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Hintergrund ist ein Streit über die geplante Eingliederung der bisher autonom geführten kurdischen Verwaltungen in die staatliche Ordnung. Die Übergangsregierung brachte die kurdischen Stadtviertel Aleppos schließlich militärisch unter ihre Kontrolle.
Nun sollen die SDF-Kämpfer weiter nach Osten gedrängt werden, wo sie weite Teile des Landes unter ihrer Kontrolle haben. Die Syrian Democratic Forces galten während des Bürgerkriegs in dem Land als wichtigster Verbündeter der USA im Kampf gegen die Terrormiliz IS und beendeten deren Herrschaft in Syrien. Ein Abkommen über ihre Eingliederung in die staatlichen Streitkräfte nach dem Sturz von Langzeitherrscher Bashar al-Assad wurde bisher aber nicht umgesetzt.
Die Regierungstruppen hatten einen "humanitären Korridor" für mehrere Ortschaften östlich von Aleppo ausgegeben, um Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. Die Frist dafür lief am Freitagnachmittag ab. SDF-Kämpfer hinderten die Menschen teilweise am Verlassen der Gebiete, wie Augenzeugen vor Ort bestätigten.
Im Konflikt um Aleppo trafen unterdessen Vertreter der kurdischen Streitkräfte mit Vertretern der US-geführten Koalition zum Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zusammen. Die Gespräche sollten zur Entschärfung der anhaltenden Spannungen zwischen Damaskus und kurdischen Kräften beitragen und fanden am Freitag rund 50 Kilometer östlich von Aleppo in Dayr Hafir statt, wie ein SDF-Sprecher mitteilte.
Wie aus syrischen Armeekreisen verlautete, traf danach auch eine Delegation des syrischen Verteidigungsministeriums in dem Gebiet ein, "um mit den Anführern der SDF zu verhandeln". Vor dem Treffen hatten die syrischen Regierungstruppen massive Verstärkung in der Region zusammengezogen.
Die Übergangsregierung von Präsident Ahmed al-Sharaa wirft der SDF vor, Assad-Anhänger und Mitglieder der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in ihren Reihen zu dulden. Die Kurden wiederum misstrauen den Versprechen des früheren Anführers der Islamistengruppe HTS, al-Sharaa, ihre Rechte zu gewährleisten. Außerdem warnen sie vor einem Wiedererstarken des IS.
Seit dem Umbruch ist es mehrfach zu Gewaltwellen durch Kämpfer der neuen Machthaber und deren Unterstützer gegen Minderheiten gekommen. Dabei wurden Hunderte Menschen, darunter viele Zivilisten, getötet, etwa bei Auseinandersetzungen mit Drusen im Süden oder den Alawiten an der Küste.
Al-Sharaa wird am Montag in Berlin zu einem ersten Besuch in Deutschland erwartet. Dabei trifft er Bundeskanzler Friedrich Merz. Zu den Hauptthemen dürfte die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat gehören.






