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Die USA hatten in den vergangenen Wochen mehrere Kriegsschiffe und den größten Flugzeugträger der Welt in die Karibik entsandt - nach eigenen Angaben, um den Drogenhandel zu bekämpfen. Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro vermutet dagegen, dass die rechtsgerichtete Regierung in Washington seinen Sturz plant. Washington wirft Caracas vor, Drogenbanden zu kontrollieren und gezielt gegen die USA einzusetzen und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden.
Seit September greifen US-Streitkräfte immer wieder Boote angeblicher Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik an. Dabei wurden nach US-Angaben bisher mehr als 80 Menschen getötet und mehr als 20 Schiffe getroffen. Beweise für die Nutzung der Boote zum Drogenschmuggel und zur Gefährdung der USA durch die Schiffe legten die USA nicht vor.
Begleitet wird dies von einem militärischen Aufmarsch der USA in der Region. Trump hat zudem verdeckte CIA-Operationen in Venezuela genehmigt. Der Präsident teilte Militärangehörigen diese Woche mit, die USA würden "sehr bald" mit Aktionen an Land beginnen, um mutmaßliche venezolanische Drogenhändler zu stoppen. "Wir werden damit beginnen, sie auf dem Landweg zu stoppen", sagte Trump am Donnerstag.
Am Freitag berichtete die Zeitung "New York Times", Trump und Maduro hätten kürzlich telefoniert. Dabei hätten sie über ein mögliches Treffen in den USA gesprochen.
Vergangene Woche warnte die US-Luftfahrtbehörde große Fluggesellschaften vor einer potenziell gefährlichen Situation bei Flügen über Venezuela aufgrund einer sich verschlechternden Sicherheitslage und verstärkter militärischer Aktivitäten in oder um das südamerikanische Land. Venezuela entzog daraufhin sechs großen internationalen Fluggesellschaften die Betriebserlaubnis, nachdem diese ihre Flüge in das Land nach der Warnung der US-Luftfahrtbehörde ausgesetzt hatten.
Kubas Außenminister Bruno Rodríguez warf den USA nun vor dem Hintergrund ihrer erhöhten Militärpräsenz im Luftraum der Karibik "anhaltende elektromagnetische Interferenzen" in der Region vor. Solche Störungen können die Kommunikations- und Navigationssysteme von Flugzeugen beeinträchtigen. Insbesondere Venezuela sei davon betroffen, schrieb Rodríguez auf der Plattform X. Dies sei Teil der Eskalation der "militärischen Aggression und psychologischen Kriegsführung" Washingtons gegen Caracas, kritisierte der kubanische Minister.
US-Medien berichteten, bei dem ersten öffentlich gemachten Einsatz der US-Armee gegen mutmaßliche Drogenschmuggelboote am 2. September hätten die Soldaten überlebende Bootsinsassen getötet. Vor dem Einsatz habe US-Verteidigungsminister Pete Hegseth den Befehl gegeben, alle an Bord des Bootes zu töten, berichteten die "Washington Post" und CNN. Nach dem Raketenangriff hätten sich zwei Überlebende an das brennende Boot geklammert, schrieb die "Washington Post". Die Armee habe daraufhin erneut auf sie geschossen. Hegseth sprach in Online-Netzwerken von "Fake News". Die Einsätze in der Karibik seien "rechtmäßig sowohl nach US- als auch nach internationalem Recht", versicherte der Pentagon-Chef.






