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Papst: "Welt wird von Handvoll Tyrannen zerstört"

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Papst Leo lässt in Bamenda eine Friedenstaube fliegen
©Afp, APA, ALBERTO PIZZOLI
Papst Leo XIV. hat bei seinem Besuch in Kamerun scharfe Kritik an Staats- und Regierungschefs geübt, die Milliarden für Kriege ausgeben. Die Welt werde "von einer Handvoll Tyrannen zerstört", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Donnerstag in Bamenda im Nordwesten des westafrikanischen Landes. Leo verurteilte zudem Anführer, die Kriege mit religiöser Sprache rechtfertigen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Papst in den sozialen Medien erneut angegriffen.

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"Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten", sagte der Papst. Mit Myriaden ist eine riesige Menge gemeint. "Die Herren des Krieges tun so, als wüssten sie nicht, dass es nur einen Moment braucht, um zu zerstören, aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wieder aufzubauen", sagt der Pontifex. Sie verschlössen die Augen davor, dass Milliarden Dollar für Tötung und Verwüstung ausgegeben würden, während die Mittel für Heilung, Bildung und Wiederaufbau fehlten.

Der Papst lobte in Bamenda gemeinsame Friedensbemühungen von Christen und Muslimen. In der Region tobt seit 2017 ein Konflikt mit Tausenden Toten zwischen Regierung und Separatisten. Hunderttausende wurden vertrieben. Die Religionsgemeinschaften versuchen zu vermitteln.

Das Oberhaupt der katholischen Kirche bezeichnete dies als Beispiel für andere Regionen auf der Welt. "Ich würde mir das für so viele Orte auf der Erde wünschen. Selig sind die Friedfertigen. Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen." Deutlicher wurde Leo in seiner Ansprache nicht. Er nannte auch keine Länder oder Politiker beim Namen.

In den vergangenen Tagen war der Papst nach Friedensappellen mehrfach von US-Präsident Donald Trump kritisiert worden. Der erste US-Amerikaner als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken machte jedoch deutlich, dass er sich aus dem Weißen Haus nicht einschüchtern lassen will.

Kamerun ist für Leo nach Algerien die zweite Station einer elftägigen Afrika-Reise. Zum Auftakt hatte er dort am Mittwoch an die Regierung des Langzeit-Präsidenten Paul Biya appelliert, sich um Frieden zu bemühen. Der 93-Jährige ist als einer der dienstältesten Staatschefs der Welt bereits seit mehr als vier Jahrzehnten an der Macht. Am Donnerstag steht in Bamenda auch eine Messe mit Zehntausenden Gläubigen auf dem Programm.

In Kamerun leben Schätzungen zufolge rund 40 Prozent der 30 Millionen Einwohner in Armut. Opposition, Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich in Kamerun zum Christentum. Dem katholischen Glauben gehört etwa ein Viertel an. Zum Islam bekennen sich etwa 20 Prozent.

Pope Leo XIV (3rd R) releases a white dove after he met with the community of Bamenda at Saint Joseph's Cathedral in Bamenda, on the fourth day of an 11-day apostolic journey to Africa, on April 16, 2026. (Photo by Alberto PIZZOLI / AFP)

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