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US-Abgeordnete wollen Dänemark und Grönland unterstützen

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Grönländische Flagge weht vor dänischem Parlament
©SEBASTIAN ELIAS UTH, APA, Ritzau Scanpix
Eine überparteiliche Delegation von US-Parlamentariern will Dänemark und Grönland angesichts der Drohungen von US-Präsident Donald Trump die Unterstützung des Kongresses zusichern. Die elfköpfige Delegation unter Leitung des demokratischen Senators Chris Coons traf am Freitag in Kopenhagen Parlamentarier aus Dänemark und Grönland. Auch ein Treffen mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen stand am Programm.

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Trump hatte erklärt, Grönland sei wegen seiner strategischen Lage und seiner großen Mineralienvorkommen für die Sicherheit der USA von entscheidender Bedeutung. Er hat den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme der Insel nicht ausgeschlossen.

"In einer Zeit zunehmender internationaler Instabilität müssen wir uns unseren Verbündeten annähern und sie nicht vergraulen", erklärte Senator Coons Anfang der Woche. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen sagte, die Rhetorik zu einer Übernahme Grönlands untergrabe die NATO und spiele Russland und China in die Hände. "Ich weiß, dass es hier in Dänemark und in Grönland echte, tiefe Besorgnis gibt", sagte sie. "Aber ich glaube, dass sich vernünftigere Köpfe durchsetzen werden."

Der Delegation gehören zwar überwiegend Demokraten an, aber auch die republikanischen Senatoren Thom Tillis und Lisa Murkowski sind dabei. "Grönland sollte als Verbündeter gesehen werden, nicht als Besitz", sagte Murkowski, die für den US-Bundesstaat Alaska im Senat sitzt und dafür bekannt ist, dass sie zu den wenigen Parteikollegen des US-Präsidenten gehört, die nicht vor eine Konfrontation mit ihm zurückschrecken. Sie gehört auch zu den Initiatorinnen eines Gesetzentwurfs, der es Trumps Regierung verbieten würde, das Gebiet eines NATO-Staats ohne die Zustimmung des betroffenen Bündnispartners zu annektieren, zu besetzen oder anderweitig zu kontrollieren.

Die US-Parlamentarier waren in die dänische Hauptstadt gereist, um mit grönländischen und dänischen Kollegen ins Gespräch zu kommen. Man wolle deren Perspektiven mit zurück in die USA nehmen, um "die Temperatur zu senken" in der derzeit aufgeheizten Debatte, sagte der demokratische Senator aus Delaware, Chris Coons. In Anspielung auf einen der Gründe, den Trump für die Notwendigkeit einer Übernahme Grönlands durch die USA nennt, sagte Coons: "Gibt es Bedrohungen für die Sicherheit Grönlands durch Russland und China? Nein, derzeit nicht."

Der Besuch der Kongressabgeordneten folgt auf ein Treffen im Weißen Haus am Mittwoch, bei dem der dänische Außenminister Lars Lokke Rasmussen und die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt mit US-Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance zusammenkamen. Dänische Vertreter sagten nach dem Treffen, es sei ihnen nicht gelungen, die Haltung der US-Regierung zum Erwerb Grönlands zu ändern. Rasmussen erklärte am Donnerstag, man sei zur Zusammenarbeit bei der Sicherheit in der Arktis bereit. Dies müsse jedoch "unter Achtung unserer territorialen Integrität, des Völkerrechts und der UN-Charta" geschehen.

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