WASHINGTON, 24. SEPTEMBER 2026: US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping führen im Oval Office des Weißen Hauses ein bilaterales Gespräch. Xi Jinping hält sich vom 23. bis 25. September zu einem Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten auf.
©AFP, APA, BRENDAN SMIALOWSKIRusslands Präsident Wladimir Putin soll ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping vorgeschlagen haben, um über ein Ende des Kriegs in der Ukraine zu verhandeln. Der Kreml bestätigt Gespräche über ein Treffen am Rande des APEC-Gipfels Mitte November in Shenzhen. Was bekannt ist und was noch offen ist.
Der Vorschlag aus Moskau
Wladimir Putin will offenbar Donald Trump und Xi Jinping an einen Tisch holen. Der russische Präsident soll ein Dreiertreffen vorgeschlagen haben, bei dem über ein Ende des Kriegs in der Ukraine verhandelt werden soll, wie am Sonntag unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen bekannt wurde. Der Kreml regte demnach an, die Gespräche am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC abzuhalten.
Das Gipfeltreffen der APEC-Staats- und Regierungschefs findet am 18. und 19. November im südchinesischen Shenzhen statt. Putin hatte Xi bereits im Mai seine Teilnahme zugesagt. Eingebracht haben soll Putin die Idee bei einem Telefonat mit Trump am 9. Oktober. Eine Zusage aus Washington gibt es bisher nicht.
Was der Kreml bestätigt
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte, dass über ein mögliches Treffen gesprochen werde. Konkret ist dabei offenbar noch wenig: „Es gibt noch kein klares Verständnis, was das Treffen selbst oder seine mögliche Tagesordnung betrifft“, sagte Peskow.
Schon im Mai hatte Peskow eine Begegnung zwischen Putin und Trump beim APEC-Gipfel nicht ausgeschlossen. Theoretisch seien dort Treffen mit allen Teilnehmern möglich, sagte er damals. Dafür würden solche Gipfel schließlich veranstaltet.
Washington hält sich bedeckt
Das Weiße Haus äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorschlag. Ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung sagte, Trump habe einem Gipfel nicht zugestimmt, könne der Idee aber offen gegenüberstehen. Auch aus Peking gab es zunächst keine Stellungnahme.
Trump und Xi waren erst Ende September zusammengetroffen, als der chinesische Staatschef vom 23. bis 25. September zu einem Staatsbesuch in Washington war. Bei einem Dreiertreffen mit Putin wäre die Ukraine nach dem bekannt gewordenen Format nicht am Tisch. Ob und in welcher Form Kiew einbezogen würde, ist offen.
Diesel-Deal und Sanktionen als Hintergrund
Der Vorstoß fällt in eine Phase, in der sich Washington und Moskau annähern. Trump hatte eine Vereinbarung über den Kauf von russischem Diesel angekündigt und am Freitag eine Anordnung unterzeichnet, mit der zentrale Sanktionen gegen Russland ausgesetzt werden. Das Diesel-Geschäft war beim selben Telefonat am 9. Oktober vereinbart worden.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte sowohl den Diesel-Deal als auch die Lockerung der Sanktionen. Beides werde Putin ermutigen und den Krieg verlängern, warnte er. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen mehr als viereinhalb Jahre.
Was bis zum Gipfel offen ist
Ob es tatsächlich zu einem Treffen der drei Präsidenten kommt, ist ungewiss. Weder Termin noch Tagesordnung sind vereinbart, und Trump hat seine Teilnahme am APEC-Gipfel in Shenzhen bisher nicht öffentlich bestätigt. Zuvor stehen in den USA am 3. November die Zwischenwahlen zum Kongress an.
Weder die Ukraine noch die Europäische Union wären bei dem vorgeschlagenen Format vertreten. Bis Mitte November dürfte sich zeigen, ob aus dem Vorschlag ein konkreter Termin wird.
Quellen: Bezirk Longgang Shenzhen, 33. APEC Economic Leaders’ Meeting am 18. und 19. November 2026
Weitere Quelle: Wall Street Journal, Reuters
