News Logo
ABO

Proteste in den USA nach Tötung einer Frau durch ICE-Beamten

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Landesweit mehr als 1.000 Proteste geplant
©OCTAVIO JONES, AFP, APA
Nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau in Minneapolis sind erneut an vielen Orten der USA Menschen auf die Straße gegangen. Allein in der Stadt im US-Staat Minnesota, wo sich der tödliche ICE-Einsatz ereignete, demonstrierten Tausende am Samstagabend (Ortszeit) friedlich gegen die Behörde, wie örtliche Medien berichteten. Am Ort der Schüsse vom Mittwoch gedachten zahlreiche Menschen der getöteten 37-Jährigen, Renee Nicole Good.

von

In vielen weiteren Teilen der Vereinigten Staaten wurde ebenfalls demonstriert, wie der Nachrichtensender CNN und andere US-Medien berichteten - darunter in New York, Los Angeles und Washington sowie auch Städte wie Portland und San Antonio. Laut Organisatoren waren landesweit mehr als 1.000 Proteste geplant.

Ein Bündnis aus Bürgerrechts- und Migrantenorganisationen hatte für das Wochenende zu Protesten unter dem Motto "ICE Out For Good" aufgerufen. Viele Teilnehmer forderten ein Ende der ICE-Einsätze gegen Migranten und eine strafrechtliche Verfolgung des Beamten, der die tödlichen Schüsse abgegeben hatte, wie auf Bildern zu sehen war.

Nach Angaben der Behörden hatte Good bei einem ICE-Einsatz die Straße mit ihrem Auto blockiert. Ein ICE-Beamter näherte sich zu Fuß, ging um Goods Wagen herum und filmte auch, wie sie ihn ansprach. Der Anweisung eines anderen Beamten, aus dem Wagen auszusteigen, folgte sie nicht, stattdessen setzte sie den Wagen in Bewegung. Daraufhin fielen mindestens zwei Schüsse. Die 37-Jährige erlitt eine Kopfverletzung und wurde im Krankenhaus für tot erklärt.

Das Heimatschutzministerium - zu dem ICE gehört - sowie US-Präsident Donald Trump warfen Good vor, versucht zu haben, den Beamten zu überfahren, der wiederum aus Notwehr gehandelt habe. Der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, widersprach der Darstellung der Schüsse als Selbstverteidigung und verlangte eine transparente Untersuchung. Er forderte die Behörde ICE zudem auf, die Stadt zu verlassen. Auf Videos des Vorfalls ist der ICE-Beamte links neben dem Wagen zu sehen, der nach rechts abdreht - also von ihm weg -, als er schießt.

Good, eine weiße US-Staatsbürgerin, war nach Medienberichten Dichterin und Mutter dreier Kinder im Alter von sechs, zwölf und 15 Jahren. Ihre Frau, Becca Good, war bei dem Vorfall dabei. In einer Mitteilung, die lokale Medien veröffentlichten, beschrieb Becca Good ihre getötete Frau als "puren Sonnenschein": "Renee war Christin und wusste, dass alle Religionen im Grunde dieselbe Wahrheit lehren: Wir sind hier, um einander zu lieben, füreinander zu sorgen und einander zu beschützen und zu bewahren", hieß es weiter.

Zu dem ICE-Einsatz war das Paar laut Becca Good gefahren, um seine Nachbarn zu unterstützen. "Wir hatten Trillerpfeifen, sie hatten Waffen."

Ebenfalls in Minneapolis wurde 2020 der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet. Das löste im ganzen Land Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Protesters march from Powderhorn Park in Minneapolis against Immigration and Customs Enforcement (ICE) and the fatal shooting of Renee Good by an ICE agent, calling on federal authorities to leave the city and demand accountability, in Minneapolis, Minnesota, on January 10, 2026. A US Immigration and Customs Enforcement (ICE) agent shot and killed 37-year-old Renee Nicole Good on the streets of Minneapolis on January 7, leading to huge protests and outrage from local leaders who rejected White House claims she was a domestic terrorist. (Photo by Octavio JONES / AFP)

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab 20,63€
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER