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Zudem wird in der Hauptstadt Kiew und anderen Orten mit Schweigeminuten, Ausstellungen, Konzerten, Filmvorführungen und dem Niederlegen von Blumen an die tragischen Ereignisse erinnert. Gedenkveranstaltungen wird es ebenfalls im sehr stark betroffenen Nachbarland Belarus, Russland und anderen Ex-Sowjetrepubliken geben. Hunderttausende sogenannte Liquidatoren aus allen Sowjetrepubliken halfen damals bei der Beseitigung der unmittelbaren Folgen in dem radioaktiv verstrahlten Gebiet.
Der Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall, am 26. April 1986 war die schlimmste zivile Nuklearkatastrophe der Geschichte. In der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geriet ein Test im AKW Tschernobyl außer Kontrolle. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. Doch trafen sie neben der Nordukraine vor allem das benachbarte Belarus und auch den Westen Russlands. Monatelang sonderte die offen daliegende Atomruine Strahlung in die Umgebung ab.
Die erste öffentliche Warnung erfolgte erst zwei Tage nach der Explosion, als Schweden einen Anstieg der Strahlungswerte auf seinem Territorium registrierte. Schätzungen über die Zahl der Todesopfer gehen weit auseinander. Die Tschernobyl-Katastrophe weckte international große Ängste vor der Atomkraft. Experten gehen von Zehntausenden Todesfällen aus. Über 100.000 Menschen wurden aus den radioaktiv belasteten Gebieten der 30-Kilometer-Sperrzone um das inzwischen stillgelegte Kraftwerk zwangsumgesiedelt.






