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Obwohl der proiranischen Schiitenmiliz bereits schwere Schläge versetzt worden seien, verfüge die Hisbollah weiterhin über Restfähigkeiten, Raketen auf Israel abzufeuern, sagte Netanyahu. Mit den Kommandanten des Nordkommandos habe er nun Wege besprochen, um diese Bedrohung zu beseitigen. "Wir sind entschlossen, die Lage im Norden grundlegend zu verändern", sagte er.
Nach libanesischen Angaben rückt die israelische Armee mit Bodentruppen immer weiter im südlichen Libanon vor. Die Truppen seien im Süden acht Kilometer weit von der Grenze ins Landesinnere vorgedrungen, sagte der libanesische Verteidigungsminister Michel Menassa vor wenigen Tagen.
Netanyahu hatte bereits zuvor die Einrichtung einer "größeren Pufferzone" angekündigt mit dem Ziel, die Hisbollah weiter nach Norden zu drängen. Viele Libanesen befürchten eine großangelegte Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des nördlichen Nachbarlandes Israels. Israel hatte den südlichen Libanon 18 Jahre lang bis zum Jahr 2000 besetzt.
Am Samstag hatte die WHO erklärt, bei fünf Angriffen Israels auf Gesundheitseinrichtungen im Südlibanon seien neun Sanitäter getötet und sieben weitere verletzt worden. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus teilte mit, die wiederholten Angriffe beeinträchtigten die Gesundheitsversorgung in der Region sehr. Zudem sollen drei Journalisten ums Leben gekommen sein, wie der pro-iranischen Hisbollah nahe stehende libanesische Medien berichteten.
Israel und die pro-iranische libanesische Hisbollah hatten sich am Samstag weiterhin gegenseitig beschossen. Die israelische Armee gab an, Infrastrukturen der Hisbollah im Nachbarland angegriffen zu haben. Dabei wurden auch zwei Journalisten und eine Journalistin getötet, darunter ein bekannter Korrespondent des der Hisbollah-Miliz gehörenden Senders Al-Manar. Israel sprach von der Eliminierung eines "Terroristen". Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut mehrere Raketenangriffe auf Israel und israelische Stellungen im Libanon für sich.
Der Libanon wurde Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen. Damals feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Die Hisbollah kündigte Angriffe auf israelische Streitkräfte an, die in der Grenzregion vorrücken.






