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"Ich muss an der Ernennung beteiligt sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela", sagte Trump am Donnerstag mit Verweis auf die Nachfolge des gestürzten Präsidenten Nicolas Maduro. Trump habe bestätigt, dass Mojtaba Khamenei der wahrscheinlichste Nachfolger seines getöteten Vaters sei, dieses Ergebnis jedoch als inakzeptabel bezeichnet. Der 56-jährige Sohn des am Samstag bei einem Luftangriff getöteten Ayatollah Ali Khamenei gilt als Hardliner mit engen Verbindungen zu den Revolutionsgarden.
Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Isna meldete mehrere Explosionen im Osten der Millionenmetropole Teheran. Auch das Onlineportal Etemad meldete Raketeneinschläge.
Die israelischen Streitkräfte kündigten unterdessen einen Angriff in einem Industriegebiet etwa 20 Kilometer südöstlich der Hauptstadt an. In einem persischsprachigen Post riefen sie die Bürger auf X dazu auf, das Gebiet zu verlassen.
Für andere in Teheran bombardierte Gebiete, darunter auch Wohnviertel, veröffentlichten die Streitkräfte hingegen keine Warnungen. Ohnehin dürften die Nachrichten kaum jemanden erreichen. Irans Machtapparat hat seit Beginn des Kriegs am Samstag die Bevölkerung weitgehend vom Internet abgeschnitten.
Die Golfregion wurde auch am sechsten Tag des Iran-Krieges von neuen Angriffen erschüttert. In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi wurden sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen Drohne in einem Industriegebiet verletzt, wie es am Donnerstag von Behörden hieß. Bei dem Vorfall in dem Industriegebiet wurden sechs ausländische Arbeiter aus Pakistan und Nepal verletzt. In Dubai und in der katarischen Hauptstadt Doha waren Explosionen zu hören.
Journalisten der Nachrichtenagentur AFP vor Ort in Doha bezeichneten die Detonationen als einige der heftigsten seit dem Beginn der iranischen Angriffe auf den Golfstaat am Samstag. Es war eine schwarze Rauchsäule zu sehen. Das katarische Verteidigungsministerium erklärte, das Militär arbeite daran, den Raketenangriff abzuwehren. Zuvor hatten die Behörden angekündigt, Menschen zu evakuieren, die in der Nähe der US-Botschaft wohnen.
Die jüngsten Angriffe erfolgten nur wenige Stunden, nachdem Emir Sheikh Tamim bin Hamad Al-Thani den iranischen Außenminister Abbas Araqchi in einem Telefonat scharf kritisiert hatte. Er warf dem Iran in dem Telefonat vor, seinen Nachbarn schaden und sie in einen Krieg verwickeln zu wollen, der nicht ihrer sei, hieß es vom katarischen Außenamt. Das Telefonat war der erste hochrangige Kontakt zwischen beiden Ländern seit dem Beginn der iranischen Angriffe am vergangenen Wochenende.
Auch in Bahrains Hauptstadt Manama waren am Donnerstag Explosionen zu hören. Laut örtlichen Behördenangaben brach nach einem iranischen Raketenangriff ein Feuer in einer Raffinerie aus. Der Brand in der Anlage von Bapco Energies sei jedoch unter Kontrolle, teilte das Nationale Kommunikationszentrum mit. Der Betrieb der Raffinerie laufe weiter, es gebe keine Verletzten. In Saudi-Arabien wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums drei Marschflugkörper und mehrere Drohnen abgefangen.
Neben Israel haben die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Es seien drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert worden, meldete die staatlichen Nachrichtenagentur IRNA unter Berufung auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen "anti-iranischer Separatisten" zu sehen sein sollen.
US-Medien berichteten zuletzt, Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen Irans Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region mit Blick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.
Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden lange im Irak wie auch im Iran verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein im Jahr 2003.
Irans Streitkräfte attackierten nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" sei von Kampfdrohnen der Marine der Revolutionsgarden getroffen worden, berichtete der staatliche iranische Rundfunk.
Nachdem sich das Schiff nur wenige Hundert Kilometer der iranischen Küste genähert habe, sei es attackiert worden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier "Khatam Al-Anbiya", das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. Dafür gab es von US-Seite zunächst keine Bestätigung.






