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Neun Tote nach Israel-Angriffen im Libanon

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Erneute Attacke Israels
©-, AFP, APA
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. Vier Menschen seien bei einem Angriff auf das Dorf Adlun getötet worden, berichtete NNA am Mittwoch unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. Weitere zwei Menschen seien bei einem Angriff auf eine Wohnung im Flüchtlingslager Mieh Mieh getötet worden, bei dem vier weitere Menschen verletzt worden seien.

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NNA berichtete zudem über einen israelischen Angriff auf das Dorf Habbush im Südlibanon. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet und 18 weitere verletzt worden.

Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Zuvor hatte sie die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Evakuierung aufgerufen und vor bevorstehenden Angriffen gewarnt. Die Armee greife dort "Infrastruktur der terroristischen Hisbollah" an, erklärte der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee im Onlinedienst Telegram.

In der Nacht habe das Militär unter anderem eine Kommandozentrale in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut, Mitglieder der Miliz sowie Tankstellen, die sie zur Finanzierung nutze, angegriffen, teilte das Militär mit. Die Tankstellen werden von Al-Amana betrieben, einer mit der Hisbollah verbundenen Organisation. Sie sind Teil des parallelen Wirtschaftssystems, das die Hisbollah im Libanon etabliert hat. In Zeiten von Treibstoffmangel aufgrund der Wirtschaftskrise im Land konnte die Hisbollah über Al-Amana ihre Anhänger bevorzugt versorgen und so ihre Basis stärken, während staatliche Tankstellen leer blieben.

Die israelische Armee teilte zudem mit, dass sie ihre "gezielten Bodeneinsätze" im Südlibanon fortsetze, um in der Nähe zur israelischen Grenze gegen die Hisbollah vorzugehen. Im Libanon haben viele Menschen unterdessen Angst, dass Israel eine großangelegte Bodenoffensive beginnen und den Süden ihres Landes besetzen könnte.

Die vom Iran unterstützte Schiitenorganisation feuerte unterdessen mehrfach Drohnen und Raketen Richtung Israel. Die Miliz selbst teilte mit, sie habe mehr als Hundert Raketen Richtung Israel und auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert. Die israelische Armee teilte wiederum mit, die Luftwaffe habe in der Nacht eine Hisbollah-Zelle angegriffen und getötet, die Raketen auf Truppen im Nachbarland geschossen habe. Demnach gab es unter den israelischen Soldaten keine Verletzten.

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah wieder massiv. Die libanesische Miliz feuert seither immer wieder Raketen und Drohnen auf israelisches Staatsgebiet. Israel beschießt Hisbollah-Ziele im Libanon und rückte inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium im Grenzgebiet vor.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz kündigte am Dienstag an, die Armee wolle im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Der Fluss spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den israelischen Bemühungen, die Hisbollah-Miliz zurückzudrängen.

Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die pro-iranische Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um.

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