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Putin hatte am Dienstagabend in Moskau Wittkoff empfangen. An dem fünfstündigen Treffen im Kreml nahm auf US-Seite auch der Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, teil. Am Verhandlungstisch saßen zudem auf russischer Seite die beiden Kreml-Berater Juri Uschakow und Kirill Dmitrijew.
Bei der Schlüsselfrage der von Russland besetzten Gebiete in der Ukraine sei "noch keine Kompromisslösung" gefunden worden, sagte Uschakow nach dem Gespräch. Dessen Grundlage war ein von den USA vorgelegter Plan für ein Ende der Kämpfe in der Ukraine. Laut Uschakow wurde auch die von der Ukraine angestrebte Mitgliedschaft in der NATO besprochen. "Das ist eine der zentralen Fragen und sie ist diskutiert worden", sagte der diplomatische Berater Putins am Mittwoch vor Journalisten in Moskau, ohne nähere Angaben zu machen. Moskau lehnt eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine strikt ab.
Uschakow sagte zudem, dass die Verhandlungen durch den Verlauf der Kämpfe in der Ukraine zugunsten Moskaus beeinflusst worden seien. An der Front hatten die russischen Truppen zuletzt stetige Geländegewinne erzielt. "Der Verlauf und der Charakter der Verhandlungen" seien durch "die Erfolge der russischen Armee auf dem Schlachtfeld in den vergangenen Wochen beeinflusst" worden, sagte Uschakow. "Unsere russischen Soldaten haben durch ihre militärischen Leistungen dazu beigetragen, dass die Einschätzungen unserer ausländischen Partner hinsichtlich der Wege zu einer Friedenslösung zutreffender geworden sind", fügte der Putin-Berater hinzu, der an den Verhandlungen mit Witkoff am Dienstagabend im Kreml teilgenommen hatte. Bei den Gesprächen wurde laut Kreml kein Durchbruch erzielt.
US-Präsident Donald Trump hat dem russischen Staatschef Putin unterdessen den Willen zu einer Friedenslösung in der Ukraine bescheinigt. "Er will den Krieg beenden", sagte Trump am Mittwoch in Washington. Der Präsident sprach von einem "sehr guten Treffen" zwischen seinem Schwiegersohn Jared Kushner, dem US-Sondergesandten Witkoff und Putin in Moskau.
Die britische Regierung stufte indes die Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin über die Kriegsbereitschaft seines Landes als "noch mehr Kreml-Geschwätz" ein. Putins Äußerungen am Dienstag seien nur weitere Rhetorik darüber, dass Europa angeblich Krieg führen wolle, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch zu Mittag der Nachrichtenagentur PA zufolge. "Das ist ebenso gefährlich wie falsch."
Putin hatte am Dienstag erklärt, Russland sei bereit, die Europäer an Verhandlungen über ein Ende des Krieges in der Ukraine zu beteiligen. Dazu müssten sie aber die Realitäten auf dem Schlachtfeld in der Ukraine anerkennen. "Wir haben nicht vor, mit Europa zu kämpfen, das habe ich schon 100 Mal gesagt. Aber wenn Europa wiederum kämpfen will und anfängt, dann sind wir dazu sofort bereit", sagte Putin.
Der britische Premierminister Keir Starmer sagte im Parlament: "Wir alle wissen, dass Putin hier der Aggressor ist." Der russische Präsident wolle nicht an den Verhandlungstisch kommen und keine Einigung erzielen. Der Regierungssprecher sagte im Anschluss, die europäischen Nationen stünden geschlossen hinter dem Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung. Zudem sei die NATO bereit, auf jegliche Bedrohungen mit Einigkeit und Stärke zu reagieren.
Der ursprüngliche 28-Punkte-Entwurf der USA für Friedensgespräche hatte bei ukrainischen und europäischen Regierungsvertretern für Beunruhigung gesorgt, da er wesentlichen Forderungen Moskaus nachgegeben haben soll. Dabei ging es um einen Verzicht der Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft, die russische Kontrolle über ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebiets und Einschränkungen für die ukrainische Armee.
Europäische Mächte legten daraufhin einen Gegenvorschlag vor. Bei Gesprächen in Genf erklärten die USA und die Ukraine anschließend, sie hätten einen "aktualisierten und verfeinerten Friedensrahmen" geschaffen. Details zu diesen Gesprächen wurden jedoch nicht veröffentlicht. Witkoff hatte bereits am Wochenende mit dem ukrainischen Chefunterhändler Rustem Umerow im US-Bundesstaat Florida über den Plan beraten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj stellte unterdessen nach dem Treffen von US-Vertretern mit Kremlchef Putin in Moskau neue Gespräche der ukrainischen Delegation mit US-Vertretern in Aussicht. "Wir bereiten Treffen in den Vereinigten Staaten vor", sagte er am Mittwoch in seiner abendlichen Videobotschaft. In den nächsten Tagen erwarte die Ukraine Neuigkeiten dazu.
Fortsetzen soll die Gespräche mit Vertretern von US-Präsident Donald Trump demnach wieder eine Gruppe um den Sekretär des nationalen Sicherheitsrats, Umjerow, und Generalstabschef Andrij Hnatow.
Derzeit laufe alles recht erfolgreich, sagte er mit Blick auf Verhandlungen in Genf und Florida über einen US-Plan für ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. Er forderte abermals Druck auf Russland. Von der Kombination konstruktiver Diplomatie und Druck auf den Aggressor hänge alles ab, sagte Selenskyj.
Umerow werde sich am Mittwoch mit den nationalen Sicherheitsberatern der europäischen Staats- und Regierungschefs treffen, teilte Selenskyj mit. "Die ukrainischen Vertreter werden ihre Kollegen in Europa darüber unterrichten, was nach den gestrigen Kontakten der amerikanischen Seite in Moskau bekannt ist, und sie werden auch die europäische Komponente der notwendigen Sicherheitsarchitektur besprechen", erklärte Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.
Witkoff reiste nach Kreml-Angaben in die USA zurück, um Präsident Trump über die Ergebnisse zu informieren. Danach wollten die US-Vertreter wieder mit Russland Kontakt aufnehmen, sagte Putins Berater Uschakow russischen Medien. Über die Inhalte der Gespräche sei Vertraulichkeit vereinbart worden.
Für Witkoff war es in diesem Jahr das sechste Treffen mit Putin. Kushner nahm erstmals an so einem Gespräch teil. Beide stehen für den Teil der US-Administration, die auf eine schnelle Wiederaufnahme der Wirtschaftsbeziehungen zu Russland setzen.
Am Wochenende hatte Witkoff bereits mit dem ukrainischen Chefunterhändler Umerow im US-Staat Florida über den US-Plan beraten. Die Ukraine und ihre europäischen Partner hatten kritisiert, dass in dem ursprünglichen US-Entwurf zu viele Maximalforderungen Russlands berücksichtigt worden seien. Daraufhin wurde eine überarbeitete Version des Plans erarbeitet.
In this pool photograph distributed by the Russian state agency Sputnik, Russia's President Vladimir Putin, accompanied by Kremlin economic envoy Kirill Dmitriev and Kremlin aide Yuri Ushakov, meets with US special envoy Steve Witkoff and US President Donald Trump's son-in-law Jared Kushner at the Kremlin in Moscow on December 2, 2025. (Photo by Kristina Kormilitsyna / POOL / AFP)






