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Mit BEACONSAT sollen Störsender, die Signale absichtlich oder unabsichtlich unterbrechen, aufgespürt und Daten über das sogenannte "Jamming" gesammelt werden. Durch Jamming-Methoden droht Truppen im schlimmsten Fall Orientierungslosigkeit, wenn sie zur Fortbewegung im freien Gelände, auf See oder in der Luft satellitengestützte Navigation (GNSS) verwenden und diese von feindlich gesinnten Kräften gestört wird.
Beim Heer verspricht man sich, mit dem Satelliten auch Erkenntnisse über "Spoofing" gewinnen zu können. Genauso wie die Unterbrechung von Signalen kann auch das Vortäuschen von Positionen durch Gegner militärische Konflikte maßgeblich beeinflussen, wie sich etwa im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine immer wieder zeigt.
Tanner betonte daher im Rahmen der Besichtigung die sicherheits- und verteidigungspolitische Bedeutung des Projekts. Beim Einsatz des Satelliten gehe es "auch um den Schutz unserer Soldatinnen und Soldaten". Ein weiterer Nutzen des Projekts sei, Abhängigkeiten von Drittstaaten zu reduzieren und Daten selbstständig sammeln und analysieren zu können.
Die Kosten für das Verteidigungsministerium belaufen sich für BEACONSAT auf eine Million Euro, die Europäische Weltraumorganisation ESA schießt 500.000 Euro zu. Wie hoch die Gesamtkosten für Entwicklung, Bau und Inbetriebnahme des Satelliten tatsächlich sind, wollten die Projektpartner unter Federführung des österreichischen Satellitenentwicklers GATE Space nicht preisgeben.
Seit Oktober 2025 arbeitet der als Spin-Off der Technischen Universität Wien gegründete Satellitenbauer GATE Space mit Firmensitzen in Niederösterreich, Wien und San Francisco mit zwei Kernpartnern, der dänischen Firma Space Inventor und dem Grazer Entwickler IGASPIN, und weiteren überwiegend österreichischen Herstellern, an der Fertigstellung des Satelliten. Trotz der geringen Baugröße von 450 Millimetern Höhe, jeweils 300 Millimetern Länge und Breite handelt es sich bei der 32 Kilogramm leichten Konstruktion um den bisher größten in Österreich entwickelten Satelliten.
Seine Reise ins All tritt der Satellit im Februar 2027 allerdings von US-amerikanischem Boden an. Mit einer Rakete vom Typ Falcon9 wird der Satellit von einer SpaceX-Basis im kalifornischen Vandenberg in den "Low Earth Orbit" geschossen. Geplant ist, dass sich der Satellit für ein Jahr auf einer Höhe von 500 bis 2000 Kilometern über der Erdoberfläche bewegt und Daten über Störmanöver sammeln wird. Bei einer entsprechenden Verlängerung des Projekts könnte der Satellit aus technischer Sicht bis zu fünf Jahre die Erde umkreisen.
Auf etwas niedrigerer Flughöhe werden die drei Satelliten des österreichisch-niederländischen Kooperationsprojekts LEO2VLEO unterwegs sein. Diese werden auf einer Höhe von 200 bis 500 Kilometern - zwischen "Very Low Earth Orbit" und "Low Earth Orbit" - fliegen und sollen Kommunikation und die Erstellung von Satelliten- und Lagebildern verbessern. Ein vierter Satellit bleibt nach dem Start im zweiten Quartal 2027 als Testobjekt am Boden. Wie bereits im Sommer 2025 bekannt wurde, kommt Österreich für sechs Millionen des zehn Millionen Euro teuren Projekts auf.
Ein Satelliten-Demo-Modell aufgenommen am Dienstag, 17. Februar 2026, anl. eines Medientermins des Bundesministeriums für Landesverteidigung (BMLV) "Besichtigung eines österreichischen Satelliten-Demo-Modells sowie der Produktionsstätte" im Office Park 4 am Flughafen Wien. Der Satellit, der ab Februar 2027 im Rahmen des Projekts "Beaconsat" für ein Jahr ins All starten wird, soll Störsender am Boden lokalisieren.






