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"Mein Freund, wir sind auf einer Linie mit Blick auf Syrien. Wir können Großes vollbringen im Iran. Ich verstehe nicht, was Du in Grönland tust", schrieb Macron demnach an Trump. Macrons Umfeld bestätigte die Echtheit der Message an den US-Präsidenten. Macron nahm damit Bezug auf die jüngsten Kämpfe zwischen Regierungsarmee und Kurdenmilizen in Syrien, die Niederschlagung friedlicher Massenproteste durch das Mullah-Regime im Iran und den US-Plan, das autonome, zum NATO-Partner Dänemark gehörende Grönland zu kaufen oder mit militärischer Gewalt zu annektieren. Auch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine würde wohl aufs Tapet gebracht.
Macron schlug dem US-Präsidenten vor, im Anschluss an das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, wo Trump am Mittwoch eine Rede hält und Beratungen zur Grönland-Frage abhält, das G7-Treffen in der französischen Hauptstadt zu organisieren. "Ich kann die Ukrainer, die Dänen, die Syrer und die Russen am Rand einladen", schrieb Macron. Zum Abschluss lud er Trump zum Abendessen in Paris ein.
Zu den sieben wichtigsten, "westlichen" Industriestaaten (G7) gehören neben Frankreich, Deutschland, Italien, Japan, Kanada, Großbritannien und die USA. Russland war von 1998 Mitglied der Gruppe westlicher Industrienationen, die in der Zeit G8 hieß. Nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 wurde Russland ausgeschlossen und die Gruppe hieß wieder G7.
Wie es aus Macrons Umfeld hieß, sei Frankreich entschlossen, seinen diesjährigen G7-Vorsitz zu einem nützlichen Beitrag zum Dialog und zur Zusammenarbeit zu machen. Betont wurden Konflikte, bei denen Frankreich mit den USA an einem Strang ziehen. In Syrien arbeite Frankreich gemeinsam mit den Amerikanern für die Einheit und territoriale Integrität Syriens und die Einhaltung des Waffenstillstands und bleibe seinen Verbündeten im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" treu. Im Iran fordere Frankreich von den iranischen Behörden die Achtung der Grundfreiheiten und stehe denen zur Seite, die diese verteidigten.
Macron merkte in den privaten Textnachrichten an Trump an, dass Frankreich und die Vereinigten Staaten "völlig im Einklang" mit Blick auf den weiteren Kurs in Syrien seien. Zudem könnten sie "großartige Dinge" im Iran erreichen.
Zugleich moniert Macron in den veröffentlichten Nachrichten, er verstehe nicht, was Trump mit Blick auf Grönland im Schilde führe. Der US-Präsident will Dänemark dazu bringen, den USA die Arktisinsel zu verkaufen. Deutschland, Frankreich und weitere Staaten hatten daraufhin als Zeichen der Solidarität mit Dänemark Soldaten zu einer Erkundungsmission nach Grönland geschickt. Der Republikaner kündigte dann am Samstag an, ab dem 1. Februar Strafzölle auf Waren aus Deutschland und anderen europäischen NATO-Ländern zu verhängen. Damit will er den Widerstand gegen einen Verkauf Grönlands an die USA brechen.
Zum Grönland-Konflikt hieß es aus Macrons Umfeld, dass die Achtung der Souveränität und territorialen Integrität der Staaten für Frankreich nicht verhandelbar sei und Frankreichs Engagement als NATO-Verbündeter für die Sicherheit in der Arktis unverändert bleibe.
Kurz zuvor hatte Trump mit Blick auf den Grönland-Konflikt ein Treffen der beteiligten Parteien am Rande des WEF in Davos angekündigt. Den avisierten Gesprächen sei ein Telefonat mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte vorangegangen, schrieb er auf Truth Social. Wer konkret an dem Treffen teilnehmen wird, ließ der Republikaner offen. Die Gespräche dürften am Rande des Weltwirtschaftsforums stattfinden.
Trump veröffentlichte zudem auch eine private Nachricht, die ihm NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit Blick auf die Gespräche in Davos geschrieben hatte. In dieser hieß es: "Herr Präsident, lieber Donald - was Du in Syrien erreicht hast, ist unglaublich. Ich werde meine Medienauftritte in Davos nutzen, um Deine Arbeit dort, in Gaza und in der Ukraine hervorzuheben. Ich bin entschlossen, in der Grönland-Frage einen Weg nach vorn zu finden. Ich kann es kaum erwarten, dich zu sehen. Dein Mark." Eine Sprecherin des Nordatlantik-Verteidigungsbündnisses bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass die Nachricht authentisch ist.






