von
Lackner hat das Amt des Vorsitzenden 2020 von Kardinal Christoph Schönborn übernommen. Rein technisch kann er bei der Sommervollversammlung im Juni auch wiedergewählt werden. In einem entsprechenden Schreiben Roms wird aber nicht empfohlen, einen Bischof zum Vorsitzenden zu wählen, der während dieser sechs Jahre das Alter von 75 Jahren erreicht. Allerdings gilt hier eine gewisse Kulanz, der Vorsitzende muss auch nicht vom Vatikan bestätigt werden.
Theoretisch kann jedes Mitglied der Bischofskonferenz Vorsitzender werden, die Wahl ist geheim. Neben Lackner will auch ein weiterer möglicher Kandidat nicht unbedingt dieses Amt erhalten: Wiens neuer Erzbischof Josef Grünwidl. Als Grund nannte er seine dann noch recht kurze Erfahrung, Grünwidl wurde erst im Jänner zum Bischof geweiht. Als geeigneter Kandidat kolportiert wurde in der "Presse" der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl.
Zumindest andere personelle Entscheidungen wurden in der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe im steirischen St. Johann bei Herberstein getroffen. So wurden die thematischen Zuständigkeiten neu vergeben: Lackner ist künftig etwa für Medien zuständig, der Linzer Bischof Manfred Scheuer für den Bereich Weltkirche, Ägidius Zsifkovics aus Eisenstadt für die Ökumene.
Militärbischof Werner Freistetter wurde außerdem mit dem Europa-Referat betraut. Für das neu geschaffene Referat "Gesellschaftliches Engagement", zu dem auch die Laienorganisationen gehören, ist der Innsbrucker Diözesanbischof Hermann Glettler zuständig. Weihbischof Stephan Turnovszky aus Wien übernimmt das Referat "Beziehung, Ehe und Familie" und der neue Grazer Weihbischof Johannes Freitag ist für die Kinder- und Jugendseelsorge verantwortlich.
Auch eine weitere Personalentscheidung, über welche die "Presse" zuerst berichtete, wurde am Freitag bestätigt: Franz Xaver Brandmayr, derzeit Dompropst von Wiener Neustadt, wird neuer Rektor des Österreichischen Pilger-Hospizes in Jerusalem. Ernannt wurde er vom zuständigen Erzbischof Josef Grünwidl. Dennoch benötigte es das Votum der Bischöfe. Notwendig geworden war der Schritt, da Vorwürfe gegenüber Brandmayrs Vorgänger betreffend den Umgang mit Bediensteten laut geworden sein sollen.
Aber auch eine Reihe an Erklärungen hat die Bischofskonferenz bei ihrer Vollversammlung verabschiedet. In einer wird etwa die Solidarität mit verfolgten Christen eingefordert. In einer weiteren appellieren die Bischöfe, Kriege zu beenden. Auch vor Sparmaßnahmen auf Kosten der Armen wird die Politik gewarnt. Und nicht zuletzt wünschen sich die Bischöfe, den "demografischen Winter" zu beenden, also die Gründung von Familien mit Kindern leichter zu ermöglichen.
Auch die Bedeutung des konfessionellen Religionsunterrichts bekräftigte die Bischofskonferenz. Nach aktuellen Zahlen ist die Teilnahme am Religionsunterricht weiterhin hoch. Die zunehmende religiöse und gesellschaftliche Vielfalt stelle jedoch auch "neue organisatorische Anforderungen an Schulen", heißt es in einem Positionspapier. Lackner persönlich bekundete bei der Pressekonferenz sogar Sympathie für einen interreligiösen Unterricht. Die Verantwortung aller Konfessionen sei es nämlich, das "Gespür für Transzendenz wach zu halten", sagte er.






