iran vor einer Woche hat sich Mojtaba Khamenei nicht öffentlich gezeigt. In einer ersten Stellungnahme, die im Staatsfernsehen verlesen wurde, forderte er Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel.
Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete unterdessen am Sonntag früh auf der Plattform X, dass die Luftabwehr erneut dabei sei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen. Zuvor war es bereits zu Angriffen auch auf andere Golfstaaten gekommen.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf die Revolutionsgarden, man habe Drohnen und Raketen auf die Luftwaffenbasis al-Dhafra abgefeuert. Man werde Angriffe auf Ziele, die die Interessen der USA und Israels vertreten, fortsetzen, hieß es.
Die US-Botschaft im Irak rief unterdessen US-Bürger auf, das Land zu verlassen. Der Aufruf erfolgte, nachdem zuvor ein Flugabwehrsystem an der Botschaft Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden war. Mit dem Iran verbündete Milizen haben seit Beginn des Iran-Kriegs mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak für sich beansprucht. "US-Bürger sollten den Irak jetzt verlassen", heißt es in der Warnung der Botschaft in der Hauptstadt Bagdad.
Saudi-Arabien fing nach eigenen Angaben insgesamt 14 Drohnen im Raum der Hauptstadt Riad und im ölreichen Osten des Landes ab. Weitere Details nannte das saudische Verteidigungsministerium nicht. Der Iran dementierte den Angriff auf Saudi-Arabien nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Dieser stehe in keinem Zusammenhang mit der Islamischen Republik. "Die saudische Regierung sollte sich bemühen, die Herkunft der Angriffe aufzudecken", hieß es.
Die israelische Armee startete nach eigenen Angaben eine neue breit angelegte Angriffswelle im Iran. Es sei Infrastruktur des iranischen Machtapparats im Westen des Landes angegriffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Am Sonntag in der Früh und in der Nacht war es zu mehreren Raketenangriffen aus dem Iran in Israel gekommen. Seit Beginn des Krieges vor mehr als zwei Wochen hatte die israelische Armee nach Militärangaben mehrfach Raketenabschussrampen im Westen des Irans zerstört.
Die iranischen Revolutionsgarden drohten indes dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanyahu mit dem Tode. Sollte Netanyahu noch leben, werde man ihn verfolgen und töten, berichteten die Nachrichtenagenturen Fars und Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Elitestreitkräfte.






